Kurz vor Beginn im voll besetzten Kapplerbräusaal: Moderatorin Sabine Schäfer mit den Kandidaten Anton Kerle (l.) und Michael Reiter. 
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Kurz vor Beginn im voll besetzten Kapplerbräusaal: Moderatorin Sabine Schäfer mit den Kandidaten Anton Kerle (l.) und Michael Reiter. 

Großer Andrang

Podiumsdiskussion: 300 Zuhörer stillen ihre Neugier

Mehr als 300 Besucher sind in den Kapplerbräusaal in Altomünster gekommen, um sich ein Bild von den  Bürgermeisterkandidaten Anton Kerle und Michael Reiter zu machen.

  • Über 300 Besucher kamen zur Podiumsdiskussion in Altomünster. 
  • Dort stellen sich die Bürgermeisterkandidaten Anton Kerle und Michael Reiter den Fragen der Bürger.
  • Beide waren bestens darauf vorbereitet.

Altomünster Bestens vorbereitet zeigten sich die zwei Bürgermeisterkandidaten Anton Kerle (CSU) und Michael Reiter (Freie Wählergemeinschaft Altomünster) bei der Podiumsdiskussion der Dachauer Nachrichten zur Kommunalwahl im März. Sie machten deutlich, dass ihnen das Kloster und der Naturschutz sehr am Herzen liegen. Auch das Naturbad wollen beide mit Hilfe des Erholungsflächenvereins vorantreiben, ebenso bezahlbaren Wohnraum. Nicht ganz überein stimmten sie allerdings, wenn es um die Nachverdichtung oder Verkehrsangelegenheiten ging.

Auf jeden Fall waren es rund 300 interessierte Zuhörer, die in den Kapplerbräusaal gekommen waren, die sogar mit Stehplätzen im hinteren Bereich und auf der Tribüne vorlieb nahmen, um die Diskussion zwischen den beiden Kandidaten mitzuverfolgen. DN-Redakteurin Sabine Schäfer, die auch für die Marktgemeinde zuständig ist, wirkte als umsichtige Moderatorin und bezog im zweiten Teil des Abends auch die Anwesenden in die Fragerunde mit ein.

Zunächst aber durften sich die beiden Kandidaten noch vorstellen: der 57-jährige Bankkaufmann und Bankbetriebswirt, Anton Kerle (CSU), seit 2014 amtierender Bürgermeister, und sein 47-jähriger Herausforderer, Michael Reiter (Freie Wähler), der als Zimmerermeister und staatlich geprüfter Hochbautechniker sowie Sachverständiger für energieeffizientes Bauen und Sanieren in der eigenen Zimmerei tätig ist. Beide wurden mit viel Applaus begrüßt.

Die Frage von Sabine Schäfer ans Publikum, wie viele denn noch unentschlossen sind, in ihrer Wahl der Kandidaten, wurde mit viel Gelächter beantwortet, und eine sehr überschaubare Menge an Händen zeigte nach oben. Die gleiche Frage am Ende der Veranstaltung zeigte dann deutlich weniger Hände an – es schien, dass viele danach „ihren“ Wunschkandidaten gefunden hatten.

Wo sind die Defizite?

Doch zuvor mussten Kerle und Reiter noch Rede und Antwort stehen und erklären, wie sie Altomünster fit für die Zukunft machen wollen. „Wo sind die Defizite?“ fragte Sabine Schäfer bei Anton Kerle nach. „Wir haben keine, denn wir haben die Gemeinde von Altbürgermeister Konrad Wagner (Anm.: der gleich in der ersten Reihe das Duell gelassen mitverfolgte) gut übernommen und auch weitergeführt. Defizite wird es eher in Zukunft geben.“ Kerle machte allerdings deutlich, dass er das Wort als zu negativ und für Altomünster unpassend betrachtete. Er selbst bezeichnete die vergangenen sechs Jahre als die intensivsten seines Lebens, die interessantesten und lehrreichsten.

Als Defizit dagegen sah Michael Reiter, dass es viel zulange dauert, bis Baugebiete ausgewiesen werden und bis der Wohnungsbau für bezahlbare Mieten vorangeht. Er hatte sich aber die Schlagworte „transparent, zukunftsorientiert und bürgernah“ vorgenommen. Dabei geht es ihm darum, die Bürger sehr gut zu informieren, nach oder noch besser vor den Sitzungen mit ihnen ins Gespräch zu kommen. In seinen zwölf Jahren, die er im Gemeinderat ist, habe es viele Dinge gegeben, die ihn nachdenklich gestimmt haben, weil der Informationsfluss gefehlt hat oder nicht offen miteinander gesprochen wurde.

Transparenz

Zur Transparenz und Bürgernähe warf auch Anton Kerle seine Meinung ein, denn er lobte nicht nur den guten Umgang aller Fraktionen im Rathaus miteinander, sondern auch den Bürgern gegenüber. Alle seien stets bemüht, Fragestellern Auskünfte zu geben.

Beifall brandete immer wieder bei den Antworten der Kandidaten auf, auch dann, als Sabine Schäfer später die Fragen der Leser vorlegte, die eingegangen waren, oder den spontanen Fragen, die das Publikum stellen konnte. Dabei ging es in erster Linie um die Infrastruktur der Gemeinde mit den Themen Wohnraum, Baurecht, Verkehrssituation, ein Bürger- oder Pfarrsaal, das Bad, Naturschutz oder das Kloster. Ein ausführlicher Bericht darüber folgt.

Ausblick auf 2030

Fest stand für Anton Kerle bei der Schlussfrage, dass Altomünster in zehn Jahren, also 2030, zwar älter, aber auch schöner sein wird, mehr Wohnqualität und gutes Leben bieten kann, die S-Bahn pünktlich fährt, sich die Verkehrsprobleme lösen und das Ehrenamt nicht abgenommen hat. „Es wird schwierig genug, aber es lohnt sich zu kämpfen!“, betonte er.

Michael Reiter sah ein moderates Wachstum, einen liebenswerten Ort und Ortsteile, die mit Leben erfüllt sind, eine gute Vereinsarbeit, Lösungen im Verkehrsbereich und gute Kinderbetreuung als Aufgaben für die Zukunft. „Auf jeden Fall aber möchte ich, dass unsere Nachkommen Altomünster als lebenswerten Ort empfinden und auch dableiben wollen!“

Gisela Huber

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