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Mit Schleifen und Sträußchen: Die beiden Königspaare (von links) Veronika Baumann, Michael Oswald, Anna Carolin Lesti und Maximilian Goll. 

158. Altomünsterer Burschenball

Komm, tanz eine Française mit mir!

Altomünster –Einen wunderschönen Anblick bietet alle Jahre der Burschenball von Altomünster. Es ist wohl der beliebteste Schwarz-Weiß-Ball, den es seit jeher hier gibt. Bei der 158. Auflage wurden die Traditionen gepflegt. Den Besuchern gefiel es – sie ließen sich gerne mitreißen.

Der Burschenball in Altomünster hat die Besonderheit, dass es stets zwei Burschenballkönigspaare gibt, die einen Fasching lang die wichtigsten Personen auf einem Ball der Marktgemeinde sind. Heuer bekleiden Michael Oswald mit seiner Königin Veronika Baumann sowie Maximilian Goll mit seiner Königin Anna Carolin Lesti die Ämter. Den beiden jungen Männern wurden bereits zu Beginn des Burschenballs von den Vorjahreskönigen die Burschenballketten übergeben und damit als neue Könige gekürt.

Faszinierend ist es, zu sehen, wie sich die vielen Burschen und Mädchen für den Ball so richtig fein herausputzen. Der Ball hat auch bei der 158. Auflage nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Früher war er nur für Altomünsterer, mittlerweile finden aber auch viele Gäste aus dem Umkreis Gefallen daran. So war es kein Wunder, dass Tanzmeister Sebastian Oswald bei seiner Begrüßung nicht nur die beiden Altomünsterer Bürgermeister Anton Kerle und Josef Wiedmann begrüßen konnte, sondern auch Bürgermeister Franz Obesser aus der Nachbargemeinde Indersdorf, denn: Ballkönigin Veronika Baumann stammt aus dessen Gemeinde. Auch Pater Michael und Frater Matthias gaben sich die Ehre und wurden mit viel Applaus begrüßt.

Reichlich Applaus gehörte dann auch den beiden Königspaaren, die von Tisch zu Tisch gingen, die Gäste begrüßten und ihnen ein Rose überreichten. Das war gleichzeitig der Auftakt für den traditionellen Teil des Abends, denn nun folgte eine festliche Polonaise der Burschen und Mädchen. Nicht fehlen durften dabei die schönen Burschenballschleifen, die in der Regel die Mädchen für ihren Ballpartner selbst fertigen, sowie die kleinen Blumensträußchen, die sie wiederum dafür bekommen. Albert Reisner spielte den Auftanz auf seinem Akkordeon und wurde beim anschließenden Walzer dann tatkräftig von der Band „Very Guad“ unterstützt, die im Laufe des Abends für schwungvolle Tanzmusik sorgte.

Mit Spannung erwartet wurde der Königswalzer, denn hier waren die Gäste schon neugierig, welche Figuren Hermann Well zu der altbekannten Melodie – gespielt wiederum von Albert Reisner – ausgesucht und mit den Paaren einstudiert hatte. In der Tat gab es viele temperamentvolle Szenen, die von den Königspaaren mit Perfektion aufs Parkett gebracht wurden. Tosender Applaus war der schönste Lohn für ihre Mühe, die ganze Aufregung und die vielen Übungsstunden waren vergessen.

Noch einmal hatte dann Tanzmeister Sebastian Oswald das Sagen an diesem Abend, als er zur Aufstellung für den „Frasä“ bat, wie die Française im Volksmund genannt wird. Er sagte nicht nur die einzelnen Figuren dieses fünfteiligen Gesellschaftstanzes an, der ein wenig an die höfische Zeit erinnert, sondern teilte ein, lobte nach jeder Tour die Tänzer mit einem „Ausgezeichnet!“ und dankte vor allem Gisela Bradl, die den Tanz aufspielte. Danach war dann endlich das Parkett für alle tanzfreudigen Besucher frei gegeben – und die ließen sich das nicht zweimal sagen. Ans Heimgehen dachte so schnell keiner, schließlich war noch das Kaffeetrinken beim ersten König angesagt.

Für die Burschen ging es am Sonntagmittag weiter mit dem Burschenballkönigsumzug, bei dem sie feuchtfröhlich durch den Schnee stapften und dankbar waren, wenn sie sich im nächsten Lokal oder Herberge aufwärmen konnten. Eines war aber in jedem Fall gewiss: Der 158. Altomünsterer Burschenball wird den meisten bestens in Erinnerung bleiben.

(gh)

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