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Überraschung: Generalvikar Isidor Vollnhals (links) überreichte Walter Gaudnek den neuen Bildband mit Werken des Künstlers. 

Gaudnek-Europa-Museum feiert 20-jähriges Bestehen

Altomünster: Prominenz pilgert zum „Tempel der Kunst“

Eine hochkarätige Gesellschaft hat zusammen mit dem Altomünsterer Künstler Walter Gaudnek das 20-jährige Bestehen des Gaudnek-Europa-Museums (GEM) in Gaudneks Atelier in der Sandizellergasse gefeiert.

Am Direktor des Gaudnek-Europa-Museums Siggi Sureck lag es, die Gäste, darunter vor allem die Mitbegründer Altlandrat Hansjörg Christmann und Altbürgermeister Konrad Wagner, zum GEM-Jubiläum willkommen zu heißen. Überdies waren der Generalvikar der Diözese Eichstätt Isidor Vollnhals, Bischofsvikar Georg Herteis, die Ingolstädter Stadträtin Petra Volkwein sowie MdL Bernhard Seidenath in Walter Gaudneks Atelier in der Sandizellergasse in Altomünster gekommen.

In den 20 Jahren habe man es geschafft, jeweils zwei Ausstellungen pro Jahr zu zeigen, erinnerte Siggi Sureck und betonte, dass Altomünster zu Recht als die „Kulturhauptstadt im Landkreis“ bezeichnet werde.

Das konnte auch Hansjörg Christmann unterstreichen, der damals als noch junger Landrat bei der Gründung mitwirken durfte. „Die Pop-Art von Gaudnek war etwas Neues, Ungewöhnliches in der damaligen Zeit, die sehr neugierig machte“, betonte er in seinen Grußworten. Zusammen mit dem unvergessenen Kulturreferenten Alfred Kindermann habe er Gaudnek näher kennengelernt. „Der Künstler hatte die Begabung, das Politische aufzunehmen, ohne politisch zu werden“, so Christmann. Er sprach von der Tiefe der Bilder, die Gaudnek gemalt hat und die zum Nachdenken verführen sollen. Christmann wünschte sich, dass Wege gefunden würden, auch für die Zukunft das Gaudnek-Museum zu erhalten.

Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath bezeichnete das GEM als „Tempel der Kunst“, denn man würde Stunden brauchen, um alle Bilder anzusehen. Den Künstler selbst nannte er eine „letzte Pop-Art-Ikone“ mit der Vorliebe für religiös motivierte Kunst. Seidenath erinnerte auch an sein Versprechen, eine Ausstellung Gaudneks nach Prag zu bringen, „als großen Schlussstrich seiner Vertreibung und Zeichen der Versöhnung – „doch die Zeit ist noch nicht reif dazu“, so Seidenath. Zum Jubiläum wünschte er dem 87-jährigen Künstler, dass er weiterhin „soviel Lust an der Kunst hat und immer wieder hierher in seine zweite Heimat Altomünster kommen kann“.

Die Lebensgeschichte von Walter Gaudnek umriss dann in Kürze Stadträtin Petra Volkwein. Sie begann bei der Vertreibung der Familie, der anschließenden Zwangsarbeit, für die es jetzt erst eine „lächerliche „ Entschädigung gab, den Schulbesuch in Schrobenhausen, das Abi in Ingolstadt, den Besuch der Plocherer-Schule in München und den Wechsel zur Kunstakademie. „Und dann rief Amerika“, betonte sie, erst Kalifornien, später New York, wo Walter Gaudnek seine Doktorarbeit geschrieben hat. „Und im nächsten Jahr sind es 50 Jahre, dass er auf der Universität in Orlando unterrichtet“, erklärte sie und sprach von dem liebevollen Umgang mit seinen Studenten und seiner Kreativität. Er sei der einzige Pop-Art- Künstler, der sich mit Religion beschäftigt und zu dem Thema auch schon viele Ausstellungen in Ingolstadt, Eichstätt „oder wo auch immer gestaltet hat“.

Diese enge Verbindung zur Religion war es, die immer wieder Generalvikar Isidor Vollnhals begeistert habe, wie er sagte. Vollnhals erinnerte an den Kreuzweg, die Engelbilder und vieles mehr, die in Eichstätt oder Ingolstadt gezeigt wurden und die „stets ein besonders Erlebnis waren“. Zur besonderen Überraschung des Künstlers hatte der Generalvikar einen brandneuen Bildband aus Dresden mitgebracht, in dem auch Werke von Gaudnek verewigt sind, die dort eine Ausstellung bereichern.

Auch Altbürgermeister Konrad Wagner gratulierte Gaudnek zu seinem Museumsjubiläum und erinnerte daran, wie gerade in den 90er Jahren oftmals seine Arbeiten und die Museumsgründung belächelt wurden. In seiner Amtszeit sei ihm allerdings „immer sehr am Herzen gelegen, diesen modernen Maler zu unterstützen, wo es möglich war“, zumal Altomünster neben Orlando in Florida weiterhin sein Heimatort geblieben ist.

Für Walter Gaudnek blieb am Ende dieser Feierstunde nur, all seinen Wegbegleitern und Förderern ein herzliches Dankeschön zu sagen. Ein ganz besonderer Dank aber galt seiner Frau Audrey, die ihn „in all den Jahren ausgehalten und unterstützt hat“. Beiden gehörte dann ein extra dicker Applaus. Gisela Huber

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