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Humorvoll und schlitzohrig wird der Dachauer Bauer in Karikaturen meist dargestellt

Museum Altomünster

Mit Schwung in eine heitere Ausstellung

Es ist eine besondere Ausstellung mit heiterer Note. Denn im Museum Altomünster geht es bis 6. August um den Dachauer Bauern in der Karikatur. Die Vernissage war gut besucht. Und es wurde sogar getanzt.

Von Gisela Huber

Altomünster – Im Altomünsterer Museum geht es diesmal um keinen Geringeren als den „Dachauer Bauern“. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Landwirtschaftsausstellung, sondern um eine heitere Variante. Der Dachauer Bauer wurde nämlich in unzähligen Karikaturen dargestellt.

Robert Gasteiger aus Dachau erhielt bei der sehr gut besuchten Vernissage kräftigen Applaus, denn er nicht nur die Idee zu dieser Ausstellung, sondern laut dem Altomünsterer Museumschef Wilhelm Liebhart „gibt es keinen bedeutenderen Sammler zu diesem Bereich als Robert Gasteiger“. Deshalb freute es Liebhart besonders, dass sie wieder gemeinsame Sache machen konnten und die Ausstellung bis Sonntag, 6. August in Altomünster zu sehen ist.

Dann aber wurde es turbulent, denn eine Abordnung der „Dachauer Schloßbergler“ hatte es sich nicht nehmen lassen, bei dieser Gelegenheit mit einigen Volkstänzen und Landlern etwas Leben in den schönen Oberstock des Hauses zu bringen und die Schloßbergler waren begeistert, wie gut man hier tanzen kann. Die Frauen drehten unendliche Runden um ihre Partner, es gab Schuhplattler, kräftiges Stampfen. Ohne das zünftige Aufspielen der „Grod-no- Musi“ wäre das aber nur eine halbe Sache gewesen und so bekamen alle miteinander viel Beifall für die gelungene Einlagen.

Die Redner fassten sich angesichts der schwülen Luft im Raum und der Regenschauer draußen ziemlich kurz. Anton Kreitmair, der Oberbayrische Bezirksbauernpräsident, machte als Schirmherr der Ausstellung den Anfang und zeigte sich sehr erfreut, dass hier das Dachauer Hinterland und seine Menschen zu sehen sind, wie sie noch vor der Jahrhundertwende gelebt haben. Er wünschte sich aber auch, dass viele Dinge der Vergangenheit in solchen Bildern oder Erzählungen weitergegeben werden, denn gerade der Wandel in der Landwirtschaft sei in den letzten 150 Jahren enorm gewesen.

„Bayern ist das fruchtbarste Land Deutschlands und es gibt hier die drolligsten Figuren der Welt“, zitierte Bezirksheimatpfleger Dr. Norbert Göttler in seiner ebenfalls knapp gefassten Festrede einen Auszug aus der Literatur. „Von München aus hat man früher in den Norden, also ins Dachauer Land geschaut, das Interesse für den Süden kam erst viel später“, betonte er. Das würde auch begründen, warum der Dachauer Bauer in seiner unverkennbaren Tracht, den derben Sprüchen und seine Schlitzohrigkeit bei allen Künstlern ein beliebtes Objekt war und sogar in der Musik seinen Einzug fand. Sicherlich sei manches sehr übertrieben dargestellt worden, das sei aber die Freiheit der Karikatur, mit der sich so mancher Künstler an den Rand des guten Geschmacks oder gar des Taktes begeben habe.

Stellvertretender Landrat Edgar Forster meinte, er habe extra die „Dienstkleidung“ vergangener Jahrzehnte, also Gehrock, lange Lederhosen und Faltenstiefel, angezogen, um auch stilecht zu dieser Ausstellung zu kommen und die besten Grüße des Landrates zu übermitteln.

Robert Gasteiger selbst hatte dann noch einige deftige Zitate aus dem Begleitkatalog zur Ausstellung auf Lager, bevor er Wilhelm Liebhart mit seinem Team dafür dankte, dass sie das Organisatorische wieder so hervorragend gemeistert haben.

„Das Altomünsterer Museum leistet viel in solchen Bereichen“, lobte Gasteiger und wünschte allen Besuchern, dass sie beim Betrachten der heiteren Bilder genauso viel Freude haben, wie er am Sammeln gehabt habe.

Die Ausstellung

ist während der Öffnungszeiten des Museums mittwochs bis samstags von 13 bis 16 Uhr und an den Sonntagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

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