Hauptsache bunt! Das Bild zeigt Walter Gaudnek inmitten seiner Bilder und Objekte in seinem Atelier.
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Hauptsache bunt! Das Bild zeigt Walter Gaudnek inmitten seiner Bilder und Objekte in seinem Atelier.

Berühmter Künstler

Walter Gaudnek beendet seine Lehrtätigkeit

Nach fünf Jahrzehnten ist Schluss: Walter Gaudnek, berühmter Kunstprofessor aus Altomünster, beendet seine Lehrtätigkeit.

Altomünster – Der bekannte Altomünsterer Pop-Art-Künstler Walter Gaudnek hat seine Tätigkeit als Kunstprofessor an der Universität in Orlando (USA) nach 50 Jahren beendet. Dieser Schritt fiel dem mittlerweile 88-Jährigen wahrlich nicht leicht, hat er doch sehr gerne mit den Studenten gearbeitet und sie mit seiner Kreativität inspiriert. „Da hast du eine Stecknadel fallen hören“, hatte er einmal berichtet, so aufmerksam seien seine Studenten im Hörsaal stets gewesen. Zum Abschied ehrte die Universität ihn, für den Künstler aus Bayern gab es viele Dankesworte. „50 Jahre, das macht mir so leicht keiner nach“, sagte Gaudnek.

Auch wenn er wegen der Corona-Pandemie noch nicht in seine Heimat kommen konnte und auch seine für Ende Juni geplante Ausstellung im Sparkassenkeller auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste, sendet er immer wieder Bilder von seinem zweiten Wirkungsort: Orlando in Florida. Dort halten sich Gaudnek und seine Frau Audrey die meiste Zeit des Jahres auf.

Auch das Thema Pandemie hat der Künstler mit dem Pinsel festgehalten. Gaudnek bedauert, dass sie Menschen derart einschränkt.

Walter Gaudnek kam 1931 in Fleyh (heute Tschechien) zur Welt. Nach der Vertreibung aus dem Sudetenland war er zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester Ilse zunächst in Happach gelandet, anschließend kam er nach Altomünster, das sein Heimatort werden sollte. Gaudnek besuchte die Schule in Schrobenhausen, machte das Abitur in Ingolstadt, ging in die Plocherer Schule in München und wechselte schließlich an die Kunstakademie. Und dann zog es ihn über den Atlantik, nach Amerika mit den Stationen Kalifornien und New York, wo er schließlich auch seine Doktorarbeit schrieb.

Vor allem in den 60er Jahren waren Gaudneks Werke häufig in schwarz-weiß gehalten. Später jedoch wurden kräftige, meist ungemischte Farben sein Markenzeichen. Mit wenigen Pinselstrichen bringt Gaudnek genau das auf den Punkt, was er zeigen will. Auch für seine übergroßen Bilder ist er bekannt. Diese hielten in vielen großen Häusern Einzug – wie in diversen Banken, öffentlichen Gebäuden.

Walter Gaudneks Kunst ist immer aktuell, stets greift der Künstler die neuesten Themen aus der Welt auf – so wie jetzt die Pandemie. Eines hat ihn aber auch all die Jahre ausgezeichnet: sein Hang zur Kirche, seine Religiosität, die durchaus auch mal kritisch ausfiel.

So waren im Laufe der Jahre in aller Welt seine vielfältigen Ausstellungen zu sehen, hier in Bayern vor allem Ingolstadt und Eichstätt sowie im berühmten Haus der Kunst in München und natürlich in seinem Atelier in Altomünster, wo er mehrmals im Jahr Station macht. Dort konnte Gaudnek auch im vergangenen Jahr sein 20-jähriges Museumsjubiläum feiern, denn schon so lange gibt es das GEM (Gaudnek Europa Museum), das von Siegfried Sureck verwaltet wird.

Ob er heuer Altomünster noch einen Besuch abstatten kann, stehe „in den Sternen“. Doch eines ist ziemlich sicher: Wenn Walter Gaudnek in seine Heimat kommt, dann mit einer neuen Ausstellung. 

Gisela Huber

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