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Claudia Schwarz 

Rom hat gesprochen

Sie hat sich im Kloster eingesperrt, weil sie es retten wollte – Vatikan urteilt jetzt

Bis zuletzt hat Claudia Schwarz um den Verbleib im Kloster Altomünster gekämpft. Sie wolle erst gehen, wenn Rom dies befiehlt, betonte sie immer wieder. Jetzt ist das endgültige Urteil über das Kloster gefallen.

Altomünster – Eigentlich war die Entscheidung über die Zukunft des Klosters Altomünster schon 2015 von der Vatikanischen Ordenskongregation getroffen worden. Diese wollte das Kloster, das damals nur noch eine Schwester beherbergte, auflösen. Doch daraus wurde nichts. Die Postulantin und Juristin Claudia Schwarz wehrte sich lange erfolgreich gegen die Räumung des Klosters und verwies dabei immer wieder auf die Entscheidung in Rom. Aber auch dort hat man nun gegen die Postulantin entschieden.

Das Dekret aus Rom, verfasst vom obersten Gericht der Apostolischen Signatur, lässt keine Zweifel daran, wie der Fall im Vatikan gesehen wird. Der in lateinischer Sprache verfasste Text, der jetzt dem erzbischöflichen Ordinariat München vorliegt, „hält ausdrücklich fest, dass es im Kloster Altomünster zum Zeitpunkt der Auflösung keine Kandidatinnen, Postulantinnen oder Novizinnen gab und die so bezeichneten Frauen weder gültig zugelassen noch Nonnen aus einem anderen Kloster waren.“ Das erklärt das Ordinariat in einer Pressemitteilung.

Schwarz nahm die Neuigkeit gefasst hin. Das Dekret habe sie bisher nur kurz überfliegen können. Die Begründung aus der Pressemitteilung des Ordinariats kann sie nicht nachvollziehen: „Einiges davon ist definitiv falsch und nicht richtig übersetzt. Es hätte eine Novizin gegeben, aber schon im September 2017 hat das Ordinariat in der Hinsicht gemauert. Und Postulantinnen gab es auch.“

Sie versprach aber zu ihrer Verpflichtung zu stehen und aus dem Kloster innerhalb der vorgegebenen Frist auszuziehen, wenn dies eindeutig aus dem Dekret hervorgehe. „Ich werde aber nicht auf den Erhalt des Dekrets drängen, denn damit würde die 14-tägige Frist beginnen, innerhalb derer ich das Kloster verlassen müsste.“

Damit ginge ein jahrelanger Rechtsstreit zu Ende. Schon die letzte Schwester des Klosters – Schwester Appollonia – hatte sich dem im Dezember 2015 gefassten Beschluss zur Auflösung des Klosters bis Februar 2017 widersetzt. Nachdem Apollonia schließlich in ein Pfarrhaus nach Vils
eck gezogen war, setzte Claudia Schwarz den Kampf um den Verbleib im Kloster fort. Bis heute.

Erleichtert über den Ausgang des Rechtsstreits zeigt sich hingegen Altomünsters Bürgermeister Anton Kerle: „Das Ergebnis war zwar zu erwarten, aber ich bin froh, dass es jetzt da ist. Der Vorgang hätte ja auch noch länger dauern können.“ Jetzt können die Arbeiten am Baugebiet Sandgrubenfeld beginnen. Kerle rechnet damit, dass aber erst im kommenden Jahr die Bagger anrollen können: „Der Baumarkt ist gerade so angespannt, dass wir so kurzfristig keine Firma dafür bekommen werden.“

Thomas Benedikt

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