Beim Zentraltreppenhaus muss durch Verkleinerung der einzelnen Treppenläufe das Treppenauge aufgeweitet werden, damit hier ein Aufzug hineinpasst.  Foto: gh
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Beim Zentraltreppenhaus muss durch Verkleinerung der einzelnen Treppenläufe das Treppenauge aufgeweitet werden, damit hier ein Aufzug hineinpasst.

Die Altomünsterer Schule bekommt einen Aufzug

Die Grund- und Mittelschule Altomünster wird Zug um Zug barrierefrei. Die Schulverbandsversammlung hat jetzt einen im wahrsten Sinne des Wortes „wegweisenden“ Beschluss gefasst.

Altomünster – Im Jahr 2017 hat sich die Schulverbandsversammlung vorgenommen, die Schule nach und nach behindertengerecht und damit barrierefrei zu machen. Begonnen wurde mit dem Umbau der Bushaltestelle am Haupteingang, mit einem ebenerdigen Schuleingang und zuletzt mit der Umgestaltung des Pausenhofs sowie der ebenerdigen Anbindung zu den Außenanlagen und dem Hartplatz.

Am Dienstag beschloss die Schulverbandsversammlung einen weiteren wichtigen Baustein zur Beseitigung von Mobilitätshindernissen: den Einbau eines Aufzugs im Zentraltreppenhaus. Dafür hatte das Gremium die Sitzung in das Lehrerzimmer der Schule verlegt, um zusammen mit dem Bautechniker im Marktbauamt, Matthias Krimmer, die Situierung und die nötigen umfangreichen Arbeiten zu diskutieren.

Das Hauptproblem liegt in dem zu schmalen Treppenauge. So bezeichnet man bei einer Treppe die lichte Öffnung oder den Luftraum, der von Treppenläufen und Absätzen gebildet und umschlossen wird. Bei den Treppenläufen konnte Krimmer einhaken. Denn die wurden sehr breit gehalten. Außerdem handelt es sich im Zentraltreppenhaus um Doppeltreppen. Die Lösung: Die Treppenläufe werden jeweils um ein paar Zentimeter verkleinert, damit sich das Treppenauge aufweitet und Platz genug bietet für den Einbau eines Aufzugs. Weil der Bestandsbelag dann ohnehin beschädigt wird, soll auch der ausgetauscht werden. Die Kosten bezifferte Krimmer mit rund 620 000 Euro, wobei es eine 50-prozentige Förderung durch den Freistaat gebe.

Konkret geplant und ausgeschrieben wird im nächsten Jahr. Die Umsetzung wird laut Bürgermeister Michael Reiter aber erst 2022 stattfinden. Schließlich brauchen auch die Aufzugsfirmen einen gewissen Vorlauf. Angedacht ist eine Bauzeit von etwa drei Monaten ab etwa Juli 2022. Das werde sich wohl ein wenig mit dem Schulbetrieb überschneiden, sei aber leider nicht vermeidbar. Während dieser Zeit müssen wohl auch die jetzigen zwei Fluchttreppenhäuser benutzt werden. Als Rettungsweg muss wiederum zeitweise eine andere Lösung gefunden werden, so Geschäftsleiter Christian Richter.

An diesem Abend wurde auch das Grundgestell für eine Rampe vom Erd- zum Zwischengeschoss, wo unter anderem das Lehrerzimmer untergebracht ist, vorgestellt. In den nächsten Wochen soll der Belag verändert und ein Handlauf angebracht werden.

In den nächsten Jahren gibt es laut Matthias Krimmer noch weitere Barrieren in der Schule zu beseitigen: „Es müssen alle WC-Anlagen und die Anbindung zur Turnhalle umgebaut werden.“

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