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Das ist sie heute: fit und viele Kilo leichter.

Ein Leben mit 47 Kilo weniger

Sandra Koller startet heute beim Karwendelmarsch

Sandra Koller ist schlank und topfit. Und am morgigen Samstag nimmt die Altomünsterin am Karwendelmarsch teil. Eine Herausforderung, an die sie vor drei Jahren noch nicht einmal zu denken gewagt hätte.

Altomünster – Im Studio der selbstständigen Fotografin hängen viele Porträts von Kunden, Familienfotos, eine Gruppe junger Mädchen, viele glückliche Menschen eben. Das ist Sandra Koller auch. Vor allem seit ihrer großen Verwandlung. Und auch die fing mit einem Foto an.

Im April 2015 fällt ihr ein Strandbild von sich in die Hände und sie ist entsetzt. Damals wog sie bei einer Größe von 1,65 Metern 110 Kilo. „So geht es nicht weiter“, beschließt sie von einer Minute auf die andere. Wenige Monate zuvor hatte sich die junge Frau, die ursprünglich aus Unterwittelsbach stammt und seit acht Jahren in Altomünster lebt, mit ihrem Fotostudio in der Nerbstraße selbstständig gemacht. Stress und Frust hatte sie bis dato mit Essen kompensiert und viele Gewichtsschwankungen durchgemacht. „Obwohl ich früher ein dünnes Kind war“, sagt die 25-Jährige. Bei einer Kleidergröße von 44/46 sei sie dann aber irgendwann nicht mehr in Modegeschäfte gegangen.

Online hat sie sich bei den Weight-Watchers angemeldet und sich auch nur im Netz mit den anderen Teilnehmern ausgetauscht.

Sandra Koller hat ihre Ernährung dahingehend umgestellt, dass sie konsequent ihre Portionen reduziert hat. „Ich wollte auf nichts verzichten, auch nicht auf Schokolade, Zucker oder Hausmannskost. Aber ich musste lernen, langsam zu essen, um das Sättigungsgefühl zu erreichen, das verloren gegangen ist.“ Hinzu kam natürlich Sport: leichtes Krafttraining und Körpergewichtstraining wie etwa Liegestützen. Früher habe sie ebenfalls Tennis gespielt und sei gelaufen. Doch mit zunehmendem Gewicht verflog die Lust, sich zu bewegen, erzählt die junge Frau.

So sah Sandra Koller noch im April 2014 aus.

Das Laufen wird ab 2015 allerdings wieder zum festen Programm. Nach dem Krafttraining zunächst nur von Laterne zu Laterne. Immer ein Stückchen weiter. Sie knackt zunächst einen Kilometer, dann drei, fünf und zehn Kilometer. Stets an ihrer Seite: ihr Lebensgefährte Thomas (32), der sie in jeder Hinsicht bestärkt und unterstützt.

Nach elf Monaten hat sie 47 Kilo abgenommen und wagt sich im Juni 2016 an den Halbmarathon in München. Für jeden gelaufenen Kilometer spendet sie 10 Euro an die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei), die ihr persönlich sehr wichtig ist. Im Frühjahr 2018 folgt der Marathonlauf in Füssen. Und jetzt läuft sie beim Karwendelmarsch, der am morgigen Samstag zum zehnten Mal in Scharnitz startet. Auf 52 Kilometern geht es bergauf, bergab bis nach Pertisau am Achensee.

Erste Zwischenstation wird erst Eng am Ahornboden sein – nach etwa 35 Kilometern. Dort wird eine kleine Rast eingelegt. Essen und Trinken gibt es ohnehin alle sechs Kilometer.

Gestartet wird bereits um 6 Uhr morgens. Die Läufer beginnen kurz vor den Wanderern, damit man sich nicht ins Gehege kommt. Das Zeitlimit beträgt 14 Stunden. So ist gewährleistet, dass sogar die Wanderer nicht in der Dunkelheit ankommen.

Vorbereitet hat sich Sandra Koller zusammen mit ihrem Thomas schon seit August 2017. So lange gehen die beiden schon im Karwendelgebirge zum Wandern. „Dort fühlen wir uns einfach wohl. Das ist wie Ankommen“, sagt die junge Frau, die sich erst seit kurzem neue Kleidung zugelegt hat und auch diesmal je gelaufenen Kilometer zehn Euro stiften will. Diesmal für die Altomünsterer Krebs-Selbsthilfegruppe von Evi Riener, die sie vor einiger Zeit kennen gelernt hat.

Am heutigen Freitag geht es ganz früh los in Richtung Karwendel. Thomas wird sie dann morgen zum Start bringen und im Ziel auf sie warten, so wie er jeden Schritt seiner Freundin begleitet hat. Sandra Kollers Motto: „Ich will ankommen, Spaß haben und hinterher dann lachen können.“

Sabine Schäfer

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