+
Der Musik verschrieben: Anderl Miesl ist gestorben.

Nachruf: Anderl Miesl gestorben

Trauer um einen großen Volksmusiker

Sein letzter Ton ist verklungen: Volksmusikant Anderl Miesl aus Thalhausen ist gestorben. Der bekannte und beliebte Akkordeonspieler, Trompeter und leidenschaftliche Sänger hinterlässt eine große Lücke.

Thalhausen – Große Trauer herrscht nicht nur in Thalhausen, sondern weit über die Landkreisgrenzen hinaus über den Tod des allseits bekannten und beliebten Volksmusikanten und ehemaligen Versicherungsfachmannes Anderl Miesl. Noch in der vergangenen Woche konnte er seinen 86. Geburtstag begehen, doch nun heißt es doch überraschend von ihm Abschied zu nehmen.

Um ihn trauern seine Ehefrau Cilli, die beiden Töchter und der Sohn sowie die sechs Enkelkinder, die immer seine ganze Freude waren. Mit Anderl Miesl geht ein ganz besonderer Mensch der Marktgemeinde verloren, einer, der sich von jungen Jahren an der Musik verschrieben hat und diese bis zuletzt gepflegt hat. 

Ganz besonders wichtig war ihm, dass das alte Volksliedgut auch an die nächsten Generationen weitergegeben wird. Deshalb hat er schon vor Jahren viele alte Lieder, aber auch die gängigen modernen in seinem grünen Singbücherl zusammengetragen, dem bald noch ein weiteres gefolgt ist.

Damit lud er seine Mitbürger zum gemeinsamen Singen ein. Und die Ausrede: „Ich weiß den Text nicht mehr“, konnte er durch seine Bücher nicht mehr gelten lassen. Gerne scharten sich die Männer und Frauen um ihn, sei es bei den Friedberger „Montagssängern“, im Haus der Senioren in Aichach, im Grubet, bei den „bairischen Singstunden“ im ganzen Land, bei vielen Heimatabenden und Hoagarten. Und es machte ihm unheimlich Freude, mit seinem Akkordeon zu spielen und mit den Menschen zu singen. Er hinterlässt eine große Lücke, denn wann immer es seine zuletzt angeschlagene Gesundheit zuließ, war er für eine Singstunde bereit, schrieb neue Texte und Lieder und brachte stets eine ganz große Portion Humor mit.

Anderl Miesl war kein Mensch, der im Vordergrund stehen musste, sondern für ihn war es wichtig, dass sich die Leute freuten, mitzumachen und die Volksmusik als ein Stück Heimat zu empfinden. Mit der „Golden Band“ hat er früher zu den Zeiten der großen Tanzmusik im ganzen Umland für viel Schwung gesorgt.

Aber er war auch ein großer Blasmusiker. War er schon von jungen Jahren an, vor allem mit dem Ettner Jackl, ein eingespieltes Team für diverse Feste, humoristische Einlagen und eine Vielzahl von lustigen Couplets, so baute er die Pipinsrieder Musikanten als Gründungsdirigent vor rund 40 Jahren mit auf. Später wiederholte er das Gleiche in der Sielenbacher Blaskapelle, und immer war er mit seiner Trompete auch als Spieler dabei.

Unzählige Male hat er wohl als „Friedhofsmusikant“ das „Feierabendlied“ geblasen, nun wird es wohl ein letztes Mal für ihn erklingen. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung ist am morgigen Samstag, 4. März, um 10 Uhr in der Pfarrkirche von Thalhausen. Am heutigen Freitag findet dort um 18.30 Uhr ein Rosenkranz statt.

gh

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schwierige Rettung nach Überschlag
Ein Überholversuch auf der A8 endet mit mehrfachem Überschlag auf der Straße. Zwei Personen sind dabei schwer verletzt worden. Die Rettung des Fahres war schwierig.
Schwierige Rettung nach Überschlag
Ein würdiger Ausdruck des Vermächtnisses
Seit den 1980er Jahren kämpfte Max Mannheimer gegen das Vergessen des Holocausts. Dafür ist ihm die Stadt Dachau dankbar – und setzt ein Zeichen gegen das Vergessen des …
Ein würdiger Ausdruck des Vermächtnisses
Jetzt wird das Marktplatzkonzept vorgestellt
Zwei Klausuren, zwei Gesprächsrunden mit den Anwohnern, eine Reihe Expertengespräche. In Sachen neuer Marktplatz in Indersdorf ist einiges geschehen. Jetzt will die …
Jetzt wird das Marktplatzkonzept vorgestellt
„Die meisten merken ihr Fehlverhalten erst über ihren Geldbeutel“
Die Strafen für Rettungsgassen-Blockierer könnten höher werden. Sven Langer vom Dachauer THW ist jedoch skeptisch.
„Die meisten merken ihr Fehlverhalten erst über ihren Geldbeutel“

Kommentare