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„Bayern barrierefrei“: Die Gemeinderäte Hubert Güntner, Karl Reiter, Wolfgang Graf, Bürgermeister Anton Kerle, Ministerial-Dirigent Markus Zorzi, Christine Degenhart, Hilde Baumgartner und vorne Manfred Keller und Josef Koppold (v.l.) freuen sich über die Auszeichnung des Freistaats für Altomünster.

Barrierefreiheit in der Gemeinde Altomünster

Tue Gutes und rede darüber

Kaum eine Gemeinde hat in den vergangenen Jahren so viel für die Barrierefreiheit getan wie Altomünster. Jetzt bekam die Kommune vom Freistaat dafür eine Auszeichnung.

Altomünster – Unter dem Motto: „Bayern barrierefrei – wir sind dabei“, warb das Bayerische Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familien und Integration um das Bemühen der Kommunen, an ihren Orten für eine weitgehende Barrierefreiheit zu sorgen. Die Marktgemeinde Altomünster hat in dieser Richtung in den vergangenen Monaten viel unternommen. Nun wurde sie als Dank dafür mit dem Signet, dem Ehrenschild für Barrierefreiheit des Ministeriums ausgezeichnet werden.

In einer kleinen Feierstunde im Sitzungssaal des Rathauses übergab Ministerialdirigent Markus Zorzi an Bürgermeister Anton Kerle dieses Signet gleich mit zwei Schildern, „weil Altomünster soviel gemacht hat“, wie er lachend betonte. Es sei eine Anerkennung für die geleistete Arbeit, die das Engagement sichtbar machen soll. Altomünster dürfe stolz darauf sein, zu den 1300 Orten im Freistaat zu gehören, denen diese Ehrung zuteil geworden ist.

Maßnahmen betrafen den Parkplatz am Bahnhof, mit einem Leitsystem über den neuen, wenn auch etwas steilen Weg zum Marktplatz, der mit Rastplätzen unterbrochen wurde. Außerdem wurde das Kopfsteinpflaster an Kreuzungen und Straßen durch größere Platten ersetzt und die wichtigen Wege eingesäumt. Es wurde eine öffentliche Toilette am Marktplatz geschaffen, ein Aufzug im Rathaus installiert und jetzt auch im neuen Juz eine Hebebühne zur Überwindung des Höhenunterschiedes in den Räumen angebracht.

Viele weitere Projekte, wie in der Schule werden außerdem angegangen. Zorzi: „Ich kann hier nur eine gute Herangehensweise feststellen und wünsche mir, dass diese gute Beispiel Schule macht!“ Die finanzielle Bezuschussung durch den Freistaat sei in Aussicht gestellt mit vielen weiteren Förderprogrammen.

Außerdem gebe es tatkräftige Unterstützung durch die Architektenkammer, die beratend zur Seite steht. Bürgermeister Anton Kerle fand den Spruch „Tue Gutes und sprich darüber“ in diesem Fall mehr als angebracht. „Die Inklusion ist mittlerweile in der Gesellschaft angekommen“, betonte der Bürgermeister. Deshalb habe man sich auch bemüht, mit erheblichem finanziellen Aufwand und entsprechenden Mitteln den Anforderungen gerecht zu werden. Gleichzeitig betonte er: „Wir sind für pragmatische Lösungen“, also Lösungen, die auch umsetzbar seien, auch wenn nicht immer alle Bestimmungen erfüllt werden können. Für ihn und den Gemeinderat sei es wichtig, dass die Betroffenen mit den Änderungen einverstanden sind.

Angenehm überrascht war die Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, Christine Degenhart, die vor zwei Jahren noch als Behindertenbeauftragte des Bezirks Oberbayern in Altomünster zu Gast war, über das, was in kurzer Zeit geschaffen wurde. „Altomünster ist mein Herzblatt“, gab sie zu. So schön der Ort liege, sei „das gleichzeitig das Dilemma“, behauptete sie. Denn in diesem hügeligen Ort müssen viele Kompromisse geschlossen werden, um in kleinen Schritten Verbesserungen zu schaffen: „Aber es ist gut gelungen.“ Besonders schön fand sie es, „dass hier alle an einem Strang ziehen“, Kommune, Bezirk und Freistaat.

Für den Altomünsterer Behindertenbeauftragten im Gemeinderat, Manfred „Charly“ Keller war es wichtig, dass Verbesserungen angegangen werden, die möglich sind, „auch wenn sie nicht ganz im DIN-Bereich liegen“. Denn schon minimale Veränderungen würden helfen.

Das unterstrich auch der Behindertenbeauftragte des Landkreises Aichach/Friedberg, Josef Koppold. „Sich selbständig und frei bewegen zu können“, das sei der Wunsch jedes behinderten Menschen. Er dankte der Marktgemeinde, dass sie in diese Richtung viel unternommen habe.

Applaus gab es auch von einer Reihe Gemeinderäten, dem Amtsleiter Christian Richter und der stellvertretenden Behindertenbeauftragten des Landkreises, Hilde Baumgartner, die sich für diese Ehrung Zeit nahmen.

gh

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