+
Mordabsicht ja oder nein? Im Hantel-Prozess von Altomünster spielen Telefonmitschnitte eine wichtige Rolle.

Landgericht München II

Hantel-Prozess: Alles nur „Frust-Gespräche“?

  • schließen

Wollte sie ihren Mann tatsächlich töten lassen? Telefonmitschnitte sollen im Hantel-Prozess von  Altomünster Klärung bringen.

Altomünster/München – Es gilt einen seltsamen, vermeintlichen Mordfall aufzuklären. Deshalb hörte die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck 2013 die Telefongespräche von Pia W. (50, Name geändert) aus Altomünster ab. Das hätten sich wohl weder sie noch ihre Gesprächspartner träumen lassen. Deshalb sprachen sie frei von der Leber weg. Die Gespräche sollen dem Landgericht München II nun helfen, herauszufinden, ob die Angeklagte tatsächlich ihren minderjährigen Sohn zum Mord am Vater anstiftete. Laut Anklage sollte er ihn mit einer Hantel erschlagen (wir berichteten).

Die Gespräche zeigen: Pia W. hatte im Jahr 2007 oder 2008 wirklich mit ihren drei Kindern darüber gesprochen, den Vater zu beseitigen. Doch betont sie in den Telefonaten auch immer wieder, dass das alles nur „Frust-Gespräche“ gewesen seien.

Im ersten vor Gericht abgespielten Telefonat vom Oktober 2013 spricht der Lebensgefährte der Tochter (29) mit der angeklagten Pia W. – kurz nachdem ihr mitgeteilt worden war, dass die Staatsanwaltschaft wegen Mordes gegen sie ermittelt. Der Anrufer wollte mit ihr reden „wegen der ganzen Sache, die hier abläuft“. Sie frage sich auch, sagt die Angeklagte, warum sie mit ihren Kindern „auf so einen Scheiß gekommen“ sei. Sie habe ihren Mann aber nie umbringen wollen.

Schließlich spricht die 29-jährige Tochter mit der Mutter. „So was macht man nicht“, regt sie sich auf – und meint damit die Gespräche über das Beseitigen des Vaters. Für ihren jüngsten Bruder (damals zwölf), der dem Vater die Hantel auf den Kopf geschlagen habe, sei das alles „sehr verstörend“ gewesen. „Der hatte schon das Gefühl, dass das ernst ist. Er hatte immer ein schlechtes Gewissen dem Papa gegenüber.“

Sie selbst sei als älteste Tochter schon weiter gewesen. „Ich habe nicht geglaubt, dass ihr den Plan wirklich in die Tat umsetzt.“ Aber sie selbst mache das auch „fertig“. Die Mutter gibt sich optimistisch: „Schauen wir, dass wir das wieder hinkriegen.“

Der Vater war bei dem Schlag mit der Hantel nur leicht verletzt worden. Der Prozess dauert an. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach der Attacke eingeschläfert: Dobermann greift Herrchen (67) an und verletzt ihn schwer
Ein Dobermann hat sich am Sonntagnachmittag im Bein und Kopf seines Halters verbissen. Der Mann musste mit schweren Verletzungen ins Klinikum Dachau eingeliefert werden.
Nach der Attacke eingeschläfert: Dobermann greift Herrchen (67) an und verletzt ihn schwer
19-Jähriger rastet auf Indersdorfer Volksfest aus
Am ersten Volksfesttag, wenige Stunden nachdem das erste Fass angezapft wurde, ist ein 19-jähriger Indersdorfer auf die Polizeibeamten vor Ort losgegangen. Zuerst …
19-Jähriger rastet auf Indersdorfer Volksfest aus
Investitionen nur auf Pump machbar
Die Gemeinde Hilgertshausen-Tandern investiert 2019 und in den folgenden Jahren riesige Summen. Ohne neue Schulden und eine umfangreiche Rücklagen-Entnahme sind die …
Investitionen nur auf Pump machbar
Europawahl im Landkreis Dachau: Ergebnisse der Gemeinden und Reaktionen
Die Dachauer Wähler haben entschieden: Die Grünen im Landkreis jubeln über das Ergebnis bei der Europawahl, und auch die CSU ist zufrieden. Ganz anders dagegen sieht es …
Europawahl im Landkreis Dachau: Ergebnisse der Gemeinden und Reaktionen

Kommentare