Florian Hörmann von Plan A leitete die Videokonferenz.
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Florian Hörmann von Plan A leitete die Videokonferenz.

Neue Broschüre über regionale Nachhaltigkeit

Nachhaltig mit gutem Gewissen einkaufen

Zehn Monate hat es gedauert, bis aus einer ehrgeizigen Idee der Jugendgruppe von Plan A eine mehrseitige Broschüre über regionale Nachhaltigkeit wurde. Jetzt wurde sie bei einer einstündigen Zoom-Konferenz vorgestellt.

Altomünster – Von einem „freudigen Ereignis“ sprach Tanja Lademann, zusammen mit Florian Hörmann nicht nur Mitbegründer der Altomünsterer Klimaschutzgruppe Plan A, sondern auch Herausgeber der Broschüre, um die sich neun Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren gekümmert haben.

„Kleine Veränderungen vorantreiben und gestalten“, so wie es Lademann in ihrem Begleitwort ausdrückt, wollen die drei jungen Herren und die sechs Damen der Jugendgruppe. In ihrem Vorwort, das Leonie Vogelsang bei der Konferenz vorlas, machten sie deutlich, dass es ihnen wichtig sei, viele kleine Dinge zu tun und die Altomünsterer zu ermutigen, die regionalen nachhaltigen Einkaufsmöglichkeiten zu nutzen. Dies spare Fahrwege, stärke den örtlichen Kleinhandel und letztlich auch zwischenmenschliche Beziehungen, indem man Freunde und Nachbarn trifft. Die Jugendlichen offerierten dazu Vermarktern und Vermarkterinnen sowie Dienstleistern in Altomünster eine Plattform, sich in Wort und Bild zu präsentieren und eine Selbsteinschätzung abzugeben. Stichpunkte dazu waren: „regional, fair gehandelt, verpackungsfreundlich, ökologisch sinnvoll und ohne tierische Produkte. Vier Sterne konnten sich die Geschäftsleute maximal selbst geben. Vier Sterne in jeder Kategorie sieht man beim Erdbeerfeld der Familie Breinich. Logischerweise könne die Metzgerei Baier in Altomünster aber eben nicht in der Kategorie „ohne tierische Produkte“ punkten, stellten Bernhard Hörmann (14) und Gabriel Schaffer (15) fest.

Mit aufgeführt als Dienstleister ist der Schleifdienst von Andreas Eberle, der sich am Bildschirm auch selbst vorstellte und sich freute, „dass sich die Jugend Gedanken macht, Regionalität zu verbessern“.

Mit der solidarischen Landwirtschaft „Solawi“ in Blumenthal blickt man zudem in den Nachbarlandkreis Aichach, wo seit 2017 regionales Gemüse angebaut und vermarktet wird.

Über die gemeindlichen Streuobstwiesen, also allgemein zugängliche Obstbäume, die von der Gemeinde betreut werden, referierte Johanna Hörmann kurz. „Es ist kein Geschäft, aber man kann sich dort einfach etwas nehmen.“ Johanna Hörmann und Luca Rainer vergaben dafür übrigens ebenfalls fünf Sterne. Hörmann sagte obendrein der Gemeinde Altomünster Dank, speziell Geschäftsleiter Christian Richter, mit dem man die ersten Interviews geführt habe.

Luca Rainer zog ein kleines Fazit. Man habe anfangs wenig Ahnung gehabt, wie man beim Einkaufen helfen kann, sagte die Schülerin aus Asbach. Dann habe man herumgefragt und viele positive Erfahrungen gemacht. „Es war cool. Wir haben so viel über Altomünster erfahren und viele Leute kennengelernt“, so Luca. Und alle seien freundlich und hilfsbereit gewesen.

Dass die Erstellung der Broschüre in einem „sicheren Raum“ stattfinden konnte, war Tanja Lademann wichtig und eine Voraussetzung. Die Jugendlichen sollten ein „Lernfeld“ bekommen und nicht sofort eine perfekte Schrift abliefern müssen. Ziel sei es, Nachhaltigkeit zu erzeugen und ein positives Feedback zu bekommen.

Symbolischen Applaus „für ein tolles Werk“ erhielten sie von Altomünsters Bürgermeister Michael Reiter. Er hat im übrigen das Vorwort geschrieben und sagte weiterhin seine Unterstützung zu. Immerhin könne man so „die heimische Wirtschaft fördern und Wertschöpfung im Gemeindegebiet erbringen“, wie es im Vorwort heißt.

Dem Vortrag waren etwa 60 Teilnehmer zugeschaltet: Gemeinderäte, Michaela Steiner, Vorsitzende von Dachauer Land, und andere Interessierte. Steiner lobte ebenfalls das „tolle Werk“ und nutzte die Gelegenheit, für das Projekt Streuobstwiesen in Zusammenarbeit mit Schulen zu werben. Dafür suche sie noch Betreuer.

Josef Riedlberger (CSU) regte eine Plattform Dachauer Handel an, damit Gemeinden überregional agieren können. CSU-Gemeinderätin Marianne Kerle, selbst mit ihrem landwirtschaftlichen Betrieb in der Broschüre eingetragen, verwies auf einen Unverpackt-Laden in Sielenbach und hofft, dass auch die Mitfahrbankerl in die nächste Fassung der Broschüre mit eingearbeitet werden können. Dies ist nämlich nur die erste Version – „selbst finanziert“, erklärte Florian Hörmann, um sich von niemandem abhängig zu machen. Momentan gibt es rund 200 Stück, erhältlich ab dem heutigen Donnerstag im Rathaus, bei den teilnehmenden Betrieben, im Infobüro der Gemeinde und möglicherweise bald online.

Plan A hofft auf weitere Follower auf Instagram und Mitglieder, vor allem Jugendliche. Dies will FWG-Gemeinderat Florian Metzger, seines Zeichens auch zweiter Vorsitzender der Feuerwehr Altomünster, an die FW-Jugendgruppe weitergeben. Weiterer Bericht folgt.

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