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Gäste bei Walter Gaudnek (3.v.l.): Landrat Stefan Löwl, Museumsdirektor Siegfried Sureck, Dr. Gerhard Rott aus Eichstätt, Bürgermeister Anton Kerle und Altlandrat Hansjörg Christmann.

Pop-Art-Künstler

Bei Gaudnek fühlen sich alle beobachtet

Augen überall – für viele vielleicht eine unheimliche Vorstellung. Nicht so, wenn man die neueste Ausstellung des Altomünsterer Künstlers Prof. Walter Gaudnek besucht.

Altomünster – Wie recht hatte Landrat Stefan Löwl bei der jüngsten Ausstellungseröffnung in Walter Gaudneks Atelier, als er in seinen Grußworten bemerkte: „Ich fühle mich heute beobachtet.“ Denn in der Tat waren es unzählige Augen – überall. Titel der Ausstellung: „OK Eyes.“ Es ist die Kunst Gaudneks, dass die Augen den Betrachter überall im Raum ansehen. Und es waren wahrlich viele Augen in den unterschiedlichsten Farben und Größen.

Museumsdirektor Siegfried Sureck erinnerte daran, dass der Pop-Art Künstler Gaudnek nun schon seit 20 Jahren seine Altomünsterer Wohnung und das Atelier als Museum geöffnet hat. „Die zwei Mal im Jahr stattfindenden Vernissagen waren stets von aktuellen Themen geprägt“, erinnerte Sureck, und oft genug hatte Gaudnek noch bis zum letzten Moment an einem Bild gearbeitet.

Prälat Dr. Kühn, der oft im Atelier vorbeischaute, hatte es einmal so formuliert: „Wo das Wort nicht mehr ausreicht, kommt das Bild zum Tragen.“ Das konnte auch Bürgermeister Anton Kerle in seinen Grußworten unterstreichen. Er freut sich immer wieder, wenn der 87-jährige Künstler zusammen mit Ehefrau Audrey von seinem Wohn- und Arbeitssitz in Florida in seine zweite Heimat kommt, um für wenige Wochen wieder ein Altomünsterer zu sein.

Die Wurzeln von Walter Gaudnek sind allerdings im Sudetenland. Doch musste er mit seiner Mutter und Schwester Ilse die Heimat verlassen.

Schon in den 60er Jahren führte ihn sein Weg in die USA. In New York lernte er Richard Freitag aus Freising kennen, der dort in der Sam-Dorsky-Galerie Direktor war. Freitag hatte ihn mit dem vom Zeitungsverkäufer zum Multimillionär aufgestiegenen Besitzer Dorsky bekanntgemacht. Gaudnek wurde für eine Weile dessen Chauffeur und konnte daneben aber auch seiner Malerei nachgehen. Dorsky erwarb einige Bilder, trennte sich nie davon.

Gute Beziehungen zu dem abstrakten Maler hat auch schon immer die Diözese Eichstätt. Deshalb kam es auch nicht von ungefähr, dass Dr. Gerhard Rott von der Weltkirche der Diözese die Einführung zur Vernissage übernahm.

„Die Augen verbinden uns mit dem gemeinsamen Blick auf das Heute“, betonte er. Im Fall Gaudnek seien es vor allem die weltoffenen Augen, die besonders Eichstätt, Altomünster und Kuba miteinander verbinden würden. Der Dialog mit den Menschen, sie einmal aus den Perspektiven der Anderen zu sehen, das sei etwas, was Walter Gaudnek in seinen Bildern ausdrücke. So ist es kein Wunder, dass er einen Bilderzyklus vor einigen Jahren für eine Kirche in Kuba über Eichstätt weitergegeben hat. „Wenn die Schäden, die der Zyklon in Kuba angerichtet hat, beseitigt sind, können sie endlich an Ort und Stelle kommen“, erklärte Dr. Rott.

Der Künstler wollte es in dieser Stunde aber auch nicht versäumen, seinem Arbeitgeber in der Universität in Orlando zu danken, bei deren Gründung er schon dabei gewesen war (und sie aus Holzbalken zunächst ihr eigenes Klassenzimmer bauen mussten). „Ich bin einer der wenigen, die bis jetzt ausgehalten haben“, erklärte Gaudnek lachend. Dennoch ist er natürlich glücklich, wenn sich bis zu 60 Studenten um ihn versammeln, auch wenn dies manchmal für ihn ganz schön anstrengend wird.

Jetzt aber zeigte sich GAudnek erst einmal froh, dass so viele Wegbegleiter zu seiner Vernissage in Altomünster gekommen waren. Er dankte für die jahrelange Unterstützung durch die Bürgermeister und den Landkreis und hofft freilich auch, dass er noch recht lange über den Teich zu seinem „am weitest entfernten Arbeitsplatz“ kommen kann und in Altomünster weiter gut aufgenommen wird.

Gisela Huber

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