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Nach 13 Jahren als BRK-Bereitschaftsleiter überlässt Siegfried Bradl (rechts) seinen Posten Benedikt Jung. Bradl sorgt sich allerdings um den Nachwuchs des Roten Kreuz. 

Personalwechsel BRK Altomünster

Siegfried Bradl hat viele Katastrophen miterlebt

Siegfried Bradl hat Katastrophen hautnah miterlebt – und diese Bilder wird er nie vergessen. Nach 13 Jahren gibt er seinen Posten als Bereitschaftsleiter nun ab und sorgt sich um die Zukunft des Roten Kreuz.

Altomünster – Einige Einsätze sind Siegfried Bradl besonders im Gedächtnis geblieben, wie die Schneekatastrophe auf der Stuttgarter Autobahn vor rund 11 Jahren, der Brand des Bowling-Centers in Dachau vor etwa sechs Jahren oder der Hochwasser-Einsatz und Brand bei der Autoverwertung Hartmann in Dachau im Jahr 2014. „Besonders herausfordernd waren die Katastrophenschutz-Einsätze, für die man immer bereit sein muss“, sagte Bradl. Nach rund 13 Jahren als Bereitschaftsleiter des Roten Kreuzes in Altomünster gibt er seinen Posten ab.

Immer weniger Freiwillige wollen beim Roten Kreuz mithelfen

Seit 1937, also seit rund 80 Jahren, gibt es das Rote Kreuz in Altomünster. Viele Helfer haben es in dieser Zeit aufgebaut, wie Philipp Simm, Josef Mederer, Johann Hailer und Heinz Paworski – und Siegfried Bradl. Er sieht auch die Probleme des BRK in der heutigen Zeit: „Neben allem Positiven gehört es auch dazu, einen kritischen Blick auf die Entwicklungen unserer Zeit zu werfen“, sagt er. Die Mitglieder des Roten Kreuz in Altomünster werden älter und die Anzahl derer, die mitarbeiten wollen, sinkt. Gleichzeitig wird die Ausbildung der Helfer immer anspruchsvoller.

Um die Jahrtausendwende war die Ortsgruppe schon einmal in einer schwierigen strukturellen Lage: Nur weil sich ehemalige Mitglieder damals bereit erklärten, die Führung des BRK zu übernehmen, ging es wieder aufwärts. Ihr oberstes Ziel: Leben retten. Dabei unterstützt sie der BRK-Kreisverband, Fachdienste, die Marktgemeinde, Förderer und Mitglieder. Im Team haben die Helfer seitdem viel geschafft: Florian Bradl richtete vor 13 Jahren den Helfer-vor-Ort-Service (HvO) ein. Die Helfer vor Ort leisten Erste Hilfe am Unfallort und geben im Notfall eine qualifizierte Meldung an die Rettungsleitstelle ab. 

Benedikt Jung übernimmt als Bereitschaftsleiter

Aufgrund der hohen Einsatzzahlen von 300 Einsätzen im Jahr wurde vor rund zwei Jahren ein Rettungswagen in Altomünster stationiert. Zudem kamen vor sieben Jahren zwei Defibrillatoren für das HvO-Fahrzeug und das Rathaus dazu – finanziert durch Spenden. Der Defibrillator am Altomünsterer Rathaus war landkreisweit der erste an einem öffentlichen Gebäude und damit für jedermann zugänglich. Ein Meilenstein für Siegfried Bradl und sein Team.

Bradls Bereitschaftsleitung soll nun Benedikt Jung übernehmen. Er hat schon mehrere Jahre in der Vorstandschaft mitgearbeitet und konnte in verschiedenen Funktionen Erfahrungen sammeln. Bradl bedankt sich bei der Gemeinde und seinen Helfern für die gute Zusammenarbeit, er verabschiedet sich mit einem „Vergelt’s Gott!“  dn

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