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Sie haben heuer doppelt zugeschlagen: die Maibaumdiebe des Burschen- und Mädchenvereins Randelsried-Asbach. Gundertshausen und Lochhausen mussten dran glauben.

Burschen- und Mädchenverein Randelsried-Asbach schlägt wieder zu

Die Meisterdiebe 

Die Randelsrieder Maibaumdiebe haben wieder zugeschlagen – und das in diesem Jahr gleich doppelt. Leidtragende: Gundertshausen und Lochhausen.

Randelsried Die Meisterdiebe des katholischen Burschen- und Mädchenvereins haben den Maibaum der Dorfgemeinschaft Gundertshausen und eine Woche später den Maibaum von Lochhausen bei Markt Indersdorf erfolgreich in ihre Gewalt bringen können. Der Vorsitzende Kilian Bayer (24) hat uns in einem Interview am Vormittag nach dem zweiten Maibaumdiebstahl in diesem Jahr von den Diebes-Nächten erzählt. Wichtig ist ihm vorab: „Bei uns wird immer darauf geachtet, dass nichts beschädigt wird. Es geht hierbei schließlich ums Brauchtum und Tradition.“

-Wie viele Diebe waren am Klau des Gundertshausener Maibaums beteiligt?

Wir haben mit zwölf starken Burschen in der Nacht vom 22. auf den 23. April angefangen, aber ziemlich schnell gemerkt, dass wir Verstärkung brauchen. Der Maibaum war ja auch recht gut gesichert – in vier bis fünf Meter Höhe. Insgesamt haben wir es dann schließlich zu 18. geschafft.

-Wie lange hat die Aktion gedauert?

Ich würde schätzen, dass wir nach eineinhalb Stunden fertig waren. Gegen 2.30 Uhr haben wir angefangen. Dann ging’s ziemlich schnell. Die Gundertshausener hatten den 25 Meter langen Baum in einer Maschinenhalle versteckt. Das Ding war sogar komplett eingestaubt.

-Wieso ging das so fix?

Ich glaube, das lag daran, dass so viele „Alte“ am Werk waren. Ich komme in diesem Jahr jetzt tatsächlich schon auf meinen 12. erfolgreichen Maibaum-Diebstahl. Und beim Maibaumklaugeschäft spielt Erfahrung auch eine wirklich große Rolle. Man kennt nach einer Weile die „Dos“ und „Don’ts“. Teilweise waren sogar unsere Älteren schon im „Baum-Diebesgeschäft“ tätig. Dann profitiert man nicht nur von den eigenen Erfahrungen, sondern auch von denen der Älteren.

-Euer nächster Coup hat nicht lange auf sich warten lassen: In der Nacht auf Freitag habt ihr den nächsten Maibaum stibitzt.

Sie wissen Bescheid! Jawohl, der Maibaum von Lochhausen war der 38. gestohlene Baum in unserer Vereinsgeschichte.

-Von der Planung bis zur Durchführung – wie lief dieser 38. Diebstahl ab?

Auf Freiwilligenbasis fahren jeden Abend Leute in den entsprechenden Gegenden herum und spähen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag erhielt ich gegen halb zwei den alarmierenden Anruf, dass die jungen Burschenmitglieder einen Baum ausfindig gemacht hätten. Mit etwa 20 Mann konnten wir dann den Baum in einer zweistündigen Aktion in unsere Gewalt bringen. Zugegeben, ich bin auch recht müde – aber der vierte Kaffee hilft.

-Seid Ihr bei den Auslöse-Verhandlungen mit Euren Opfern denn schon erfolgreich gewesen?

Ja! Als Auslöse für den Gundertshausener Maibaum gibt’s eine Grillfeier für etwa 30 Mann an einem Sonntag. Mit den Lochhausern konnten wir natürlich bisher noch nicht verhandeln. Für uns ist aber immer am Wichtigsten, dass der beklaute Verein mit uns gemeinsam einen entspannten Abend verbringt. Die Beklauten sind anfangs zwar eher selten gut auf uns zu sprechen, aber wenn sie merken, worum es uns geht, sind die Wogen schnell geglättet, und wir haben eine mords-gute Stimmung an dem Abend. Den genauen Termin stimmen wir immer gemeinsam ab – es sollen beide Seiten Zeit haben.

-Dürfen sich dann die anderen Maibaum-Besitzer jetzt entspannt zurücklehnen? Schließlich habt ihr in diesem Jahr nun schon doppelt Erfolg gehabt!

Oh nein! Uns langt’s erst, wenn der 1. Mai da ist. Bis dahin wird noch alles gegeben.

-Das klingt ja fast so, als hättet ihr da noch ein nächstes potenzielles Opfer ausgespäht?

Das ist natürlich ein Betriebsgeheimnis. Da bekommen Sie gar nichts aus mir heraus.

-Und was passiert mit den gestohlenen Bäumen?

Die sind an einem geheimen Ort. Der Baum der Gundertshausener wird am Samstag traditionsgemäß mit zwei Pferden zu seinen Eigentümern zurückgebracht. Wann der andere Baum zurückgegeben wird, entscheidet sich nach den Verhandlungen.

nn

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