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Ihm würde die Ausstellung gefallen: Das Foto rechts zeigt den Grafiker und Maler Herrmann Stockmann. 

Museumsverein Altomünster widmet Hermann Stockmann eine Ausstellung zum 150. Geburtstag

Hommage an einen Ur-Dachauer

„Er war der wohl populärste und beliebteste Ur-Dachauer aller Zeiten, ist es heute vielleicht noch“, sagte Wilhelm Liebhart, Vorsitzender des Altomünsterer Museumsvereins. Er meinte damit Hermann Stockmann, dem das Museum nun eine ganze Ausstellung gewidmet hat, die jetzt eröffnete.

Rechts hinter Liebhart hängt ein Schwarz-Weiß-Portrait von Stockmann. In Oberlandler Tracht, mit Stock, Federhut, Schnauzer und offenem Bierkrug lächelt er in die Kamera. „Wenn Dachau zum 150. Geburtstag von Stockmann keine Feier begeht, müssen wir das in Altomünster eben nachholen“, erklärte Liebhart, warum das Museum in Zusammenarbeit mit dem Dachauer Museumsverein diesem Maler und Grafiker eine Ausstellung widmet.

2017 wäre Stockmann 150 geworden, in diesem Jahr jährt sich sein 70. Todestag. Die Ausstellung ist sehr spontan entstanden. „Innerhalb von zwei Wochen einen 100-seitigen Katalog zusammen zu stellen grenzt an einen neuen Rekord“, bewarb er die Niederschrift zur Ausstellung. Er stellte an die rund 70 Besucher im Obergeschoss die Frage: Gibt es über Stockmann überhaupt noch etwas Neues zu schreiben? Liebhart gab sogleich die Antwort: „Jutta Mannes stellte alle Ausstellungen zusammen, in denen Stockmann von 1893 bis 1938 mitwirkte oder selbst organisierte“, zählt der Vereinsvorsitzende auf. Heinz Neumaier schrieb über seine Exlibris-Sammlung von Hermann Stockmann.

Die kleinformatigen Illustrationen hängen gerahmt neben Liebhart, als er weiter aufzählt: „Zudem geht Robert Gasteiger in seinem Text auf Stockmann als humoristischer Illustrator ein.“ Viele würden Stockmann als Maler kennen, seine Ölgemälde vom Dachauer Land – verschneite Wege, Sonnenaufgang über dem Dachauer Moor oder der wolkenbehangene Himmel über den Feldern – sind allbekannt.

Eine Auswahl davon ist im Erdgeschoss des Museums zu sehen. Nur wenige wüssten laut Liebhart allerdings, dass Stockmann auch ein guter Grafiker und Illustrator war, der Plakate entwarf und für Magazine illustrierte. Der Beweis befindet sich im ersten Stock des Museums. Viele Skizzen, Tuschezeichnungen sowie Post- und Glückwunschkarten bezeugen, dass Stockmann nicht nur den Pinsel zu führen wusste.

Robert Gasteiger, der die Idee zur Ausstellung hatte und Hauptinitiator war, stellte bei der Eröffnung Stockmann in einer Kurzbiografie vor. So betonte Gasteiger, dass sich Stockmann, der 1867 in Passau geboren wurde und sich 1898 in Dachau niederließ, schon damals sehr für die Brauchtumspflege einsetzte. „Er engagierte sich in diesem Bereich, wo er nur konnte“, sagte Gasteiger. Es sei vor allem Stockmanns „Schuld“, dass die Dachauer Trachtler wieder originale, alte Dachauer Tracht tragen und nicht die Oberlandler Tracht. 1903 war Stockmann Mitbegründer des Museumsvereins Dachau. Er war einer der ersten, der historische Alltagsgegenstände sammelte. Ihm sei es zu verdanken, dass das Bezirksmuseum von heute so gut aufgestellt ist. „Ich kann sehr gut verstehen, dass sich Stockmann in die Stadt Dachau verliebt hat.

Auch ich bin nicht von hier und lerne die Stadt Jahr für Jahr mehr zu schätzen“, sagte Landrat Stefan Löwl, der kurzerhand die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen hat. „Ich hab’ gerne ja gesagt, immerhin bin ich Anlieger der Hermann-Stockmann-Straße in Dachau, da ist es eine Selbstverständlichkeit“, erzählte er. Nur seine Frage, warum die Stockmann-Villa in der Münchner Straße „Spatzenschlössl“ heißt, wusste ihm keiner so recht zu beantworten. Liebhart vermutete kurzerhand: Vielleicht gab’s dort einfach viele Spatzen. Miriam Kohr

Die Ausstellung

ist noch bis Sonntag, 3. Februar, geöffnet. Die Öffnungszeiten des Museums Altomünster lauten: Mittwoch bis Samstag von 13 bis 16 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

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