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Darum wird das Bier auch aus Altomünster teurer

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Von: Thomas Zimmerly

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Hat vorausschauend vorgesorgt: Maierbräu-Geschäftsführer Christoph Maier.
Hat vorausschauend vorgesorgt: Maierbräu-Geschäftsführer Christoph Maier. © archiv

Zwei Jahre Pandemie und jetzt die Ukrainekrise. Harte Jahre für die Altomünsterer Traditionsbetriebe Maierbräu und Kapplerbräu, die gleich dreifach betroffen sind.

Altomünster – Beide bestehen aus Brauerei, Gasthof und Hotel. Nach den Einbußen auf Grund der Pandemie haben sie nun mit der hohen Inflation zu kämpfen.

Nach der Pandemie kommt die Inflation

Nach einer Umfrage, die das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vor kurzem veröffentlichte, sparen die Deutschen – weil alles teurer wird – am ehesten bei den gastronomischen Angeboten. 43 Prozent wollen in diesem Bereich weniger ausgeben. Bei Lebensmitteln sind es immerhin auch noch 23 Prozent. Kein Wunder, dass die Altomünsterer Familienbetriebe Maierbräu und Kapplerbräu mit den drei Standbeinen Brauerei, Gasthof und Hotel besonders betroffen sind. Kaum sind sie dem Pandemie-Würgegriff entronnen, rollt die Inflationswelle auf die Familien Wiedemann und Maier zu.

„Wir haben in sämtlichen Kostenbereichen immense Steigerungen“, sagt Christoph Maier, Geschäftsführer des Maierbräu, über die herrschende Inflation. „Wir werden irgendwann gezwungen sein, die Preise anzuheben.“ Schließlich müsse er auch die Löhne und Gehälter seiner Mitarbeiter nach oben anpassen, so Maier. Es sei eben ein Teufelskreislauf, zu dem noch die Unsicherheit bei der Energieversorgung für seine private Landbrauerei mit Brauereigasthof, Hotel sowie Getränkehandel oben drauf kommt.

Soweit es geht, wird regional eingekauft

Maierbräu kauft alles, was für den Betrieb notwendig ist, „so weit es geht regional“, so Maier, der freilich auch auf den internationalen Handel angewiesen ist. Das gilt etwa für Gläser oder Flaschen, Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Und da seien die Preise manchmal nicht einmal ein Vierteljahr lang stabil. Bisweilen reagiere der Markt tagesaktuell, so Maier – wenn überhaupt geliefert werden könne. „Das ist aber ein Problem, das die gesamte Industrie hat“, so der Altomünsterer Unternehmer.

Gut sei es gewesen, so Maier, vorausschauend zu denken. Der Familienbetrieb konnte sich in manchen Bereichen rechtzeitig eindecken. Etwa mit Etiketten oder Flaschen, aber auch mit Heizöl. Ein Jahr lang, so Maier, könne sein Betrieb überbrücken.

Zwischen den Corona-Lockerungen und dem Beginn des Kriegs habe sich sein Unternehmen, was die Zahl der Gäste und den Bierabsatz betrifft, „eh noch nicht zu 100 Prozent erholt gegenüber 2019“, so Maier. Und auch seit Beginn des Überfalls Russlands auf sein Nachbarland habe der Maierbräu schon „einen leichten Dämpfer“ bekommen, was die Zahl der Gäste anbelangt.

Anton und Hans Wiedemann
Allen Preissteigerungen zum Trotz – jammern gibt’s nicht: Anton (links) und Hans Wiedemann vom Kapplerbräu. © Fischer

Preissteigerungen auch beim Kapplerbräu

Anderer Betrieb, die gleichen Probleme. Auch beim Kapplerbräu, seit 100 Jahren von der Familie Wiedemann betrieben, sind Inflation und Lieferengpässe große Themen. Preissteigerungen beim Einkauf, so Hans Wiedemann als Braumeister für die Brauerei zuständig, bekomme man schon gar nicht mehr in Prozenten mitgeteilt. Es gebe Tagespreise und fertig.

Dennoch: Jammern möchte bei den Wiedemanns keiner. Zum einen gab es in der Gastronomie noch keinen Rückgang. Und der Kapplerbräu kann auf eine treue Kundschaft zählen. Das gebe, so Hans Wiedemann, seiner Familie und ihm die richtige Power, „dass wir weitermachen werden“.

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