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Wolfgang Grimm war 30 Jahre lang im Gemeinderat Altomünster.

Im Gemeinderat Altomünster gibt es ab Mai gewaltige Veränderungen

Zwei verdiente Gemeinderäte gehen

Im Gemeinderat Altomünster gibt es ab Mai gewaltige Veränderungen. Einige kommen neu hinein, altbekannte Gesichter haben sich freiwillig verabschiedet. Am längsten mit dabei sind für die CSU Wolfgang Graf (24 Jahre) und Wolfgang Grimm (30 Jahre).

VON SABINE SCHÄFER

Altomünster – Das Engagement für Kinder und die Jugend sowie für sozial Schwache war Wolfgang Graf immer schon ein Anliegen. Graf war nicht nur durchgängig seit 1996 Gemeinderat und Schulverbandsrat, „er hat auch immer die meisten Stimmen bei den Wahlen erhalten“, hat Bürgermeister Anton Kerle in seiner Laudatio zur Verleihung der Bürgermedaille im Dezember dargestellt, wie beliebt der 63-jährige Altomünsterer „bei den Bürgern draußen“ ist. Auch in vielen Vereinen war und ist der Altomünsterer engagiert.

Deswegen sei es ihm auch nicht schwer gefallen, den Beruf als Logistikkaufmann, die Familie und das Ehrenamt zu vereinen. „Ich war es gewohnt, Termine zu gestalten und wahrzunehmen. Und mit der Oma hatten wir die perfekte Unterstützung“, so der 63-Jährige im Gespräch mit den Dachauer Nachrichten. Er hat seine Arbeit auch immer gern gemacht.

Manchmal hat er sich nur geärgert, wenn Anträge aus Weilern zur Ausweisung von Bauland kamen, und die Kosten blieben dann bei der Gemeinde. Gefreut hat Graf, dass ihn das Gremium immer unterstützt habe, wenn es um „seine“ Kinder- und Jugendarbeit ging. Der CSU-Mann war schließlich Jugendreferent und unter anderem im Sozialausschuss und Kulturausschuss tätig. Außerdem war Graf von 2002 bis 2008 dritter und von 2008 bis 2014 zweiter Bürgermeister. Er fand es stets gut, dass die Beschlüsse quer durch alle Fraktionen gefasst wurden.

Wolfgang Grimm war 30 Jahre lang im Gemeinderat Altomünster.

Die neu gewonnene Zeit will der 63-Jährige vor allem mit Spaziergängen und mit den beiden Enkeln verbringen, die im Nachbarhaus heranwachsen.

30 Jahre lang war Wolfgang Grimm für die CSU im Marktgemeinderat. Als er mit 31 Jahren ins Gremium gewählt wurde, hatte er sich zum Ziel gesetzt, die Heimatgemeinde konstruktiv weiterzuentwickeln und mitzugestalten. Da Grimm als Finanzwirt am Ort arbeitet, fand er es nicht schwierig, Beruf, Familie und Ehrenämter miteinander zu vereinen.

Über Entscheidungen hat er sich selten geärgert, eher über renitente Bürger. Beim „Holzweg“ und vor allem beim „Vogelgarten“ habe es oft sogar sehr beleidigende Angriffe gegeben. Besonders getroffen habe ihn eine Stellungnahme aus dem Vogelgarten, in der dem Gemeinderat allgemein unter anderem „geistiger Dilettantismus“ vorgeworfen wurde. „Man befasst sich so lange und ausführlich mit einem Thema, und dann kommt sowas“, räsoniert Grimm.

In den vergangenen 20 Jahren sei es oft nach dem St. Floriansprinzip gegangen. Hinschmeißen wollte er zwar nie, aber jetzt auch nicht mehr kandidieren. Als Finanzwirt war Grimm unter anderem im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Rechnungsprüfungsausschuss.

Ganz besonders viel Spaß hat dem Vater von drei mittlerweile erwachsenen Kindern die Arbeit im Partnerschaftskomitee gemacht. Als Vorsitzender freue er sich, dass die Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Nagyvenyim seit 26 Jahren mit Leben erfüllt ist. Diese Aufgabe will er auch weiterführen.

Auf die Fahne kann sich der 61-Jährige zudem die Organisation der historischen Feste (unter anderem „600 Jahre Marktrechtserhebung“ 1991 mit etwa 20 000 Besuchern) schreiben. „Das war damals alles Neuland“, betont Grimm.

In ein Loch wird Wolfgang Grimm nach seinem Ausscheiden nicht fallen. Er will weiter in der Öffentlichkeit präsent sein und den TSV, bei dem er seit Jahrzehnten zweiter Vorsitzender ist, unterstützen.

Aus der CSU scheiden ebenso aus: Karl Reiter und Dr. Stephan Schultes (beide sechs Jahre) sowie Maria Riedlberger (12 Jahre).

Sabine Schäfer

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