Bürgerversammlung Altomünster

Ein ganzer Katalog von Fragen

Er hatte sich auf eine eher ruhige Bürgerversammlung eingestellt, doch daraus wurde nichts. Viele Fragen und Anliegen prasselten auf den Altomünsterer Gemeindechef Anton Kerle am Dienstagabend ein.

Von Sabine Schäfer

Altomünster – Einen wahren – schriftlich eingereichten – Fragenkatalog von Peter Erhorn arbeitete Bürgermeister Kerle gleich zu Anfang ab. Dabei ging es unter anderem um die Bitte einer Lärmschutzmessung für die Stumpfenbacher Straße, für die Kerle aber keine Veranlassung sah. Erhorn macht auch der hauptsächlich landwirtschaftliche Verkehr zu schaffen, der manchmal bis ein Uhr nachts andauere. Der Gemeindechef warb dabei um Verständnis für die Landwirte, da das Zeitfenster gerade in Erntezeiten sehr eng sei. Zudem seien es nicht die Fahrbewegungen an sich, die Probleme bereiten, sondern die Abrollgeräusche der Fahrzeuge.

Erhorn fragte auch nach, wann die Ruppertskirchner Straße ausgebaut werde. Hier musste Anton Kerle aber um Geduld bitten, da erst die Kanalsanierung erfolgen müsse. Zudem müsste das Sandgrubenfeld im Fall der Bebauung über die Ruppertskirchner Straße erschlossen werden. „Das geht nicht anders“, so Kerle.

Wildes Parken war nicht  allein Peter Erhorns Thema. Er aber beklagte speziell die Zustände rund um das Pflegeheim. Dazu erklärte ihm der Gemeindechef, dass es bereits Gespräche mit den Betreibern gegeben habe, Parkplätze zu markieren, damit nicht auf den Gehwegen geparkt wird. Das sei noch nicht umgesetzt worden. Für alle noch genannten Straßen erklärte Kerle zusammenfassend, dass man am Ende wohl zur harten Keule der Park- und Halteverbote greifen müsse, wenn sich die Zustände nicht ändern. Die Gemeinde erwäge zudem, nicht nur den fließenden, sondern den ruhenden Verkehr ebenfalls stärker zu überwachen und dafür die gebuchten Stunden beim Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung auszuweiten. Dann könnten auch gewisse Rennstrecken besser überwacht werden.

Erhorn fragte zudem, wie die Kommune zum anhaltenden Flächenverbrauch stehe. Anton Kerle erklärte, dass die Gemeinde Altomünster im Schnitt um ein Prozent wachse. „Das ist mehr als moderat. Das passt für uns.“ Es sei laut Kerle ohnehin gerade schwierig, Grundstücke zur Bebauung zu bekommen. „Ein Grundstück ersetzt heute das klassische Sparbuch.“ Deswegen sei es zunehmend eine Option, innerorts zu verdichten. Derzeit werde auch ein neues Einheimischenmodell ausgearbeitet. Dies beinhalte den Passus, dass Grundstücke innerhalb einer gewissen Zeit bebaut werden müssen. Bei früheren Ausweisungen habe die Gemeinde leider keine Handhabe, wenn nicht gebaut wird, antwortete Kerle auf eine entsprechende Frage.

Sabine Avenarius schlug in diesem Zusammenhang vor, alte Häuser nicht abzureißen, sondern zu sanieren und in Wohnraum umzugestalten. Seit 2015, als man Wohnraum für Flüchtlinge gesucht hat, wisse die Gemeinde, dass es im Grunde viele leer stehende Häuser gebe. Die Verwaltung habe auch Gespräche geführt mit Hausbesitzern, die entweder erklärten, sie wollen nach diversem Ärger mit Mietern nicht mehr vermieten oder sie scheuten die Kosten einer Sanierung. Allerdings gebe es auch schöne Beispiele, dass saniert wird, wie etwa das Bayerl-Anwesen – auch wenn der Denkmalschutz hohe Auflagen stelle. „Aber jede Gemeinde hat ihre Pfunde, mit denen sie wuchern kann“, so Kerle und nannte das historische Ortsbild und die alte Bausubstanz, beispielsweise bei der „ganz alten Schule“.

Beschädigte Gehwege oder Straßen, wie etwa der „löchrige Hochweg“, den Sabine Avenarius ansprach, will die Gemeinde ins Visier nehmen. Gleiches gilt für zugewachsene Grabendurchlässe, die Richard Ostermeier monierte. „Wir wollen dahin kommen, das wir jedes Jahr ein bisschen was davon erledigen können“, betonte Bürgermeister Kerle.

Dorothee Kugler, Gründungsmitglied des Vereins Altobad, wollte wissen, ob die Gemeinde eine aktive oder abwartende Haltung in Sachen Freibad einnehme. „Es gibt den unveränderten Beschluss, dass die Gemeinde sich beteiligt, sich aber nicht mit mehr als 350 000 Euro bereit sei, einzubringen. „Wenn es ein Konzept gäbe, womit man das zu moderaten Kosten realisieren könnte, dann ja“, erklärte Kerle.

Susanne Meyer-Bremen geht nach eigenem Bekunden gern zu Veranstaltungen ins Museum. „Aber warum muss ich da so frieren?“ fragte sie. Eine Frage, die bei Anton Kerle Schmunzeln auslöste. Das sei immer auch subjektives Empfinden. Die Frage leitete er jedoch weiter an Prof. Dr. Wilhelm Liebhart, den Vorsitzenden des Museumsvereins. Der klärte darüber auf, dass das mit der Blockheizung für Kindergarten und Museum zusammenhänge. Wenn die Heizung im Kindergarten heruntergefahren werde, wirke sich das auch aufs Museum aus. Deswegen, so Anton Kerle, müssten Veranstaltungen rechtzeitig im Rathaus angemeldet werden. Dann könne man die Heizung anders steuern.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wichtige Entlastung für die Lebensretter: Förderverein für BRK gegründet
Seit acht Jahrzehnten arbeitet die Ortsgruppe Altomünster des Bayerischen Roten Kreuzes ehrenamtlich. Seit wenigen Tagen gibt es nun einen Förderverein, der sich ums …
Wichtige Entlastung für die Lebensretter: Förderverein für BRK gegründet
Franz Scherm greift nochmal an
Franz und Andreas Scherm wollen dasGebäude, in dem heute das Kaufhaus Rübsamen untergebracht ist, zu einem neuen Schmuckkastl der Altstadt umbauen. Das Modegeschäft soll …
Franz Scherm greift nochmal an
„Sie vermitteln Musik, die begeistert“
Ein Hochgenuss für alle Blasmusikfreunde waren die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 70-Jährigen der Blaskapelle Langenpettenbach. Zudem sorgte ein bekannter Pfarrer für die …
„Sie vermitteln Musik, die begeistert“
Die Familienpraxis
Die Zahnarztpraxis von Familie Albrecht ist ein echtes Familienunternehmen. Denn: Mit Heinrich, Heinz und Marcus Albrecht hat die Praxis seit 1958 schon drei …
Die Familienpraxis

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.