Der Kunstweg im Altowald hat zieht viele Besucher an

Ein bisschen Kultur in Corona-Zeiten

Der Kunstweg im Altowald hat offenbar magische Anziehungskraft. Hunderte von Besuchern sind dort schon gewesen, um ihn – wie eine Galerie – zu begehen oder aber auch, um ihn mit bunten Täfelchen zu gestalten.

Initiatorin Susanne Köhler hat einige der Bilder auf den Pfählen angebracht.

Altomünster– Die Altomünsterer Kabarettistin Martina Schwarzmann sprach mit ihrem Satz „Wenn gar nix is, is’ a nix!“ vielen Menschen aus dem Herzen. Damit bezog sie sich auf das wegen der Corona-Pandemie fehlende Kulturleben, das in der Marktgemeinde normalerweise sehr rege ist. Bei der Jugend- und Kulturreferentin im Gemeinderat, Susanne Köhler, stieß sie sofort auf offene Ohren. „Dann schauen wir halt, was geht und machen selber was!“, waren sich die beiden schnell einig. So entstand Anfang Dezember der Gedanke, einen Kunstweg im Altowald zu gestalten – von Altomünsterern für Altomünsterer.

Mit dieser Aktion wollten die Initiatorinnen alle Bewohner des Gemeindegebietes einladen, ihr Talent zu zeigen. Jeder, der wollte, egal welchen Alters, durfte eine Holztafel gestalten, ob mit Wasserfarben bemalt und mit Leinöl wetterfest gemacht, mit einem Lötkolben bearbeitet oder mit einem Gedicht beschrieben – der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Große Freude hat Besucherin Angelika Plöckl. „Karl Lagerfeld trifft Fortnite-Fishi im Altowald“ ist das Bild betitelt und ähnelt ihrem T-Shirt-Aufdruck.

Die unbemalten Holztafeln konnten sich die kleinen und großen Alto-Künstler im Schreib- und Spielwarenkaufhaus Isemann und Staller kostenlos abholen. Das fertige Werk ging dann entweder an den Laden oder die Sparkasse zurück. Das Geldinstitut hat einen Großteil des Projekts mitfinanziert.

Bei der Organisation half auch Altomünsters Bürgermeister Michael Reiter mit, der begeistert war von der Idee. Marlon Köhler vom Jugendzentrum Altomünster unterstützte die Aktion ebenfalls tatkräftig. Einige der Werke stammen von Jugendlichen aus dem Juz, einige von Altomünsterer Wohngruppen aus Schönbrunn.

Sogar die Mitarbeiter der Gebietsdirektion Altomünster der Sparkasse Dachau haben eine Tafel gestaltet. Dazu gibt es ein lustiges „Making of Holzbrett’l“-Video. Mit einem QR-Code am Brett können sich Besucher den kurzen Film auf dem Handy anschauen. Wöchentlich holten Martina Schwarzmann und Susanne Köhler die Tafeln bei den Abgabestellen ab und stellten sie auf Pfählen am Rande eines Weges auf, den die Waldbesitzer zur Verfügung gestellt hatten.

Mit ihrer Open-Air-Galerie trafen die beiden Altomünsterinnen wohl ins Schwarze. Ende Dezember waren über die Hälfte der 250 unbemalten Schilder ausgegeben und die meisten schon an den Pfählen angebracht. Gleichzeitig erregte der Kunstweg so viel Interesse, dass er an manchen Tagen einen mittleren Besucherstrom in den Altowald lockte. „Es ist cool, dass einfach jeder sich beteiligt“, freut sich Susanne Köhler. Nicht nur, dass der Kunstweg die kreative Ader von Menschen zeigt, „es ist uns auch gelungen, Kunst und Kultur, Erwachsene und die Jugend zusammenzubringen“.

Fast täglich veränderte sich der Kunstweg in den vergangenen Wochen. Es wurden „Mitmach-Tafeln“ angebracht, Bilder ganz junger Künstler, kleine Meisterwerke, Tafeln mit lustigen Sprüchen wie „Ordnung ist das halbe Leben. Ich lebe in der anderen Hälfte“, zahlreiche Sonnenbilder und Werke, die aufmuntern sollen in der Coronazeit. Susanne Köhler drückt es so aus: „Man kann aus den einzelnen Holztafeln pure Lebenslust, Experimentierfreudigkeit, Freude, Witz, Charme, aber auch Nachdenklichkeit, Mitgefühl und eine große Portion Liebe erkennen.“

Den beiden Frauen ist die Nachhaltigkeit wichtig. Deswegen werden Besucher, die mit dem Auto kommen, gebeten, zum Beispiel am Bahnhof zu parken und in Richtung Altoquelle zu spazieren. Am Anfang des Altowaldes zeigt ein Hinweisschild zum Rundweg. Ein Weg, der sich lohnt.

Sabine Schäfer

Rubriklistenbild: © Köhler

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare