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Ihnen ist eine sehenswerte Ausstellung gelungen: Dr. Theodor Klotz (links) und Prof. Wilhelm Liebhart mit dem Begleitbuch dazu. 

Krippenausstellung im Museum Altomünster

Ein Stück Weihnachtsgeschichte erleben

Sie stellen die Geburt Christi in einer Modellandschaft Bethlehems dar. Weihnachtskrippen sind beliebt und stehen ab der Adventszeit in vielen Haushalten. Dr. Theodor Klotz hat viele Krippen, und jeder darf sie anschauen.

Altomünster – Nicht nur nach Rom führen viele Wege, sondern auch nach Bethlehem, schmunzelte der Dachauer Krippensammler Dr. Theodor Klotz, als er vor rund 100 Gästen seine Krippenausstellung „Wege zur Krippe“ im Altomünsterer Museum eröffnete. Umrahmt von wohltuenden Klängen, die Eva Kausch auf der Harfe und Sabine Loder auf dem Hackbrett hervorzauberten, kam schon vorweihnachtliche Atmosphäre auf.

Dass Theodor Klotz seine Privatsammlung der Öffentlichkeit zugänglich macht, dafür dankte ihm Museumsvereinsvorsitzender Prof. Dr. Wilhelm Liebhart ganz besonders herzlich.

Zum achten Mal wurde diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Dachauer Museumsverein verwirklicht. Prof. Wilhelm Liebhart zitierte die Bibelstelle, in der es hieß: „ …Sie gebar ihren Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil kein Platz in der Herberge für sie war …“ Es dürfte wohl um 90 nach Christi Geburt zu dieser Erwähnung gekommen sein, mutmaßte er, und so sei es kein Wunder, dass der Futtertrog als Krippe bald in der Kunst und damit auch der Volksfrömmigkeit Einzug fand. „Auch Altomünster ist ein Krippenort“, so sagte der Museumsleiter, denn auf die heilige Birgitta von Schweden (1303 bis 1371) geht die Gestaltung der Krippe in der jetzigen Form zurück. Sie hatte in ihrer Weihnachtsvision nicht nur Maria und Josef an der Krippe gesehen, sondern auch den Ochsen und Esel.

Krippensammler Klotz: „Eine Krippe hat etwas mit Einschränkung zu tun“

Auch Dr. Klotz verwies in seiner Einführung auf dieses Bildnis der Krippe, wie es Birgitta gesehen hatte. Ein entsprechendes Werk des Barockmalers Josef Magges ist am oberen Seitenaltar in der Altomünsterer Pfarrkirche zu sehen.

Krippensammler Klotz ist sich aber sicher, dass eine Krippe etwas mit Einschränkung zu tun hat, sowohl zeitlich als auch räumlich. Daher komme es nicht von ungefähr, dass eine Krippe nur in der Weihnachtszeit aufgebaut wird und auch von den Ausmaßen in der Regel eher klein ist. Das würde auch versinnbildlichen, dass Gottes Wort in dem neugeborenen Kind Menschengestalt annimmt. „Gott will sich seiner Größe entäußern, klein und anfassbar werden“, meinte Klotz.

Um dies den Menschen näher zu bringen, hatte sich Franz von Assisi schon 1233 mit der Krippe befasst und Ochs und Esel sowie ein Büschel Heu in die Christmette bringen lassen. Somit war die Krippe als geistliches Figurentheater geboren: klein, verständlich für alle, mit der Möglichkeit, sie so zu gestalten, wie es am eigenen Ort oder in der Region geschehen hätte können.

Italienische Landschaften und barocke Figuren

Die Jesuiten haben ab dem 16. Jahrhundert dann alles getan, um eben dieses Andachtsbild mit Figuren auszuschmücken, eben in jener Welt, in der der jeweilige Betrachter lebte. So ist es nicht verwunderlich, dass barocke Figuren ebenso zur Krippe gehören wie der einfache Handwerksbursch und die Krippe in italienischer Landschaft gerade so zu finden ist wie im bayerischen Stall.

Dr. Theodor Klotz jedenfalls wünschte allen Besuchern, dass sie viel Freude daran finden, die so unterschiedlichen Krippen und Figuren zu betrachten und mit und an ihnen ein Stück der Weihnachtsgeschichte erleben können. Das von ihm erarbeitete Begleitbuch zur Ausstellung kann außerdem noch viele wertvolle und interessante Hinweise zur Geschichte und der Art der Krippe geben.

Theodor Klotz wird jeweils an den Sonntagen eine Führung um 15 Uhr anbieten mit Ausnahme vom 17./24. und 31. Dezember. Für die Kinder wird Claudia Berger-Jenkner wieder ein museumspädagogisches Kinderprogramm gestalten. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

Wann sind die Krippen noch zu sehen?

Die Ausstellung ist bis zum 28. Januar im Museum zu sehen, und zwar zu den üblichen Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag von 13 bis 16 Uhr, und an den Sonntagen von 13 bis 17 Uhr.

Von Gisela Huber

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