Gut versteckt zwischen dem Mais wuchsen die Cannabispflanzen heran. Foto: Polizei

Cannabispflanzen im großen Stil angebaut

Polizei nimmt zwei 20-Jährige Drogenanbauer fest

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Die Polizei hat zwei 20 Jahre alte Männer festgenommen, die auf einem Maisfeld in Schmelchen Cannabispflanzen im großen Stil angebaut hatten. Die Pflanzen hatten ein Gewicht von 420 Kilogramm. Daraus hätten die Männer rund 60 Kilogramm Marihuana gewinnen können.

Schmelchen – Der Reichenhaller Liedermacher und bekennende Marihuana-Raucher Hans Söllner hat einst in einem seiner Lied ein ganzes Dorf beim Erntedankfest singen lassen: „Edeltraud, oh Edeltraud, du hast a sauguats Gras obaut!“ Das Stück kommt einem in den Sinn, wenn man an die 190 Cannabispflanzen denkt, die irgendjemand in einem Maisfeld nahe des Weilers Schmelchen bei Thalhausen (Gemeinde Altomünster) angepflanzt hatte. Ende September vergangenen Jahres hatte der Jagdpächter dort die Gewächse entdeckt und die Polizei geholt (wir haben berichtet). Neun Monate nach der Entdeckung und sechs Wochen vor dem Erntedankfest 2018 steht fest, wer die „fürsorglichen Gärtner“, so ein PI-Pressesprecher damals, waren. Allerdings war es niemand mit Namen Edeltraud, sondern zwei 20 Jahre alte Männer aus dem Landkreis Dachau. Und das Gras, das sie „obaut“ hatten, war auch nicht „sauguat“, sondern bloß von „durchschnittlicher Qualität“, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord gestern.

Nach der Entdeckung hatte die Polizei die rund 190 Pflanzen abgeerntet. Sie hatten eine Höhe von etwa zwei Metern erreicht und waren innerhalb des Feldes über eine Strecke von rund 300 Metern vereinzelt zwischen dem Mais angepflanzt worden. Das Gesamtgewicht der frisch geernteten Pflanzen betrug etwa 420 Kilogramm. Nach Trocknung der Pflanzen und Entfernung des nicht rauchbaren Anteils verblieben etwa 60 Kilogramm nutzbares Marihuana mit einem Wirkstoffgehalt von über einem Kilogramm Tetrahydrocannabinol (THC). Damit hätte man locker ein ganzes Dorf versorgen können.

„Ihre Hartnäckigkeit sowie umfangreiche und intensive kriminaltaktische und -technische Ermittlungen führten die Rauschgiftfahnder der kriminalpolizei Fürstenfeldbruck jetzt zum Erfolg“, so der Polizeipräsidium-Sprecher. Im Verlauf der Ermittlungen gerieten zwei 20-Jährige ins Visier der Beamten, die im Verdacht standen, für den Cannabisanbau verantwortlich zu sein.

Am vergangenen Donnerstag schlugen die Kriminaler dann zu. Ausgestattet mit einem von der Staatsanwaltschaft München II erwirkten Haftbefehl nahmen Fahnder die beiden jungen Männer am Münchner Flughafen fest, als sie gerade von einem Kurzurlaub in Spanien zurückkehrten.

Nach der Festnahme wurden die Wohnungen der Tatverdächtigen, die bislang polizeilich nicht auffällig waren, durchsucht. Die Beamten stellten dabei diverse Beweismittel, rund 400 Gramm Marihuana sowie einen vierstelliger Bargeldbetrag sicher. „Einer der beiden Beschuldigten legte zwischenzeitlich ein vollumfängliches Geständnis ab. So wurde neben dem Cannabisanbau im großen Stil, auch eingeräumt, dass Marihuana in der Vergangenheit im Kilobereich erworben und weiterverkauft wurde“, so die Polizei.

Am Freitag wurden die beiden jungen Männer schließlich dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der wegen des Verdachts des illegalen Anbaus und Handeltreibens mit Cannabis gegen beide die Untersuchungshaft anordnete. Die beiden 20-Jährigen wurden in verschiedene bayerische Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

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