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Der Feuerwehrpfarrer ist Ehrenmitglied: Pater Michael (2.v.r.) wurde eine besondere Ehrung zuteil. Es gratulierten (v.l.) Josef Schweighart, Peter Heinrich und Martin Haberl. 

Feuerwehr Altomünster feiert 150-jähriges Bestehen

Feuerwehr Altomünster „der Wahnsinn“

Am 15. Juni 1869 haben die Altomünsterer das Feuerlöschwesen selbst in die Hand genommen und einen Feuerwehrverein gegründet. Aus dem einstigen Verein hat sich eine Wehr entwickelt, die sich wahrlich sehen lassen kann. Am Samstagabend wurde das 150-jährige Bestehen groß gefeiert.

Altomünster – 151 Mitglieder, davon 75 Aktive, zählt die Feuerwehr Altomünster in ihrem Jubiläumsjahr. Davon dürften die meisten im festlich geschmückten Kapplerbräusaal anwesend gewesen sein, denn die Verantwortlichen der Wehr, der Festausschuss sowie Moderator Josef Schweighart freuten sich über ein volles Haus und zahlreiche Ehrengäste. Voll war bereits die Kirche St. Alto, wo Pater Michael einen öffentlichen Abendgottesdienst hielt, musikalisch umrahmt von den Pipinsrieder Musikanten. Im Festzug marschierten Wehr und Gäste dann in den Kapplersaal, wo die Gruppe „Die Seratiner“ den Musikpart übernahm.

Pater Michael war eigens von seiner neuen Wirkungsstätte im Landkreis Miesbach angereist. Er war und ist nicht nur passives Mitglied der Wehr, sondern „unser Feuerwehrpfarrer“, wie Josef Schweighart betonte. Der Geistliche sollte sein Kommen nicht bereuen. Er wurde im Laufe des Abends zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenso wie Paul Reiter. Er war von 1993 bis 2002 Vorsitzender des Vereins.

Überhaupt gab es nur lobende Worte und zufriedene Gesichter ob des gelungenen kurzweiligen Abends mit toller Bewirtung, Rückblicken und Überraschungen. So zeigte die Feuerwehr in einem selbst gedrehten Film, dass sie sich selbst auf den Arm nehmen und mit Klischees gut umgehen kann. „Verpflegungsnotstand“ wurde in der Parodie mit einem Großeinsatz bewältigt und verhalf zu enormer Motivation.

Motivation war eines der Kernwörter der jeweiligen Grußworte. So zeigte Kommandant Peter Heinrich auf, dass alle in der Wehr sehr engagiert dabei seien, und das nach einem Arbeitstag und trotz Familie. Da komme man manchmal an die Grenzen, zumal die Bedingungen für das Ehrenamt nicht „unbedingt besser“ geworden seien. „Aber hier läuft es einfach“, erklärte Heinrich. „Die Summe aller Talente, die wir zusammenbringen, erfreut mich immer mehr.“ Peter Heinrich hob aber hervor, dass auch die Unterstützung von außen, nämlich Gelder der Gemeinde oder Spenden und vor allem die Unterstützung und Anerkennung der Bevölkerung, „existenziell wichtig“ sei.

Landrat Stefan Löwl stellte fest, dass in der Marktgemeinde die Welt „auch feuerwehrtechnisch in Ordnung“ sei. Er sprach besagten Dank gern aus an alle Aktiven, die „Väter und Vorväter“ in der Gemeinde, die die Altomünsterer Wehr zu einer schlagkräftigen Truppe gemacht hätten. Sein Vergelt’s Gott gelte zudem der Kommune und den Partnern der Aktiven. Sie seien wohl oftmals in Sorge. „Und trotzdem lassen Sie Ihre Partner gehen, denn Sie wissen auch, sie machen es für uns. Wir lassen Sie nicht allein, so wenig, wie Sie uns allein lassen“, meinte Löwl und übergab an Kommandant Peter Heinrich einen Scheck.

Kreisbrandrat Franz Bründler erinnerte an die Gründer, die „den Kampf gegen die Hilflosigkeit der Menschen aufgenommen haben, mit dem Ziel, gutmöglichst zu helfen“. Er lobte Mannschaft und Führungsteam überschwänglich. „Es macht Spaß mit Euch zu arbeiten. Ihr seid der Wahnsinn für mich.“ Namentlich hob Bründler Klaus Thalhofer für dessen Fleiß hervor. „Bei ihm gibt es kein Nein.“ Sepp Schweighart nannte Thalhofer ebenfalls die „gute Seele“.

Bürgermeister und Schirmherr Anton Kerle zitierte zu Beginn seines Grußworts, wie später auch Festredner Anton Mayr, aus Schillers „Lied von der Glocke“. Den Teil, der den großen Respekt vor Feuer beschreibt. Um sich vor dieser Gefahr zu schützen, habe sich Altomünster vor 150 Jahren mit dem Feuerwehrverein Strategien zugelegt: straffe Organisation, gute Ausrüstung und Ausbildung sowie Übungen. Verändert habe sich in all den Jahren die Intensität und Professionalität. Dies bedeute heute überdurchschnittliches Engagement und starkes Verantwortungsbewusstsein sowie psychische und physische Gefahren. Kerles Dank galt aber nicht nur den Aktiven, sondern auch den passiven und nicht mehr aktiven Mitgliedern, „die die Basis schaffen für ein Wir-Gefühl“. Sich darzustellen und Werbung in eigener Sache zu machen, um so Nachwuchs zu gewinnen, ließ er ebenso wenig unerwähnt. Kerle eröffnete am Ende eine Ausstellung und enthüllte eine Gedenktafel. Großen Applaus gab es auch für Festredner Anton Mayr (weiterer Bericht folgt). Sabine Schäfer

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