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105. Geburtstag: Bürgermeister Anton Kerle, Zenzi Schweiger, Elly Fehrmann und die neue Heimleiterin Astrid Ziller.

Elly Fehrmann älteste Bürgerin Altomünsters

Auch mit 105 wird gesungen und gelacht

Altomünster - Mit 105 Jahren ist Elly Fehrmann die älteste Bürgerin Altomünsters. Die fröhliche alte Dame hätte auch gar nichts dagegen, wenn noch ein paar Jährchen dazukämen. Zuzutrauen wäre es ihr. Denn sie ist noch beinander. Und sie hat ein Geheimrezept fürs Altwerden.

Elly Fehrmann wird wohl als älteste Bürgerin Altomünsters in die Geschichte eingehen. Am vergangenen Donnerstag konnte sie in unglaublicher Frische ihren 105. Geburtstag begehen und durfte dazu natürlich viele Glückwünsche empfangen.

Auch Bürgermeister Anton Kerle schaute zu diesem hohen Ehrentag im Seniorenwohnen Altoland vorbei, wo die Jubilarin seit rund vier Jahren wohnt. Vorher hatte sie in der Kirchenstraße fast 60 Jahre sehr selbständig gelebt, und erst jetzt, wo sie so gut wie nichts mehr sieht, hat sie Hilfe angenommen.

Pfarrer Winfried Stahl machte ebenso seine Aufwartung und sang mit der Jubilarin, zusammen mit den übrigen Bewohnern ihrer Station, lustige Volkslieder. Denn singen und fröhlich sein, dass ist eines der Lebenselexiere von Elly Fehrmann. „Fröhlich aufstehen und auch so zu Bett gehen“, das hat sie als guten Rat für ein glückliches Leben bereit. So hat sie es immer gehalten, und das hat ihr geholfen, denn gerade zart hat sie das Schicksal nicht angefasst.

Geboren wurde die Jubilarin in Landsberg an der Warthe in der Nähe von Berlin. Schon früh musste sie zupacken, da ihre Mutter bereits starb, als sie zehn Jahre alt war. So musste sie für ihre jüngeren Geschwister da sein, bis der Vater eine neue Frau fand. Sie bekam Kinderlähmung, die damals aber niemand erkannte. Seither hat sie mit einem Fuß etwas Probleme. Dann kam der Krieg und die Jubilarin musste zusammen mit ihrem Mann die Heimat verlassen. Sie kamen zunächst in Rudersberg unter. Kein Wunder, dass sie seither eine enge Beziehung und tiefe Freundschaft mit Zenzi Schweiger aus Asbach verbindet, die dort auf dem Lechnerhof zuhause war. Schließlich fand die Familie in Altomünster ein neues Zuhause und das sollte es auch bleiben.

Leider wurde das Glück getrübt, als ihr Sohn bereits 1969 verunglückte und sie zwei Jahre später auch ihren Mann zu Grabe tragen musste. „Wäre nicht mein Sonnenschein gewesen, meine Tochter Monika“, wie sie sagte – die sie aus einem Waisenhaus geholt hat – so wäre ihr Leben wohl trauriger verlaufen. Zusammen mit dem Ehemann Karl und dem Enkel Fabian hat Monika immer für die Mutter gesorgt, bis sie halt nicht mehr alleine sein konnte. Auch jetzt ist sie für sie da.

Im Seniorenwohnen fühlt sich Elly Fehrmann aber gut aufgehoben und umsorgt, wie sich das auch bei der kleinen Feier zeigte. Der „Moser Pauli“ spielte viele bekannte Lieder, es gab Kaffee und Kuchen und natürlich auch zum Ehrentag ein Glaserl Sekt. Vor allem aber wurde viel gelacht, und das freute sie ganz besonders. Es gibt ihr auch Kraft für das Kommende, und sie freut sich schon darauf, alle ihre Lieben in der anderen Welt wieder zu finden. Fürs Erste hat sie aber noch Lust, ein paar Jährchen draufzulegen, denn gesundheitlich geht es ihr eigentlich sehr gut.

gh

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