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Ausstellung gegen Kulturhunger

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Mann spielt Zither
Schöne Einlage: Robert Gasteiger unterhielt mit Zithermusik. © Gisela Huber

In Altomünster ist die Ausstellung „Postkarten aus der guten alten Zeit“ eröffnet worden. Endlich wieder ein bisserl Kultur.

Altomünster – Lange haben die Gäste der Ausstellungseröffnung im Altomünsterer Museum nach Kultur gehungert. Am Sonntagnachmittag wurde dieser Hunger mit der Eröffnung von „Postkarten aus der guten alten Zeit“ gelungen gestillt.

In wenigen Wochen feiert das Museum 25-jähriges Bestehen. Es wird komplett von Ehrenamtlichen betrieben. Für den Museumsleiter Prof. Dr. Wilhelm Liebhart war es daher sehr erfreulich, dass er so viele Gäste aus dem Dachauer, aber auch dem Aichacher Landkreis begrüßen konnte, darunter MdL Bernhard Seidenath, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki, Altomünsters Vizebürgermeister Hubert Güntner sowie den 3. Bürgermeister Josef Riedlberger, den Aichacher Kreisheimatpfleger Michael Schmidberger und nicht zuletzt den Ehrenvorsitzenden des Museumvereins, Peter Schultes.

Liebhart betonte, dass sich der Museumsverein nach langem Ringen entschlossen hatte, dass Altomünster doch ein Zeichen setzen möchte in Sachen Kultur: Trotz der strengen pandemiebedingten Auflagen sollte die Ausstellung präsentiert werden. Umso mehr freute es ihn, dass der Auftakt so gut gelan. Der Dachauer Kreisrat Robert Gasteiger bereicherte die Vernissage wieder mit seinem Zitherspiel.

Hubert Güntner eröffnete diese Auftaktveranstaltung und bedankte sich in diesem Zug für die 25 Jahre, die es das Museum gibt. Er lobte die Ehrenamtlichen für die Organisation der stets unterschiedlichsten Angebote, Vorträge und Ausstellungen, diese seinen „eine große Bereicherung für die Marktgemeinde“.

Für die neue Ausstellung dankte er vor allem dem Altomünsterer Antiquitätensammler Peter Fink, der auch zu den Gründungsmitgliedern des Museums gehört. Fink stellte die vielen Postkarten aus der Sammlung seiner Großmutter Karoline Maurer für die Ausstellung zur Verfügung.

„Damals“, so Güntner, „war eine Postkarte ein wertvolles Andenken an einen lieben Menschen, der geschrieben hat, denn die Menschen hatten keine andere Möglichkeit, sich auszutauschen, als schriftlich“. Deshalb sei dieses Familienerbe Finks von besonderer Bedeutung für die Zeit um 1900. Güntner wies auch darauf hin, dass Altomünster ein wichtiges fotografisches Erbe von Foto Baumann erhalten habe, das bis in die Zeit von 1890 zurückreicht und nun digitalisiert wurde.

Postkarte (Kleeblatt)
Postkarten aus der guten alten Zeit wie diese sind derzeit in Altomünster zu sehen. © Gisela Huber

Die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki zeigte sich vom Ideenreichtum der Museumsverantwortlichen fasziniert, die es schafften, mit den unterschiedlichsten Veranstaltungsformen Besucher zu begeistern. „Ihr werdet Eurem Kulturauftrag voll gerecht“, lobte sie. Auf vielfältigste Weise sei im Museum schon Kunst und Kultur, Geschichte und Handwerk gezeigt worden – und dies stets in humorvoller, lehrreicher, aber auch nachdenklicher Art. „Ich wünsche Euch weiterhin eine unverändert hohe Anziehungskraft, viele neue Erfahrungen und eine ungebrochene Inspiration“, betonte Klaffki.

Nach Gasteigers Zitherklängen und Erklärungen zur Ausstellung konnten sich die Gäste selbst ein Bild machen, mit welch schönen Postkarten man einst seine Angebeteten, seine Freunden oder Bekannten bedachte und wie oft auch das letzte Stückchen Platz auf der Karte für ein paar liebe Zeilen genutzt wurde.

Die Ausstellung kann bis Ende Juni besucht werden, und zwar jeweils von Donnerstag bis Samstag von 13 bis 16 Uhr und an den Sonntagen von 13 bis 17 Uhr. Die Kuratoren sind Peter Fink, Klaus Peter Zeyer und Regina Schüffner.

Gisela Huber

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