+
Am Mitfahrbankerl vor dem Infobüro in Altomünster: Martha Roth, Agnes Kranzberger, Julia Loschko, Sabine Graf und Sohn Moritz (v.l.). Hinten Marianne Kerle und Irmgard Achter. 

Bilanz nach 100 Tagen

Mitfahrbankerl sind eine tolle Sache

Seit 100 Tagen gibt es in der Gemeinde Altomünster die Mitfahrbankerl. Eine Idee, die die Möglichkeit schafft, mit anderen von A nach B zu kommen, Leute aber auch zusammenbringen will. 

Altomünster – Hundert Tage – das ist ein Zeitraum, in dem Politiker eine erste Bilanz ziehen. Warum sollte dies nicht auch für das Bestehen der Mitfahrbankerl im Gemeindegebiet gelten. Das Bankerlteam jedenfalls wollte es nach diesen Tagen genau wissen und machte einen Praxistest.  

Jeder fuhr dazu von seinem Ort aus, also von Thalhausen, Wollomoos oder Sielenbach, per Mitfahrbankerl nach Altomünster, wo ein süßes Ziel wartete, nämlich die Eisdiele. Angekommen sind alle – und wie, das erzählten sie dann in ihrer Gesprächsrunde.

Am schnellsten weggekommen sind Sabine Graf und ihr siebenjähriger Sohn Moritz aus Thalhausen. Sie hatten kaum zwei Minuten ihr Hinweisschild „Altomünster“ aufgesteckt, als sie auch schon von einer Nachbarin mitgenommen wurden, die nach Indersdorf wollte. Dass die Thalhauser eine ideale Bankerllage direkt am Maibaum, gut einsehbar von allen Seiten, haben, das wurde damit wieder allzu deutlich. Auch die örtliche Jugend nutzt das Bankerl mittlerweile oft für Fahrten nach Wollomoos. Selbst als einer einmal sein Tablet in einem Auto vergaß, hat er es unversehrt wieder bekommen.

Irmgard Achter aus Rudersberg war zu Fuß zur Eisdiele gekommen. Sie berichtete aber von ihren Erfahrungen vom Bankerl am Altomünsterer Bahnhof, das sie häufig nutzt, um in den Biergarten nach Thalhausen zu kommen. „Sehr gut kommt man von hier aus zu den Zugzeiten weg“, erklärte sie. Dazwischen sei es etwas schwieriger, weil der Standort nicht ganz so ideal ist und von den Autofahrern oft übersehen wird.“ Das ist noch verbesserungswürdig“, war der einstimmige Tenor der Gruppe.   

Weil sie die Mitfahrgelegenheit selber oft nützt, kam Agnes Kranzberger aus Sielenbach direkt ins Schwärmen. Dort steht das Bankerl an der Schule, und viele Leute halten, um jemand mitzunehmen. Für die Fahrt bis Wollomoos ist die Zeit meist zu kurz, als dass sich ein Gespräch entwickelt. Aber sie hat auch schon angeboten bekommen, dass die Fahrerin in einer Stunde wieder zurückfährt und sie dann wieder mitnehmen würde. Diesmal kam sie schnell bis Wollomoos, konnte hier etwas erledigen und wartete dann am Bushäusl bei der Achtersiedlung auf eine Mitfahrgelegenheit. Eine Wollomooserin brachte sie dann nach Altomünster.   

Julia Loschko hatte sich in Wollomoos an der Lindenbergstraße zum Mitfahren hingesetzt und fand nach zehn Minuten eine Thalhauserin, die sie gerne mit nach Altomünster nahm. Dabei kamen sie auch am „Kirchenbankerl“ vorbei, wo Marianne Kerle Stellung bezogen hatte, und so kam dann praktisch gleich eine kleine Fahrgemeinschaft zustande. Auch beim Heimfahren hatten die Beiden gleich Glück, wobei sie diesmal vom Bahnhofsbankerl in Altomünster starteten, wo eine Aichacherin bereit war, sie mitzunehmen.

Zuletzt kam noch Martha Roth aus Wollomoos in der Eisdiele an. Bei ihr hatten zwar einige angehalten, die fuhren aber nicht nach Altomünster. Sogar ein Paketfahrer hätte sie mitgenommen, wenn es seine Strecke gewesen wäre. So musste sie halt diesmal selbst ihr Auto holen und fahren. „Freundlich waren sie alle, die Autofahrer“, erklärte das Team übereinstimmend. Aber sie fanden ihre durchaus positive Bilanz noch ausbaufähig. Schließlich werde dadurch auch die Umwelt weniger belastet. Außerdem tue es gut, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen.

Wer es selbst einmal ausprobieren möchte, der hätte am morgigen Sonntag die ideale Gelegenheit, mit dem Bankerl zum Dorf- und Pfarrfest nach Wollomoos zu fahren. Denn wer da mit dem Bankerl kommt, der muss nur seinen Namen und den Abfahrtsstandort nennen, dann darf er sich über ein Freigetränk an diesem Fest freuen – ein Zuckerl zum Bankerljubiläum. Wer die Standorte noch nicht genau kennt, hier sind sie nochmal aufgelistet: in Altomünster am Rathaus und vor dem Bahnhof; in Pfaffenhofen am Wasserhäusl; in Thalhausen am Maibaum; in Sielenbach an der Schule und in Wollomoos an der Trauerweide bei der Lindenbergstraße, in der Talstraße gegenüber der Kirche und am Bushäusl an der Aichacher Straße.

gh

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

A8 bei Dachau: Kilometerlanger Stau nach Unfall - und keine Rettungsgasse
Auf der A8 bei Dachau ist es am Freitag zu einem Unfall gekommen. Und wieder einmal besonders ärgerlich für alle Rettungskräfte: Die fehlende Rettungsgasse erschwerte …
A8 bei Dachau: Kilometerlanger Stau nach Unfall - und keine Rettungsgasse
Bizarrer Unfall: Kruzifix durchschlägt Frontscheibe
Ein Feldkreuz durchschlug bei einem Unfall am Donnerstagabend bei Haimhausen (Kreis Dachau) die Windschutzscheibe eines Autos.
Bizarrer Unfall: Kruzifix durchschlägt Frontscheibe
Richtfest auf derITG-Großbaustelle
45 000 Stunden Arbeit leisteten die Handwerker in rund einem Jahr, 8560 Kubikmeter Beton und 605 Tonnen Stahl wurden verbaut: Es geht schnell voran mit der Errichtung …
Richtfest auf derITG-Großbaustelle
Opelfahrer pralltgegen Flurkreuz
Ein 75-jähriger Opel-Fahrer ist am Donnerstagabend an der B 13 bei Haimhausen gegen ein Feldkreuz geprallt. Unfallursache war laut Polizei überhöhte Geschwindigkeit.
Opelfahrer pralltgegen Flurkreuz

Kommentare