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Historischer Moment: Die Fahnenweihe in der Filialkirche Maria Himmelfahrt.

100 Jahre Krieger- und Soldatenkameradschaft Oberzeitlbach

Das ganze Dorf kommt zur Fahnenweihe

Das ganze Dorf Oberzeitlbach hat zusammen das 100-jährige Bestehen der Krieger- und Soldatenkameradschaft gefeiert.

Oberzeitlbach – Pünktlich zu Beginn des kleinen Festzuges vom Maibaum zur Filialkirche Maria Himmelfahrt hörte der Regen auf, so dass die vielen Gläubigen und Fahnenabordnungen aus Ober- und Unterzeitlbach und den umliegenden Gemeinden trocken zum Festgottesdienst ziehen konnten.

Pater Clemens stellte die Bedeutung und Tradition der Fahnen in den Mittelpunkt seiner Predigt. Wo die Fahne war, wusste man immer, wo man zusammenkommen oder in Kriegszeiten sich sammeln musste. „Auch heute führt der Kriegerverein am Grab noch das Kommando“, betonte er. Er unterstrich den Einsatz der Krieger, die notfalls das eigene Leben hinten anstellen, ähnlich, wie das auch die Feuerwehrleute tun. „Wer im Krieg schneller war, hatte die Chance, zu überleben, Sekundenentscheidungen, die wahrlich niemand leicht gefallen sind.“

Er selbst, so Pater Clemens, war froh, dass er während seiner langen Dienstzeit beim Militär nie in diese Lage kommen musste, „denn ich weiß nicht, was dies mit mir gemacht hätte“. Der Pater betonte, dass man ein Volk daran erkennt, wie es mit seinen Gefallenen umgeht. Darum bat er auch immer um etwas Andacht, wenn man bei einem Kriegerdenkmal vorbeikommt.

Er freute sich an diesem Festtag, dass er nicht nur die restaurierte Vereinsfahne weihen, sondern auch dem renovierten Kriegerdenkmal seinen Segen geben durfte. „Sie sind aber nicht aus dem Jahr 1920, wie die Fahne“, sagte Pater Clemens scherzhaft zu den drei jungen Damen Susi Gröppmair, Ramona Lindmeyr und Verena Ostermeir, die die neuen Fahnenbänder mit segensreichen Wünschen zur Weihe trugen.

Auch an die Fahne des Patenvereins aus Altomünster wurde ein Fahnenband zur Erinnerung angebracht, ehe sich beide Fahnen freundschaftlich kreuzten.

Am Ende des Gottesdienstes sangen alle die Bayernhymne. Unter den Klängen des Musikvereins Altomünster ging es dann zum „Fischerhof“ der Familie Keller, wo gemeinsam gefeiert wurde. Zweiter Vorsitzender Michael Keller begrüßte alle Gäste und bedauerte, dass der erste Vorsitzende Xaver Holzmüller diesen Festtag nicht mehr erleben durfte, denn die Fahne und das Kriegerdenkmal waren ihm ein großes Anliegen gewesen.

Schirmherr und Bürgermeister Anton Kerle betonte in seinen Grußworten, dass die Gemeinde sofort die Kostenübernahme zur Renovierung des Denkmals zugesagt hatte. Krieg würde immer Tod und Leid über ein Volk bringen, deshalb müsse man damit ein Zeichen der Erinnerung setzen, zumal die Zeitzeugen immer weniger werden. „Die Krieger- und Soldatenvereine stehen in der Mitte der Gesellschaft und sind auch heute noch glaubwürdig, und die Mitglieder geben laufend ein Zeugnis ab,“ sagte Kerle. „Sie sind die Mahner und diejenigen, die aufrufen, an die Opfer der Kriege und Gewalttaten zu erinnern!“

Er wünschte dem Zeitlbacher Krieger- und Soldatenverein, dass er noch weit über sein 100-jähriges Bestehen hinaus erhalten bleibt und überreichte zum Fest einen kleinen Scheck.

„Wir haben gerne die Patenschaft übernommen“, erklärte Michael Schmid vom Krieger- und Soldatenverein Altomünster, „und wir werden Euch auch weiterhin jederzeit gerne zur Verfügung stehen.“ Im vergangenen Jahr hatten sie dem Verein ihre Fahne bei traurigen und freudigen Ereignissen zur Verfügung gestellt.

Michael Keller bedankte sich mit einem Tischwimpel beim Patenverein, und Robert Butz hatte eine echte Überraschung für die Altomünsterer mitgebracht: Er hatte nämlich noch ein Festzeichen von der Fahnenweihe 1920 gefunden, das er den Paten jetzt überreichen konnte.

2. Vorsitzender Keller umriss kurz die Chronik des 100-jährigen Vereins und bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben, angefangen von Pater Clemens, bis zu den Spendern bei der Haussammlung und allen Teilnehmern des Festes. Ein besonderer Applaus galt auch Resi und Sepp Rascher, die sich um das Kriegerdenkmal und den Kirchenvorplatz kümmern – und zuletzt auch Christoph Maier, der 100 Liter Freibier spendierte.

gh

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