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Ihre Stammzellen gaben kranken Menschen die Chance auf ein neues Leben: Tobias Stich und Laura Spindler.

DKMS-Typisierungsaktion am Sonntag, 18. Juni, in Wollomoos

Laura und Tobias sind Lebensspender

Laura Spindler und Tobias Stich haben mit ihrer Spende zwei Menschen geholfen, die an Blutkrebs erkrankt sind. Viele Erkrankte sind auf eine Stammzellenspende angewiesen, und viele warten vergeblich auf einen passenden Lebensspender. Die Dorfgemeinschaft Wollomoos ruft deshalb zur Hilfe auf.

Wollomoos – Einem fünfjährigen Mädchen aus der Türkei hat Laura Spindler die Chance auf ein neues Leben gegeben. Im Herbst vergangenen Jahres ließ sich die 19-Jährige aus Kiemertshofen Stammzellen entnehmen. Kurz zuvor hatte sie sich bei der Deutschen Knochenmarksspenderdatei (DKMS) registrieren lassen.

„Als die E-Mail kam, dass Laura eine geeignete Spenderin wäre, war das schon aufregend“, erinnert sich Lauras Mutter Marlene Spindler. „Und wir haben erst geschluckt, weil die Knochenmarkspende mit der Vollnarkose schon aufwändig ist.“ Aber trotzdem habe Laura nicht eine Sekunde gezögert. Nachdem ihre Blutwerte nochmals analysiert worden waren, fuhr die 19-jährige BOS-Schülerin gemeinsam mit ihrer Mutter ins Klinikum Stuttgart.

„Bei der Knochenmarksspende werden die nötigen Stammzellen mit einer Punktionsnadel aus dem Beckenknochen entnommen“, erklärt Laura. Für ihre kleine Patientin war die Knochenmarkspende die bessere Entnahmeart.

Von dem Mädchen hat Laura noch keine Nachricht erhalten. Sie weiß nicht, ob die Fünfjährige die Spende gut angenommen hat.

Tobias Stich, ebenfalls 19, ein guter Freund von Laura, aus Randenzhofen, weiß, dass er einem 49-jährigen Mann aus Großbritannien mit seiner Spende helfen konnte (wir berichteten). Fünf Stunden harrte er im März 2016 im Entnahmesessel im Klinikum in Köln aus, bis die überschüssigen Stammzellen aus seinem Blut gefiltert waren. Dann wartete schon der Kurier an der Türe, um die lebensrettenden Stammzellen nach Großbritannien zu bringen. Sein Patient brauchte noch einen „Nachschlag“, deshalb spendete der junge Bankkaufmann im Mai noch einmal. „Ich hab mich sehr über den Brief gefreut, dass mein Patient die Spende gut angenommen hat“, freut sich Tobias Stich.

Alle 15 Minuten erkrankt in Deutschland ein Patient an Blutkrebs, wie die DKMS in einer Presseerklärung mitteilte. Viele von ihnen sind auf eine Stammzellspende angewiesen, darunter viele Kinder. Jeder siebte Patient wartet bisher vergeblich auf seinen passenden Lebensspender.

Vielen Erkrankten die Chance auf ein neues Leben geben, das will die Dorfgemeinschaft Wollomoos. Initiator Martin Haas hofft, dass viele Menschen zur Typisierungsaktion am morgigen Sonntag von 11.30 Uhr bis 16 Uhr im Feuerwehrhaus Wollomoos kommen. Die Schirmherrschaft hat Pater Michael übernommen. Interessierte von 17 bis 55 Jahren haben die Gelegenheit zur Aufnahme bei der DKMS mit einem Wangenabstrich. „Kommen Sie zum Mittagessen, zu Kaffee und Kuchen und unterstützen Sie den Aufruf durch Ihre Geldspende“, so Martin Haas. Denn auch jeder Euro zählt: Für jede Typisierung fallen 40 Euro an Unkosten an.

dn

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