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Vollprofis im Maibaumklau

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Von: Thomas Zimmerly

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Randelsried, 3 Uhr früh, das Bier schmeckt: Die Randelsrieder Burschen genehmigen sich nach dem Diebstahl des Gundertshausener Maibaums noch eine Schlummer-Halbe.
Randelsried, 3 Uhr früh, das Bier schmeckt: Die Randelsrieder Burschen genehmigen sich nach dem Diebstahl des Gundertshausener Maibaums noch eine Schlummer-Halbe. © privat

Sie haben es schon weider getan, die Vollprofis aus Randelsried und Asbach: Sie klauen und klauen Maibäume. Nummer 41 wurde jetzt weggeschafft.

Randelsried/Asbach – „Die Motivation steigt umso mehr bei dem Gedanken, wieder Bäume zu ergattern.“ Diesen Satz sagte der Vorsitzende des Burschen- und Mädchenverein Randelsried-Asbach, Thomas Kienast, vor zwei Jahren, nachdem Corona die besten Maibaumdiebe des Dachauer Landes ausgebremst hatte. Nun sind sie zurück. Und wie.

Nach zwei langen Jahren war es wieder soweit. Die Meistermaibaumdiebe des Burschen- und Mädchenvereins Randelsried-Asbach konnten wieder ihrem Hobby nachgehen. Dass die Schonzeit vorüber ist, bekamen die Dorfgemeinschaften in Rienshofen bei Arnbach sowie Gundertshausen bei Schiltberg schmerzhaft zu spüren, denn die Randelsrieder Burschen stibitzten deren Prachtstangerl. Die bedauernswerten Gundertshausern ereilte dieses Schicksal nach 2018 bereits zum zweiten Mal.

Doch zunächst wurden die Rienshofener zum Opfer. Man schrieb den 17. April. „Heid Nacht haben wir unseren bereits 40zigsten Maibaum in Rienshofen (bei Arnbach) geklaut“, ist auf der Facebookseite der Randelsrieder Burschen zu lesen. „Wir waren mit zirka 20 Leuten unterwegs“, ergänzt Burschenchef Thomas Kienast.

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Der Raubzug war von langer Hand geplant – logisch. Dazu hätten sich die Randelsrieder und Asbacher jeden Abend an ihrem Bauwagen getroffen und hätten Pläne geschmiedet, so Kienast. Doch wie haben er und sein Team mitgekriegt, dass die Rienshofener bei der Maibaumwache a bissl nachlässig sind? „Mei, es gibt schon welche, die rufen einen an. Aber..., das erfährt man schon“, will sich Kienast nicht so recht in die Karten blicken lassen. Verständlich.

So richtig bedauernswert ist die Dorfgemeinschaft in Gundertshausen. Ihr haben die Randelsrieder vor ein paar Tagen den Baum entführt. „Maibam Nr. 41“, wie die Diebe auf Facebook vermerkten – wobei sie ein paar hämische Smileys an die Botschaft dranhängten. Es war nach 2018 bereits das zweite Mal, dass die Gundertshauser dran glauben mussten.

In diesem Zusammenhang: Wer wissen möchte, wann und wo die Randelsrieder zugeschlagen haben, findet die Auflistung auf der Homepage www.bmv-randelsried-asbach.de. Die Taten reichen bis ins Jahr 2000 zurück. Zahlreiche Opfer aus dem Dachauer Land sind im Verzeichnis zu finden, aber auch überrumpelte Gruppierungen aus den Landkreisen Aichach-Friedberg oder Freising.

So richtig berühmt wurden die Randelsrieder 2017, als sie dem Radiosender Antenne Bayern den Baum geklaut hatten, den ein Antenne-Bayern-Team zuvor aus Zwiesel hatte mitgehen lassen.

2017 wurden die Randelsrieder Burschen richtig berühmt, nachdem sie den von Antenne Bayern aus Zwiesel geklauten Maibaum dem Radiosender wieder abnahmen. 
2017 wurden die Randelsrieder Burschen richtig berühmt, nachdem sie den von Antenne Bayern aus Zwiesel geklauten Maibaum dem Radiosender wieder abnahmen.  © privat

Nun nähert sich der 1. Mai und mit ihm die Maifeste, wo allerorten die Prachtstangerl aufgestellt werden. Geben die Randelsrieder nun Ruhe? Von wegen. „Jetzt geht’s erst richtig los“, verspricht Thomas Kienast. Man begebe sich auf die Pirsch, habe „mehrere Objekte im Auge“, und niemand könne sich sicher sein, dass tief in der Nacht und klammheimlich ein Auto mit Anhänger aus Randelsried vorfährt, den hölzernen Liebling des Dorfes auflädt und wieder verschwindet.

Mit den Rienshofenern und Gundertshausern sind sich die Meisterdiebe bereits einig geworden. Für jeweils Bier und Brotzeiten für 20 Leute gibt es den Maibaum zurück.

Doch die Randelsrieder haben noch nicht genug. Schließlich gehören zum Maibaumdiebstahlsteam insgesamt so 40 bis 50 Leute, verrät Thomas Kienast. Und die möchten alle mit Speis und Trank versorgt werden.

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