Gemeinde Altomünster segnet das lang diskutierte Bauprojekt am Vogelgarten ab

Das letzte Kapitel ist eingeläutet

Altomünster – Der Bauausschuss des Gemeinderats Altomünster hat möglicherweise jetzt das letzte Kapitel zum Baugebiet Am Vogelgarten eingeläutet. Denn in seiner jüngsten Sitzung hat er den Antrag auf Neubau von drei Wohnhäusern mit Garagen abgesegnet.

Auf diesem Areal Am Vogelgarten sollen 14 Wohneinheiten mit Garagen und Stellplätzen entstehen.

In den nun deutlich abgespeckten Plänen des Bauherrn Volksbank Raiffeisenbank Dachau sind ein Doppelhaus und zwei Sechsfamilien-Gebäude vorgesehen, die wie Doppelhaushälften mit je drei Wohneinheiten gestaltet sind. Insgesamt entstehen also 14 Wohneinheiten. Zudem sind drei Garagenbauten unterschiedlicher Größe für 14 Fahrzeuge sowie 14 offene Stellplätze ausgewiesen.

Eines der Sechsfamilien-Häuser wird entlang der Straße Am Vogelgarten gebaut, das zweite an die Stelle eines bestehenden Stadls. Beide Häuser sind 16 auf elf Meter groß. Die Firsthöhe beträgt 11,20 Meter. Das Doppelhaus mit einer Firsthöhe von 9,50 Metern befindet sich links neben dem jetzigen Stadl.

Insbesondere das große Garagengebäude (aneinandergebaute Einzelgaragen) für acht Fahrzeuge wertete Bürgermeister Michael Reiter gegenüber den Dachauer Nachrichten als Zeichen dafür, das kein zusätzliches Wohngebäude seitens des Bauherrn geplant ist. „Immerhin kostet eine solche Garage je 10 000 Euro“, so Reiter. Die baue man nicht hin, um sie in ein paar Jahren wieder abzureißen.

Das zweite Hindernis für weitere Bebauung stellt laut Bauamtsleiterin Michaela Felber die noch bestehende Landwirtschaft mit Bestandsschutz dar. Solange die nicht aufgegeben wird, könne aus Emissionsschutzgründen kein weiteres Wohnhaus dort entstehen.

Der Eingabeplan wird nun an das Landratsamt als Genehmigungsbehörde weitergeleitet.

Sieht in der Planung eine Verbesserung: Bürgermeister Michael Reiter. 

So sieht es der Bürgermeister

1. Zu den Änderungen gegenüber dem im Dezember 2020 verworfenen Bebauungsplan:

„Eine Verbesserung liegt darin, dass für das untere Doppelhaus das Gelände um 2,50 Meter aufgeschüttet hätte werden müssen und somit das gesamte Haus um 2,50 Meter höher gestanden hätte.“

2. Zur Nachverdichtung an dieser Stelle: „Die Verdichtung mit 14 Wohneinheiten auf dem Gelände halte ich für eine gute und verträgliche Art der Bebauung.“

3. Zur Gleichbehandlung von Bauherren: „Die Gleichbehandlung liegt darin, dass wir nicht nach Bauherren unterscheiden können, sondern jedem das gleiche Maß der Bebauung nach Paragraf 34 zugestanden werden muss. Hier kann man nicht willkürlich entscheiden, wer darf und wer nicht.“

Sehen die Bebauung immer noch kritisch: die Anwohner Evi Riener und Klaus Diederichs.

So sehen es die Anwohner

1. Zur Nachverdichtung am Vogelgarten: „Auf den ersten Blick erscheint die Entwicklung erträglich. Von den ursprünglich im Bebauungsplan 2012 festgelegten zehn Wohneinheiten über 35 (!) in 2017 auf jetzt 14 ist doch eine satte Steigerung um 40 Prozent. Die Beruhigungspille, man errichte ja wohl keine Garagen, um später doch noch zwei weitere Häuser mit zwölf Wohneinheiten hinzustellen, wirkt bei uns nicht. Der Gewinn wäre für die Raiffeisenbank größer, als die Kosten für den Abriss der Garagen. Gibt es keine Lösung für die enge Zufahrtsstraße ohne Gehweg, für die gefährliche Kreuzung zum Kindergarten?“

2. Zur Informationspolitik von Gemeinde und Bauherr: „Seitens des Bauherrn gab es die als absolutes Minimum vorgeschriebenen Informationen. Nachfragen zu den Plänen wurden erfreulich unbürokratisch und kurzfristig im Rathaus ermöglicht.“

3. Zur Nachverdichtung – grundsätzlich wichtig und richtig? „Weder noch. Der Fokus beim verdichteten Bauen liegt noch viel zu stark auf dem Mehrwert für den Grundstückseigentümer und weniger auf dem Nutzen für die Gemeinde und ihre Einwohner: unter anderem Verkehrsbelastung, immer weniger Grün im Ort, immer mehr Großstadtcharakter. Daher unsere Bitte: eine zu unserem wunderschönen Ort passende Stadtplanung = Zukunftsplanung vor der Umsetzung von Bauvorhaben.“

Rubriklistenbild: © Sabine Schäfer

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