Eine von zwei Fotovoltaikanlagen im Gemeindebereich Altomünster steht in Lichtenberg.
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Eine von zwei Fotovoltaikanlagen im Gemeindebereich Altomünster steht in Lichtenberg.

Erneuerbare Energien in Altomünster Trumpf

Altomünster setzt auf Sonnenenergie

Altomünster will weiter auf erneuerbare Energien setzen. Zwei Freiflächen-Fotovoltaikanlagen gibt es schon im Gemeindegebiet. Doch es sollen mehr werden. Deshalb befasste sich der Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss des Gemeinderats mit einem Kriterienkatalog.

Altomünster – „Rein rechnerisch erzeugt die Gemeinde bereits mehr Strom als benötigt wird“, erklärte Altomünsters Bürgermeister Michael Reiter (FWG). Er meint damit den Strom, der durch Solardächer gemeindlicher Anlagen, wie der Turnhalle und dem Bauhof, erzeugt wird. Auch die Feuerwehr ist mit einer Solaranlage auf dem eigenen Dach quasi autark. Hinzu kommen diverse Biomasse-Anlagen.

Doch will die Kommune auf „ein Werkzeug zur Entscheidungsfindung“ zurückgreifen können, wenn weitere Anträge auf Freiflächen-Solaranlagen folgen, so der Gemeindechef. Im Mai 2019 hatte der damalige Gemeinderat vier mögliche Standorte besichtigt und den Kriterienkatalog angeregt. Mittlerweile, so Michael Reiter, sei wieder eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage beantragt worden. Zuhörer war Hans Schweiger, der für die Solarparks vor seiner Haustür, Schmelchen und Lichtenberg, verantwortlich zeichnet.

Fachlich begleitet wurde die Ausschusssitzung vom Aichacher Landschaftsarchitekten Hans Brugger und von Sabine Schöttl von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Dachau. Martina Englmann (CSU) begrüßte einen solchen Rahmenplan ausdrücklich: „Wir wollen erneuerbare Energien fördern, nicht verhindern. Aber die Bevölkerung soll damit leben können.“ Florian Metzger (FWG) verspricht sich davon, objektive Kriterien zu schaffen, zur Orientierung.

Nur die Gemeinde entscheidet

Hans Brugger betonte, dass es jede Menge Gesetze und Verordnungen als Grundlage für die Anlagen gibt, so etwa das Landesentwicklungsprogramm und das Bauplanungsrecht. Doch lautete seine Botschaft: „Die Kommune entscheidet allein. Niemand hat einen Anspruch darauf.“  

Sabine Schöttl ergänzte Bruggers Ausführungen mit Kriterien aus Naturschutzsicht, wie etwa dem Landschaftsbild oder dem Artenschutz. Es mache nach Einschätzung beider Fachleute summa summarum „nicht viel Sinn, etwas ohne rechtlichen Hintergrund zu entwickeln“.

Die Nähe zu Einspeisungspunkten war für Brugger weniger ausschlaggebend. Vielmehr gehe es unter anderem um landschaftsprägende Geländeabschnitte, die beeinträchtigt werden könnten, um die Auswirkung auf mögliche künftige Bau- und Gewerbegebiete, um Blendwirkung oder Einsehbarkeit. Florian Metzger brachte Konversionsflächen ins Gespräch, also Brachflächen oder Flächen, die umgenutzt werden könnten, so geschehen bei der ehemaligen Kiesgrube Lichtenberg. Hans Brugger gab zu verstehen, dass diese mittlerweile keine so große Rolle mehr spielen, sondern eher der Punkt, „ob eine Region als benachteiligt gilt“.

Für den gemeindlichen Umweltreferenten Josef Riedlberger ist die Bodengüte ein wesentlicher Faktor, und damit auch Biogasanlagen. Denn, so Riedlberger: „Mais speichert die Energie“. Nachts oder bei verschneiten Paneelen helfe eine Fotovoltaikanlage wenig. Bürgermeister Reiter hingegen sieht hier eine geringere Energiebilanz und verwies darauf, dass Biomaisanlagen nachteilig seien für die Artenvielfalt.

Am Ende beauftragte der Ausschuss den Landschaftsarchitekten, einen Kriterienkatalog zu erstellen, der später im Gemeinderat besprochen wird.

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