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Stolz: Ingrid und Rudi Scheuböck (Mitte) mit Joseph Rast und Simon Riedl. 

Musikverein Altomünster

Ein besonderer Titel und zwei Ehrennadeln

Altomünster - Sie sind beliebt und hoch geschätzt in Altomünster. Und beim örtlichen Musikverein beinahe eine Institution. Jetzt wurden Ingrid und Rudi Scheuböck für ihr Engagement ausgezeichnet.

Es gehörte wohl zu den seltenen Momenten im Leben von Ingrid und Rudi Scheuböck, dass beide total überrascht und sprachlos waren. Der Dirigent des Musikvereins, Joseph Rast, aber hat dies bei seiner Laudatio beim Ehrenabend zum 40-jährigen Bestehen des Musikvereins geschafft. Und das hatte seinen besonderen Grund.

Rast holte dabei ein wenig aus und stellte die Frage, was die Frauen und Männer vor 40 Jahren bewogen habe, den Musikverein zu gründen, wer die ersten Musikanten waren und was ihnen den Anstoß dazu gab. Aber noch wichtiger war für ihn die Frage, wieviele Mitglieder inzwischen hinter diesen Leuten stehen, die den Verein zum Wachsen und zur reichen Blüte gebracht haben. Zweifelsfrei gehörte seiner Ansicht nach zu diesem Personenkreis Ingrid Scheuböck, die abseits vom Scheinwerferlicht im „stillen Kämmerlein (vor allem vor dem Probenraum)“ wirkte. Zuweilen habe sie den strengen Ton eines Feldwebels angeschlagen, meinte Rast augenzwinkernd, zog aber gleichzeitig den Hut vor dem, was sie alles vor dem Musikraum stets bewerkstelligte: Kaffee kochen, frischen Kuchen servieren, die Eltern betreuen, die Schüler einteilen, den Unterrichtsplan erstellen und einfach für die Kinder und die großen und kleinen Musikanten da sein. Man dürfe sie getrost die „Mutter der Kompanie“ nennen, denn diesen Titel habe sie sich allemal verdient. Noch viel schöner aber fand es Joseph Rast, dass er Ingrid Scheuböck für ihr jahrzehntelanges Wirken mit der Ehrennadel in Gold auszeichnen und sie zum Ehrenmitglied des Vereins ernennen durfte.

„Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau!“ Das würde auch bei den Scheuböcks zutreffen, betonte Rast oder sollte es hier umgekehrt sein? Auf jeden Fall blieb Rudi Scheuböck angesichts der vielfältigen Aufgaben seiner Frau nichts anderes übrig, alsebenfalls beim Musikverein tätig zu werden. Nach dem Motto: „Da Papa macht des scho“ wurde er fest ins Vereinsleben eingebunden und leitete 20 Jahre lang den Musikverein als Vorsitzender und ist heute noch als Stellvertreter tätig. Er war und ist beliebt und hochgeschätzt bei den Musikanten und Mitgliedern zugleich und vor allem sein ruhiger Charakter wird sehr geschätzt.

Noch geprägt von den eigenen Jugendjahren der Nachkriegszeit, war es ihm daher immer „Triebfeder und Ansporn zugleich, den Kindern heute einen Musikunterricht zu ermöglichen“. Für seine Verdienste konnte Rudi Scheuböck nun die goldene Verdienstmedaille aus den Händen von Dirigent Joseph Rast und Vorstand Simon Riedl in Empfang nehmen. Außerdem wurde er unter viel Applaus zum Ehrenvorsitzenden des Musikvereins ernannt. Und er bekam viele Dankesworte für die gute Freundschaft und Kameradschaft.

Ingrid Scheuböck bedankte sich mit der ihr eigenen Wortwahl: „A wenn i ab und zua recht greislich zu eich bin, so mog i eich doch olle gern“, lachte und wandte sich gleich geschäftig wieder anderen Dingen zu. Für Joseph Rast und Simon Riedl stand am Ende aber eines fest: „Soiche Leit brauch’ ma!“

Gisela Huber

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