1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau
  4. Altomünster

Letzte Ruhe ist nun erheblich teurer

Erstellt:

Kommentare

Eine Kerze steht auf einem Grab auf einem Friedhof. Trauer.
Die Grabgebühren in Altomünster werden erhöht. © Britta Pedersen/dpa

Altomünster – Der letzte Weg eines Menschen ist immer ein sensibles Thema. Mit einem ebensolchen – dem Neuerlass der Bestattungssatzung samt Gebührensatzung – hatte sich der Gemeinderat Altomünster bereits im September befasst und den Punkt nach einer Debatte auf die Novembersitzung vertagt.

In der jüngsten Sitzung wurden dann tatsächlich Nägel mit Köpfen gemacht. Neu aufgenommen ist beispielsweise jetzt die Bestattung in einem Leichentuch ohne Sarg. Der Freistaat Bayern hat zum 1. April 2021 diese Bestattungsform aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen zugelassen. Allerdings hatte die Verwaltung den Zusatz „auf Antrag“ eingefügt. „Weniger ist mehr“, meinte Markus Hagl (FWG) und sprach damit für die meisten, die in dem Zusatz nur Verwaltungsaufwand im Prüfen des Antrags und keine Notwendigkeit sehen. Einzig Marianne Kerle (CSU) und Elisabeth Glas (FWG) wollten die Antragstellung beibehalten.

Gestrichen wurde auch das Wort Thalhausen, denn sowohl der Friedhof um die Kirche dort als auch die Erweiterungsfläche stehen im Eigentum und in der Verwaltung der Kirche, erläuterte Geschäftsleiter Christian Richter. Gemeindeeigene Friedhöfe gibt es außer in Altomünster noch in Pipinsried, Hohenzell, Oberzeitlbach, Randelsried und Wollomoos.

Neu in die Gebührensatzung aufgenommen wurden die Urnengrabfächer in Stelen, die es in der letzten Satzung aus dem Jahr 2009 noch gar nicht gab.

Die neu gefasste Satzung für die Jahre 2022 bis 2025 birgt indes nicht nur diese Neuerung, sondern ist auch mit einer Erhöhung bei jeder Bestattungsform verbunden. Darüber hatte der Marktgemeinderat bereits im September emotional diskutiert (wir haben berichtet). Denn auch kommunale Friedhöfe müssen kostendeckend verwaltet werden.

Darauf hatte Ingrid Hannemann von der Schweriner Kommunalberatungsfirma Kubus damals ausdrücklich hingewiesen. Der Rat einigte sich daher nicht nur auf eine Laufzeit von vier Jahren, sondern auch auf eine Kostendeckung von 40 Prozent. Bisher lag diese bei 20 Prozent – will heißen: Die Hinterbliebenen tragen nun 40 Prozent der Kosten eines Grabes, den Rest muss die Kommune zuschießen. Ein Familiengrab kostet nun also 2655 Euro für die Gesamtlaufzeit von 25 Jahren, ein Einzelgrab 1943 Euro, ein Urnengrab 1395 Euro (Laufzeit 15 Jahre) und ein Urnengrabfach 1363 Euro, ebenfalls für 15 Jahre mit der Möglichkeit zu verlängern. Die Friedhofspflegegebühr entfällt jedoch.

Gestaffelt werden die Kosten für die Benutzung der Leichenhalle. Auch dies war im September ein Vorschlag der Expertin. Die Gebühr für den ersten Tag beträgt nun 249 Euro, für jeden weiteren Tag 124 Euro. Die Gebührensatzung wurde gegen zwei Stimmen angenommen.

Auch interessant

Kommentare