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Das Gebäude Schultreppe 4 soll bald umgebaut und saniert werden. 

Sanierung des Gebäudes Schultreppe 4

Kein einfacher Weg bis zum Beschluss

Seit über zwei Jahren beschäftigt sich der Marktgemeinderat mit der Sanierung der Schultreppe 4. Jetzt hat das Gremium Nägel mit Köpfen gemacht und einstimmig Umbau und Renovierung des über 300 Jahre alten Gebäudes beschlossen.

Von Sabine Schäfer

Altomünster – Es ist ein teures und langwieriges Projekt, das nun nach zwei Jahren, in denen die ganz alte Schule immer wieder auf der Tagesordnung stand, endlich Gestalt annimmt. Dazwischen gab es ein Nutzungskonzept, das aufgrund der Kosten im Oktober 2017 umgeworfen wurde (wir haben berichtet). Danach beschäftigte sich ein Arbeitskreis unter der Leitung von Bürgermeister Anton Kerle mit dem Konzept des Architekturbüros Claus und Forster aus München, dem das Gremium in der Februarsitzung endlich zustimmte.

Am Dienstagabend erläuterte Lenz Lehmair vom Münchner Büro noch einmal kurz die äußere und innere Gestaltung. Eine Gruppe, die dem benachbarten Kindergarten „Kleine Strolche“ zugeordnet wird, soll im Erdgeschoss untergebracht werden – mit Team- und Intensivraum sowie einem Lager. Im Obergeschoss werden Kurs- und Veranstaltungsräume der Vhs eingerichtet, inklusive der Kleinkinderbetreuung der „Kleinen Mäuse und der „Kinderstube“ (Nachbarschaftshilfe). Im Dach findet sich nur noch das Archiv und ein Kreativraum für die Vhs.

Erschlossen werden die Geschosse über einen Anbau mit Holzverkleidung und einem Glasdach, in dem ein Lift und ein zweites Treppenhaus untergebracht sind. Die Gauben werden zugunsten von Dachfenstern weichen. Die Kosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Die Hälfte davon kommt über Zuschüsse wieder herein.

Der Weg bis dahin war „kein einfacher“, wie Architekt und Gemeinderat Josef Obeser (Freie Wähler) betonte. Die Diskussionen seien aber „sehr fruchtbar“ gewesen. Es handele sich um ein „stimmiges Konzept“, bei dem Alt und Neu gelungen voneinander getrennt worden seien. Auch seien alle Nutzungsoptionen möglich, beispielsweise, wenn in den Kreativraum im Obergeschoss doch noch eine Heizung eingebaut werde.

Sein Kollege Michael Reiter bat indes darum, einen weiteren Fachmann über die Elektroverkabelung „drüberschauen“ zu lassen und auch die Fördermöglichkeiten zu prüfen. In seinem Anliegen wurde er von Georg Huber junior (CSU) unterstützt.

Bürgermeister Anton Kerle hofft nun, die Ausschreibungen zügig durchführen zu können und schnell Angebote von Firmen zu bekommen. Voraussetzung sei natürlich, dass das Landratsamt schnell die Planungen genehmigt. Lenz Lehmair rechnet indes mit drei bis sechs Monaten. Der Gemeindechef gab sich optimistisch, dass es schneller geht und die Baumaßnahmen bis Ende 2020 abgeschlossen werden können.

Hubert Güntner (Freie Wähler) beantragte am Ende, die fünf Punkte des Beschlusses einzeln abstimmen zu lassen. Vier davon gingen einstimmig durch: die Konstruktion und Gestaltung des Anbaus, die Vorgaben zur Statik und die vom Arbeitskreis vorgeschlagenen Vorgehensweise, die Anforderungen und daraus resultierende Anforderungen der Denkmalpflege und die nächsten Schritte zur Genehmigung. Vier Gegenstimmen gab es zur Kostenberechnung, insbesondere im Bereich der Elektroplanung. Dagegen stimmten Wolfgang Grimm (CSU), Hubert Güntner, Michael Reiter und Georg Huber junior.

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