Eine Trasse über Schauerschorn würde hier am Kindergarten Oberzeitlbach abzweigen.
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Eine Trasse über Schauerschorn würde hier am Kindergarten Oberzeitlbach abzweigen.

Gemeinderat Altomünster diskutiert wieder über Verbindung zwischen dem Gewerbegebiet und 2047

Schauerschorn-Trasse abermals im Gespräch

Eigentlich könnte die Marktgemeinde nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs loslegen mit dem Bau der Verbindungsstraße zwischen dem Altomünsterer Gewerbegebiet und der Staatsstraße 2047. Doch jetzt wird wieder diskutiert.

Altomünster – Alles kam bei der Sitzung am Dienstagabend erneut auf den Tisch: die verschiedenen Trassen, die Kosten und Verkehrsprognosen aus den früheren Jahren. Übrig geblieben sind letztlich die kurz vor Weihnachten durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) bestätigte Trasse zwischen dem Gewerbegebiet Altomünster über Ruppertskirchen und der Staatsstraße 2047 in Unterzeitlbach, der so genannte „Holzweg“, sowie eine Trasse über Schauerschorn.

Bereits mit der Flurbereinigung 1995 gab es Überlegungen, vor allem die Strecke Deutenhofen-Kleinberghofen zu entlasten, so Reiter. 2007 wurden dann verschiedene Trassen entwickelt, von denen ein Landschaftsarchitekt in einer Raumwiderstandsuntersuchung die Trasse über Ruppertskirchen empfahl. Es handele sich zwar generell um Hügelland, aber wegen der kürzesten Verbindung (1,2 Kilometer) gebe es hier den geringsten Flächenverbrauch. Über Schauerschorn würde die Straße doppelt so lang. Knackpunkt bei dieser Lösung wäre aber vor allem die Zufahrt am Kindergarten Oberzeitlbach sowie die Kapelle, die großräumig umfahren werden müsste, bevor man unterhalb von Schauerschorn auf einen bereits bestehenden Feldweg in Richtung Baugebiet Sandgrubenfeld und Gewerbegebiet mündet.

2014 fasste der damalige Gemeinderat unter Bürgermeister Anton Kerle dann den Satzungsbeschluss für diese Strecke. Es folgten die öffentliche Auslegung und die Normenkontrollklage, die der Bund Naturschutz Dachau einleitete, die aber negativ beschieden wurde.

„Es gibt keine Trasse ohne Malus“, so Bürgermeister Michael Reiter (FW) am Dienstagabend in der Sitzung. Aber die nun genehmigte sei die praktikabelste und die, die Stumpfenbach, die Aichacher Straße und die Strecke Deutenhofen-Kleinberghofen am meisten entlaste. Reiter machte dies an vielen Zahlen deutlich. 2009 wurden bei einer Verkehrszählung des Büros Kurzak bis 2020 rund 1800 Fahrzeugbewegungen für die Ortsverbindungsstraße von Altomünster über Schauerschorn nach Oberzeitlbach ohne eine Entlastungsstraße prognostiziert, die aber 2014 tatsächlich schon erreicht wurden. In einem zweiten Gutachten 2014 wurde bis 2030 hochgerechnet: 2100 Fahrzeugbewegungen werde es von der Aichacher Straße über Stumpfenbach ins Gewerbegebiet geben, 2000 über Schauerschorn.

Mit der neuen Verbindung reduziere sich der Verkehr über die bisher belasteten Strecken und dadurch auch die Abgasbelastung. Außerdem gebe es eine bessere Anbindung der Supermärkte und des Wertstoffhofs von Unterzeitlbach aus. Die Baukosten bezifferte Reiter auf etwa 3,3 Millionen Euro plus knapp 700 000 Euro für Ausgleichsflächen oder die Ablöse für die Übernahme der Bau- und Unterhaltungslast durch das Straßenbauamt München für eine Linksabbiegerspur in Unterzeitlbach. Gefördert wird das Projekt mit 50 bis 60 Prozent.

Die Trasse über Schauerschorn brachte CSU-Fraktionsvorsitzender Roland Schweiger ins Gespräch. Es sei wichtig zu wissen, ob wir die Verbindungsstraße so wollen und ob wir sie uns leisten können. Schweiger warb dafür, sich noch einmal auch mit Schauerschorn zu befassen, schon allein um zu wissen, ob und wie es weitergeht mit der Erweiterung des Gewerbegebiets und des Baugebiets Sandgrubenfeld.

Nach so vielen Jahren der Vorplanung dürfe man nicht „hopplahopp“ entscheiden, so Roland Schweiger auch gegenüber den Dachauer Nachrichten. Er persönlich glaube, dass man die neue Trasse brauche, um die Verkehrssituation zu verbessern. Es gebe nun einmal enormen Individualverkehr und Verkehr durch Kleintransporter, „weil nicht mehr so viel regional eingekauft wird“. Für Martina Englmann (CSU) ist jede Straße, die nicht gebaut wird „gut für die Natur“. Durch eine neue Straße werde noch mehr Verkehr angezogen, ganz zu schweigen von Versiegelung und Eingriffen in die Landschaft.

Josef Riedlberger (CSU) plädierte ebenfalls dafür, sich des Themas noch einmal zu widmen, vor allem, damit die elf neuen Gemeinderatsmitglieder auf dem gleichen Stand sind.

Georg Huber (CSU) glaubt, dass durch die neue Trasse vor allem der Lkw-Verkehr in der Stumpfenbacher und Aichacher Straße abnehmen werde. Elisabeth Glas (FW) hält es für möglich, dass ohne die neue Straße „keine Entlastung für Altomünster“, möglich werde. Marianne Kerle (CSU) meinte, man solle generell überlegen, wie man Verkehr reduzieren könne, sprich neue Gewerbeansiedlungen so zu steuern, dass es nicht so viel Lastwagenbewegungen gibt.

Die Verwaltung will jetzt nicht nur bei den Grundstücksgesprächen dranbleiben, sondern eine erneute Verkehrszählung (ohne Einflüsse durch die Pandemie) starten und die Bürger in Versammlungen informieren.

In der nächsten Sitzung des Gemeinderats wird nun also die Trasse über Schauerschorn auf der Tagesordnung stehen. Das Gremium debattierte so lange über diesen und die anderen Punkte, dass die Errichtung von zwei E-Ladesäulen auf dem erweiterten Park&Ride-Platz am Bahnhof auf die nächste Sitzung verschoben wurde.

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