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Die Angeklagte, die auf freiem Fuß ist und auch niemals in U-Haft kam, mit einem ihrer insgesamt drei Verteidiger, Rechtsanwalt Christian Langgartner. 

Prozess am Landgericht München II

Giftiger Cocktail oder Bremsleitungen anschneiden: Mutter und Söhne schmiedeten Mordpläne 

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Ein Mordfall beschäftigt das Schwurgericht München II. Eine Mutter aus Altomünster soll Pläne geschmiedet haben, ihren Mann umzubringen. Zum Teil gemeinsam mit ihren Söhnen. 

Altomünster – Immer wieder betont die Angeklagte Pia W. (50, Name geändert), dass es sich nur um „Frustgespräche“ gehandelt habe. „Frustgespräche“, in denen die Rede davon war, wie man den Ehemann um die Ecke bringen könne. Ernst sei das nie gewesen, sagt W.,die wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht München II angeklagt ist (wir berichteten). Dort versuchten die Richter am Mittwoch, diesen so genannten „Frustgesprächen“ auf den Grund zu gehen.

Das war allerdings schwierig. Denn die Angeklagte redete ohne Punkt und Komma und kam dennoch nicht auf den Punkt. „Wortgewaltiges Ausholen hilft uns hier nicht weiter“, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Bott, „es muss jetzt Butter bei die Fische.“

So verlief ein Gespräch zwischen den Söhnen und der Mutter

So versuchte man erneut und erneut, den Gesprächen in der Familie, die damals in Altomünster wohnte, auf die Spur zu kommen. So ging es zum Beispiel um ein Tischgespräch, bei dem die Mutter und ihre beiden Söhne zusammensaßen. Das dritte Kind, eine Tochter, war nicht anwesend. Bei diesem Gespräch seien sie etwa auf die Idee gekommen, ob man dem Vater etwas in seinen Cocktail mischen könnte, weil dieser eh schon so giftig aussehe. Der jüngste Sohn, damals minderjährig, habe gesagt: „Du kannst ja den Klostein reintun, das fällt gar nicht auf.“ Der zweite Sohn sei dann auf die Idee verfallen, die Bremsleitungen des Vaters anzuschneiden. Der jüngste Sohn habe dann wiederum gemeint, man könne dem Vater erst den Cocktail verabreichen und ihn dann vom Boot ins Wasser schmeißen. Das alles berichtete die Mutter. Ihren eigenen Fehler sah sie darin, „dass ich das alles im Frust laufen gelassen habe“. Sie hätte eingreifen müssen, sagt sie heute. Sie hätte sagen sollen: „Kinder, seid ihr verrückt.“

Laut Anklage gipfelte die Situation darin, dass der jüngste Sohn 2008 auf Geheiß der Mutter versucht habe, den Vater mit einer Hantel zu erschlagen. Der Schlag verlief jedoch glimpflich. Die Mutter spricht von einem „Versehen“.

Der Vorsitzende machte ihr am Mittwoch jedoch „ganz wenig Hoffnung“, dass das Gericht am Ende der Beweisaufnahme zu dem Ergebnis komme, dass es ein Versehen war. Der Prozess dauert an.

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