Versammlung des Freibadvereins Altomünster

Die Luft ist raus, die Frustration groß

Seit drei Jahren gibt es den Freibadverein Altomünster. Doch die Frustration ist groß, weil es nur noch mehr als schleppend vorangeht. Hitzig und gleichzeitig ergebnislos war daher die Mitgliederversammlung am Donnerstagabend.

Von Gisela Huber

Altomünster– Um es vorwegzunehmen: Es gab viele Diskussionen bei der Jahresversammlung im Barwerk, wie es mit dem Badverein oder dem geplanten Freibad in Altomünster weitergehen soll. Es wurde sogar darüber nachgedacht, den Verein aufzulösen oder in „Dauerschlaf“ zu verfallen, wie sich Vorsitzende Renate Farda ausdrückte, oder aber den letzten Rest an Energie zusammenzukratzen und in der Sache weiterzukämpfen. Welche Variante gewählt wird, stand am Ende nicht fest. Die turnusmäßigen Vorstandswahlen scheiterten mangels Kandidaten, so dass es im Februar eine weitere Versammlung geben muss.

„Die Frustration ist groß bei allen Beteiligten“, erklärte Renate Farda und auch sie selbst wollte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten. „Das Bad liegt mir weiterhin sehr am Herzen und wir haben auch in der Vorstandschaft hervorragend zusammengearbeitet“, betonte sie, aber sie habe einfach nicht die Fähigkeit, das Vorhaben auf allen Ebenen durchzuboxen.

Christian Schweiger, der zum Wahlleiter ernannt worden war, war leicht entsetzt, dass niemand aus dem Vorstand sich weiter zur Verfügung stellte. „Da müsst ihr erst eure Hausaufgaben machen!“, meinte er, denn ohne Vorschläge könne man in keine Jahresversammlung gehen.

Dass die Luft überall raus ist, war deutlich zu spüren. Renate Farda beteuerte in ihrem Rückblick, dass von Anfang an nie die Rede davon gewesen sei, dass der Verein das Bad selber bauen müsse. Es habe immer nur geheißen, dass er nur für den Betrieb zuständig sein soll. Der Verein habe seit seiner Gründung viel geleistet, sich Grundstücke und Naturbäder in anderen Orten angeschaut, mit der Nachbargemeinde gesprochen, um vielleicht das Bad gemeinsam zu stemmen und über eine Genossenschaft nachgedacht.

Es sei bald klar gewesen, dass ohne Mittel durch die Leaderförderung von Dachau Agil (derzeit ausgeschöpft) das Projekt nicht verwirklicht werden könne. „Aber wir können unsererseits gar nicht mehr machen, denn wir können weder einen Förderantrag stellen, noch eine Kostenrechnung erbringen“, so Farda.

Das Freibad würde aber schon daran scheitern, weil kein geeigneter Grund vorhanden ist. Die Fläche am Kalvarienberg fand die Vorsitzende zwar „wunderbar“, aber ohne Möglichkeit, dort Parkplätze anzulegen, ungeeignet. Christian Schweiger nannte den Platz dort zwar romantisch, aber feucht und in einer Kaltluftzone gelegen. Die Anlieger hätten sich auch nicht gerade gefreut über die Aussicht, dass alles zugeparkt worden wäre.

Warum man den Platz am Bahnhof, genauer am Koppberg, nicht besser verfolgt habe, der schon von der Infrastruktur her hätte punkten können, fragte Schweiger nach. Außerdem sei der Ort für Gäste leichter erreichbar.

„Wenn ein geeignetes Grundstück zur Verfügung steht, ist der Gemeinderat sicher gewillt, mehr für ein Bad auszugeben“, war Georg Huber jun. der Ansicht. „Altomünster ist ein Kleinzentrum und soll auch für die Bürger was machen“, so Christian Schweiger, der überzeugt war, dass Kompromisse gefunden werden können, auch bei den Kosten. „Es gibt aber keine verlässliche Planung oder Finanzierung durch den Verein“, bemängelte Gemeinderat Wolfgang Grimm. Deshalb werde auch der Gemeinderat nichts weiterverfolgen.

Dorothee Kugler stellte fest. dass der Verein Pionierarbeit geleistet habe. „Aber es geht nicht weiter, wenn uns die Gemeinde nicht den Rücken stärkt“, bedauerte sie, vor allem die fehlende Kommunikation. Hier schaltete sich Gemeinderat Michael Reiter ein, der selbst dem Vorstand des Badvereins angehört und jetzt jegliche Schuldzuweisungen als fehl am Platze bezeichnete. „Ich bin ein absoluter Verfechter des Bades, aber es wird nur was, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagte er, was ihm einen kräftigen Applaus einbrachte. Allerdings könne er mit den vorliegenden Kostenschätzungen einem Bau nicht zustimmen.

Christian Schweiger meinte am Ende: „Ich wehre mich dagegen, dass das Projekt tot ist.“ Deshalb schlug er der Versammlung vor, ein Projektteam zu bilden, bei dem auch beide politische Parteien vertreten sind. Er selbst wolle gerne mitarbeiten. Er hofft zudem , dass sich dann auch ein Vorstand findet. Der Badverein will seinen Kassenbestand nun für eine Planung zur Verfügung stellen.

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