Seit dem ersten Tag dabei ist Kindergartenleiterin Theresia Ernst, rechts Bürgermeister Michael Reiter.
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Seit dem ersten Tag dabei ist Kindergartenleiterin Theresia Ernst, rechts Bürgermeister Michael Reiter.

Kindergarten in Pipinsried feiert 30-jähriges Beste

30 Jahre Kindergarten in Pipinsried: Anfangs war jeder Tag wie Weihnachten

Es war frisch, ein bisschen regnete es – und doch wurde allen warm ums Herz, die beim Kindergartenfest zum 30-jährigen Bestehen des Pipinsrieder Kindergartens mitfeierten.

VON GISELA HUBER

Pinpinsried - „Damals war das Wetter schöner“, bemerkte Kindergartenleiterin Theresia Ernst in ihrem kurzen Rückblick auf die Einweihung vor drei Jahrzehnten. Mit 23 Kindern stand sie bei der Eröffnung vor der Türe des ehemaligen Schulhauses, das künftig im unteren Stockwerk ihr Domizil werden sollte. Nicht ein einziges Möbelstück befand sich damals in den Räumen. „Die wurden erst nach und nach geliefert, und ich hab’ damals schon die fleißigen Eltern gebeten, dass sie uns beim Einräumen helfen sollen.“

Dieses Zusammenwirken sollte all die Jahre als „Geben und Nehmen“ erhalten bleiben, betonte Ernst jetzt zurückblickend. Für die Kinder jedenfalls sei damals fast bis in den Dezember hinein jeden Tag ein bisschen Weihnachten gewesen, weil immer wieder Spielsachen geliefert wurden, die sie dann auspacken durften.

„Wir haben immer sparsam gewirtschaftet“, erklärte die Leiterin, doch es habe ihnen an nichts gemangelt. Stolz ist sie darauf, dass sie vor kurzem eine neue Küche bekommen haben, aber auch darauf, dass sie immer noch das „alte“ Mobiliar besitzen, mit dem sie begonnen haben.

Nur einmal war sie in den drei Jahrzehnten ihres Schaffens traurig, als kurzzeitig nur noch wenige Kinder den Pipinsrieder Kindergarten besuchten, so dass sogar im Gemeinderat von einer Schließung der Einrichtung die Rede war. Doch der Kindergarten bekam nochmal eine Chance – und siehe da, der Andrang bei den Kindergartenplätzen stieg wieder, so dass teilweise fast 30 Kinder in den alten Schulraum drängten. „Da kam dann die zündende Idee von den Eltern, mit einem Wintergarten am Haus nicht nur mehr Platz, sondern auch mehr Licht in den Kindergarten zu bringen.“ Dafür legten die Eltern wieder kräftig Hand an, wie im Laufe der Jahre immer wieder, ob für den Garten, die Häuschen oder die Sitzbänke.

„Das alte Haus ist schon ein Schmuckstück“, meinte die Leiterin, das sie mit den Pipinsrieder Musikanten schon so lange teilt. „Wir waren sogar in Rosenmüllers Filmen ,Beste Heimat‘ und ,Beste Gegend‘ dabei – und das mit den Kindern“, erzählte Theresia Ernst , woraufhin eine Mutter gespielt entrüstet protestierte: „Und das erfahren wir erst jetzt?“

Die Kinder waren oft die Stars im Dorf, denn sie bekamen fünf Mal die Auszeichnung „Haus der kleinen Forscher“, machten die Qualifizierung in der Sprache, wurden das „Öko-kick-Haus“, das Minister Marcel Huber auszeichnete, und bekamen eine Auszeichnung vom Bayerischen Rundfunk zum Thema „Gutes Hören“.

Theresia Ernst bedankte sich bei Bürgermeister Michael Reiter und der Gemeinde für die Unterstützung in all den Jahren. Ein Dankeschön gehörte aber vor allem all den Helferinnen, die ihr in den drei Jahrzehnten zu Seite standen – derzeit ist es Selma Ittner –, die mithalfen, die Kinder zu kleinen Persönlichkeiten zu formen.

Bürgermeister Michael Reiter betonte seinerseits, dass die Gemeinde nur das Gebäude und die Ausstattung zur Verfügung stellen könne, die Arbeit mit den Kindern und die Vermittlung der Herzensbildung aber sei die Aufgabe der Erzieherinnen. Er freute sich, dass einige der anwesenden Eltern unter jenen waren, die damals als erste den neuen Kindergarten in Pipinsried beziehen durften. Für die Kinder hatte der Bürgermeister als Überraschung Eis mitgebracht.

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