Klein, aber fein: ein Tiny House.
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Klein, aber fein: ein Tiny House. In Altomünster soll eine ganze Siedlung mit den Hütten entstehen.

Bauausschuss stimmt Vorhaben zu

Tiny House darf in Altomünster aufgestellt werden - „Eine Antwort auf den Klimawandel“

In Altomünster steht bald ein Tiny-House - und zwar auf einem Grundstück in der Prof.-Dempf-Straße. Der Bauausschuss stimmte dem Vorhaben zu.

Altomünster – Auf einem Grundstück in der Prof.-Dempf-Straße in Altomünster darf ein Tiny House errichtet werden. Der Bauausschuss der Gemeinde einigte sich darauf einmütig in seiner jüngsten Sitzung.

Tiny-House im Landkreis Dachau: Bauausschuss stimmt Vorhaben zu

In der Gemeinde Erdweg hatte der Gemeinderat im November vergangenen Jahres die Errichtung dreier Tiny Houses im Ortsteil Eisenhofen einstimmig abgelehnt. Begründung: Sie fügen sich nicht in die umliegende Bebauung ein. Ganz anders in Altomünster: Das Bauvorhaben der Plan-A-Mitbegründerin Tanja Lademann wurde positiv aufgenommen.

Lademann, die das Grundstück in der Prof.-Dempf-Straße gepachtet hat, will selbst in das 33-Quadratmeter-Häuschen einziehen. Planer ist der Architekt Stefan Gailer (FWG), der allerdings nicht an der Beschlussfassung teilnahm.

Tiny-House in Altomünster: Gebäude wird zehn Meter lang und 2,70 Meter breit

Er sei auch nicht wirklich Planer, so Gailer gegenüber den Dachauer Nachrichten, denn bei dem Haus handle es sich um ein mobiles Fertigprodukt, das gut zehn Meter lang und 2,70 Meter breit ist. In der Mitte gibt es eine Art Erker und damit einen seitlich aufgeweiteten Wohnbereich.

Gailer hatte aber den Antrag gestellt und darin zwei Befreiungen vom dort gültigen Bebauungsplan beantragt: Die Fußbodenhöhe liegt wegen der Räder unter dem Haus rund 50 Zentimeter höher als bei anderen Bauten, zudem sind die Ecken des Gebäudes abgerundet.

Tiny-House in Dachau: „Eine von vielen Bauformen, die eine Antwort auf den Klimawandel sind“

Beides bereitete keine Schwierigkeiten. Sebastian Huber (FWG) hakte nur wegen des Flachdachs nach. Bürgermeister Michael Reiter erklärte jedoch, dass es bei diesem Bebauungsplan ohnehin abweichende Dachformen für Nebengebäude oder generell kleine Gebäude oder Anbauten gebe.

Auf Nachfrage Hubers, ob man mit diesem Dach nicht einen Präzedenzfall schaffe, entgegnete Bauamtsleiterin Michaela Felber, dass es immer vom jeweiligen Bebauungsplan abhänge und ob es sich um einen Innen- oder Außenbereich handele.

Tanja Lademann, die der Sitzung beiwohnte, zeigte sich sehr erfreut über die positive Resonanz des Gremiums: „Ich freue mich, dass der Bauausschuss ein so klares Votum ausgesprochen hat. Zudem freut es mich, dass Michael Reiter als Bauausschussvorsitzender erkannt hat, dass man durch diese Bauform Grundstücke sinnvoll zwischennutzen kann.“

Tiny-House in Altomünster: Positive Resonanz vom Bauausschuss

Menschen, die nachhaltig leben möchten, kämen nicht umhin, darüber nachzudenken, „über die Art und Weise wie sie bauen und wohnen nachzudenken“, so Lademann. Die Altomünsterin betont: „Tiny Häuser sind eine von vielen Bauformen, die eine Antwort auf den Klimawandel sind.

Zudem reduzieren Menschen, die dem Klimawandel begegnen möchten, ihren Konsum, da auch dieser stark den CO2-Fußabdruck beeinflusst. Folglich braucht man auch weniger Platz, da man weniger Dinge besitzt. Dies alles bedeutet für mich keinen Verzicht, sondern es erhöht meine Lebensqualität, mich auf das Wesentliche zu reduzieren.“

Doch nicht nur in Altomünster - auch Erding soll jetzt eine Tiny-House-Siedlung bekommen. Und in Wolfratshausen lebt Barbara Lexa schon in einem Tiny-House.

(Von Sabine Schäfer)

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