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Der Startschuss für die 150-Jahr-Feier des Krieger- und Soldatenvereins ist gefallen

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Übergabe: die Vereinsmitglieder und der Vorstand des Krieger- und Soldatenvereins zusammen mit der Kanone und den Hauptakteuren Matthias Kienast und Rudi Scheuböck in der Bildmitte.
Übergabe: die Vereinsmitglieder und der Vorstand des Krieger- und Soldatenvereins zusammen mit der Kanone und den Hauptakteuren Matthias Kienast und Rudi Scheuböck in der Bildmitte. © gh

Pünktlich zu seinem Jubiläum hat der Krieger- und Soldatenverein seine restaurierte Kanone eingeweiht. Das über 100 Jahre alte Teil hat eine spannende Geschichte...

Altomünster – Die Planungen für die Feier des 150-jährigen Vereinsbestehens des Krieger- und Soldatenvereins Altomünster haben jetzt ihren Startschuss erhalten. Nicht, dass schon groß gefeiert wurde, das ist erst am 17. September der Fall. Aber ihr wichtiges Kapital, die Böllerkanone, ist fertig restauriert worden.

Für Vorsitzenden Michael Schmid war es ein schöner Augenblick, als er zusammen mit seinen Vorstandskollegen und einem Teil der Mitglieder die Kanone von Rudi Scheuböck und Matthias Kienast übernehmen konnte.

Die beiden hatten nämlich in liebevoller Kleinarbeit die Kanone des Vereins wieder instandgesetzt und nun übergeben. Die „Schnellfeuerkanone“, wie sie ganz offiziell heißt, war im Jahr 1900 für 100 Reichsmark erworben worden. 1992 wurde sie schon einmal renoviert. Weitere 20 Jahre stand sie dann neben der Lorettokapelle und war so Wind und Wetter ausgesetzt – „bis zammgfoin is“, behaupteten die Männer. Der damalige Bürgermeister Konrad Wagner konnte das desolate Teil nicht mehr sehen, er ließ es zum Bauhof transportieren. Einem der Mitarbeiter war die Kanone allerdings zu schade, um sie zu verschrotten, und er fragte bei Scheuböck an, ob der sie nicht wieder herrichten könne. Es war damals nicht ganz klar, wem die Kanone eigentlich gehörte, doch schließlich war der allgemeine Tenor: „Zum 150. Geburtstag vom Krieger- und Soldatenverein schenk mas eana!“

So kam es, dass sich Rudi Scheuböck und Matthias Kienast der Kanone annahmen. Rudi „bettelte“ das Material zusammen und machte die Metallteile, wobei sich die Schmiedewerkstatt Wildgruber sehr spendabel zeigte.

Und der „Hias“ machte die Räder neu, wobei er das Eschenholz von den Riedmairs aus Halmsried bekam und das Übrige vom „Dampfmüller“ der Familie Reiter.

So entstand mit viel Fleiß und Geschick wieder eine fahrtüchtige Kanone, die jetzt auch so hergerichtet wurde, dass sie im Innern der Lorettokapelle „überwintern“ kann und nur bei den entsprechenden Feierlichkeiten herauskommt. Fertig ist sie eigentlich schon seit zwei Jahren, doch nachdem das Fest des Krieger- und Soldatenvereins wegen Corona immer wieder verschoben werden musste, ist eben erst jetzt der Startschuss, allerdings ohne Schuss für die Festivitäten, gefallen.

Vorgesehen ist am Samstag, 17. September, ein kleiner Festzug von den Scheuböcks in der Halmsrieder Straße bis zur Lorettokapelle. Dort wird im Kriegerfriedhof eine kleine Feldandacht gehalten und die Kanone geweiht. Anschließend darf im Hechthof bei der Sparkasse gefeiert werden. Die Bevölkerung ist jedenfalls jetzt schon eingeladen, mitzufeiern. Gisela Huber

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