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Umspannwerk soll grüne Energie bündeln

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Steckdosen (Symbolbild).
Mehr grüne Energie ins Stromnetz: Das Umspannwerk soll dazu ein weiterer Schritt sein (Symbolbild). © dpa

Altomünster will einen weiteren Beitrag zur Energiewende leisten: mit dem Bau eines zentralen Umspann werks. Auch Bürger könnten mit ins Boot geholt werden.

Altomünster – Dem Klimawandel durch Ausbau von Sonnenenergie etwas entgegensetzen – das haben sich sowohl die Gemeinde Altomünster als auch das Bayernwerk auf die Fahne geschrieben. Der Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss knüpfte jetzt an die Julisitzung des Gemeinderats an, in der es bereits um „grünen Strom“ ging.

Am Dienstagabend unterhielt sich das Gremium im Beisein mehrerer Zuhörer über ein mögliches Umspannwerk zur Bündelung der Energiegewinnung aus den bestehenden PV-Anlagen wie die in Schmelchen, die erweitert werden soll, und geplanter, wie einer bei Pfaffenhofen. Vor allem möchte man vermeiden, dass jeder Betreiber eines PV-Parks sein eigenes Umspannwerk betreibt. Statt dessen will man mithilfe des Bayernwerks PV-Anlagen verschiedener Betreiber durch den Bau eines zentralen Umspannwerks zusammenfassen, in das zwischen 60 und 80 Megawatt eingespeist werden kann – mit Erweiterungspotenzial.

Dabei dürfe man nicht an das große Umspannwerk bei Bachern denken, betonte Geschäftsleiter Christian Richter. „Unseres wird eine ganz kleine Hausnummer.“ Genauer gesagt wird es sich um ein Gebäude von etwa 60 Quadratmetern handeln auf einem Grundstück mit einem Flächenbedarf von rund 70 Quadratmetern. Die Anlage könnte schlüsselfertig durch das Bayernwerk errichtet werden, wie Simon Schmitt von der Bayernwerk-Netz AG erläuterte. Schmitt hatte bereits im Juli zusammen mit einer Kollegin das Projekt vorgestellt.

Bürgermeister Michael Reiter schwebt dabei vor, einen möglichst zentralen Punkt nahe der 110-kv-Leitung zu finden, die durch das Gemeindegebiet verläuft. Als Standort kommt laut Simon Schmitt unter anderem ein Areal beim „Leitungsknick“ im Zeitlbachtal in Frage. Ins Gespräch gebracht wurde zudem ein Standort auf Sielenbacher Flur, wo bereits eine Bauvoranfrage laufe.

Für Bau und Betrieb müsse jedoch zunächst eine Gesellschaft zwischen Bayernwerk und dem Markt Altomünster gegründet werden. Die wiederum schließt Vorverträge mit den PV-Park-Besitzern ab, die durch Baukostenzuschüsse im Wesentlichen das Projekt finanzieren. Mit ins Boot holt man sich zudem regionale Geldinstitute, so Schmitt.

Für Bau und Einrichtung der Anlage veranschlagte Schmitt etwa 3,2 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa 30 000 bis 40 000 Euro an jährlichen Wartungskosten, die allerdings nicht die Betreiber bestreiten müssen, sondern vielmehr durch Einspeisegebühren wieder hereinkommen. Auf den Markt entfällt bei diesem Projekt ein Gesellschafteranteil von 25 Prozent.

Möglich sei auch eine Bürgerenergie-GmbH, wie sie im Juli zur Sprache kam. Interessierte Bürger investieren kleinere oder auch größere Beträge als „attraktive Geldanlagemöglichkeit“ mit Renditen von zwei bis drei Prozent pro Jahr, wie Schmitt erläuterte.

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Roland Schweiger zeigte sich allerdings skeptisch, was Gewinnausschüttungen und Wirtschaftlichkeit angeht. „Ich wäre schon hochzufrieden, wenn das mit null ausgeht“, meinte er und forderte „belastbare Zahlen“. Schmitt betonte, dass sich eine solche Anlage, die in etwa zwei Jahren fertig sein könnte, bereits bei einer Einspeiseleistung von 35 Megawatt trägt.

Roland Schweiger will zudem, dass künftige Entwicklungen mit einbezogen werden können, wie etwa Windräder. Schweiger schätzt nämlich, dass über kurz oder lang die 10-H-Regel fallen wird. Christian Richter verwies indes darauf, dass der Kommune hierfür die Planungsgrundlagen fehlten.

Zu beschließen gab es an diesem Abend nichts. Bereits am Dienstag, 26. Oktober, wird sich der Gemeinderat nochmal mit Sonnenenergie befassen. Beginn der Sitzung ist um 19 Uhr im Rathaus.

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