Diskussion bei Freien Wählern um Baulandausweisungen

„Pipinsried lässt man aussterben“

Es ist ihm eine Herzensangelegenheit, und das schon lange: Der frühere Pipinsrieder Gemeinderat Hans Lampl will, dass junge Leute im Ort bauen können. Dies sprach er auch bei der Jahresversammlung der Freien Wähler Altomünster an.

Von Sabine Schäfer

Altomünster – Von 1990 bis 2014 saß Johann Lampl selbst im Gemeinderat Altomünster und hat das Thema damals schon angestoßen. Der damalige Bürgermeister Konrad Wagner (Freie Wähler) knüpfte in den letzten Jahren seiner Amtszeit erste Kontakte zu Grundstücksbesitzern. Doch dann ist das Thema eingeschlafen, so Lampl.

„Beim neuen Gemeindechef stoße ich immer wieder auf taube Ohren“, erklärte Hans Lampl am Freitagabend einmal mehr beim Jahrestreffen der Freien Wähler Altomünster im Kapplerbräu (separater Bericht folgt). Denn bei jeder Bürgerversammlung in Pipinsried schneidet der Ex-Gemeinderat das Thema an. Und er zeigt dabei auch ein ums andere Mal auf, dass es sogar Baugrund gibt für junge Leute, die gern im Ort bleiben möchten: Baugrund in einer Hand, im Flächennutzungsplan bereits beinhaltet. Dabei handelt es sich um ein Areal der Kirchenstiftung St. Dionys. Und die wäre noch dazu zum Verkauf bereit. Der Pfarrgemeinderat habe dies vor einiger Zeit befürwortet, weiß Lampl.

Er fühlt sich dabei allerdings auch von seinen Kollegen bei den Freien Wählern im Stich gelassen. „Jedes Mal komme ich zu den Jahrestreffen, weil ich etwas bewegen will für unsere Bürger. Aber es gibt noch nicht mal Anfragen der Freien Wähler dazu im Gemeinderat. Pipinsried lassen wir aussterben“, zeigte sich Lampl gegenüber seinen Kollegen fast schon ein bisschen resigniert.

Man habe diese Thematik schon auf dem Schirm, meinte FW-Sprecher Hubert Güntner. Das Problem stelle scih nämlich auch in Orten wie Hohenzell oder Ober-/Unterzeitlbach.

Im Verlauf der emotionalen Diskussion machten mehrere Freie Wähler aber auch deutlich, dass Bauangelegenheiten allgemein viel zu langsam abgewickelt würden, weil das Marktbauamt mit vier Mitarbeitern schlichtweg unterbesetzt sei. „Das Bauamt gehört aufgestockt. Da müsst Ihr Druck machen“, meinte zum Beispiel Ex-Gemeinderat Michael Gailer.

„Im Bauamt stockt es seit längerem. Wir müssen das zum Anlass nehmen, die Problematik zu thematisieren“, fand auch Hubert Güntner. „Wir stehen auch mit weiteren Gewerbegebieten auf dem Schlauch“, stimmte Manfred Keller zu. „Dieses Bauamt hat Aufgaben ohne Ende und kommt kaum nach“, erklärte zudem Josef Obeser. Der Architekt und Gemeinderat machte jedoch deutlich, dass Bauangelegenheiten mitunter auch an Anliegern scheitern. Er nannte als Beispiel ein geplantes Mehrfamilienhaus am Vogelberg, das mit einer Unterschriftenliste verhindert worden sei.

Obeser riet Lampl zudem, einen schriftlichen Antrag in der Pipinsrieder Angelegeneit zu stellen und somit offiziell an die Verwaltung heranzutreten. Unterstützt wurde er dabei von Gemeinderat Michael Stich. Davon zeigte sich Hans Lampl aber nicht unbedingt begeistert. „Ich fühle mich da schon ein bisschen im Stich gelassen.“

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