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Das ganz alte Schulhaus in Altomünster ist einem Wollomooser offenbar ein Dorn im Auge. 

Bürgerversammlung in Wollomoos

„So viel altes Glump in Altomünster“

Es wurde hitzig diskutiert bei der Bürgerversammlung in Wollomoos: über Radlwege, die es noch nicht gibt, wuchernde Sträucher und alte Gebäude in Altomünster, die einfach nichtabgerissen werden.

Wollomoos – Bei der Bürgerversammlung in Wollomoos war das Schützenheim wieder vollbesetzt mit interessierten Bürgern aller Jahrgangsstufen. 630 Einwohner leben in Wollomoos, viele von ihnen hatten Kritik für Bürgermeister Anton Kerle. Deshalb wurde bei der Versammlung hitzig diskutiert.

„Wie lange dauert in Kürze?“, wollte Hans Bihler wissen, denn schon im vergangenen Jahr hieß es, dass in Kürze mit dem Ausbau der Staatsstraße 2047 beim Eiskeller in Pfaffenhofen begonnen wird. Ein weiterer Bürger riet, dass die Verantwortlichen das Teilstück bis Klingen einmal gemeinsam mit ihren Frauen befahren sollten, vielleicht würde der Bereich dann doch in die Prioritätenliste aufgenommen werden. Bei diesem Abschnitt sieht der Bürgermeister aber noch keine Chance für einen Ausbau, obwohl es hier dringend nötig wäre. Denn dafür laufen noch nicht mal Planungen.

Hans Bihler: Ein Radlweg fehlt zwischen Altomünster und Wollomoos

Für den Kurvenbereich Pfaffenhofen-Wollomoos rückt hingegen der Ausbau näher, denn dafür gibt es schon Pläne: Die Kurve wird etwas verlagert und der Radlweg saniert. Das Thema Radlwege schien viele Bürger zu beschäftigen: Von Altomünster nach Wollomoos gebe es keinen Radlweg, kritisierte Hans Bihler, aber: „Wir haben hier 500 Fahrzeuge pro Stunde“, da könne man kein Radl mehr auf die Straße schicken.

Die Antwort von Bürgermeister Kerle: „Aber von Altomünster her, bekommen wir den Baugrund nicht.“ Was die Staatsstraße anbelangt, hätte die Gemeinde ohnehin nichts mitzureden.

Kritik: „Altomünster hat so viel altes Glump zum erhalten, woanders reißens das weg und bauen neu“

Zudem wurde die Verkehrssituation am Altomünsterer Bahnhof angesprochen, denn da hätten Autofahrer als Linksabbieger das Nachsehen. Im Moment gebe es da aber keinen Lösungsvorschlag, sagte Kerle.

„Altomünster hat so viel altes Glump zum erhalten, woanders reißens das weg und bauen neu“, sagte ein Wollomooser über die Renovierung der ganz alten Schule. Kerle erklärte, dass es sich nun mal um ein 300 Jahre altes, denkmalgeschütztes Gebäude handle. Doch seien es auch gerade diese alten Gebäude, die den Reiz von Altomünster ausmachen „und um die uns manche beneiden“. „Wenn man so ein Haus anschaut, ist es sicher schön, aber drin wohnen möchte keiner“, kritisierte ein weiterer Bürger.

In wie weit die Gemeinde Hecken und Feldwege in puncto Naturschutz behandelt, wurde auch nachgefragt: Denn die Feldwege hätten sich extrem ausgeweitet, nachdem die Hecken und Gehölze immer weiter wachsen, kritisierte ein Bürger. Kerle sagte, dass die Gemeinde eine Fläche von rund 75 Quadratkilometern habe. Aber nur rund vier Quadratkilometer der Hecken und Feldwege können im Jahr gepflegt werden. 

Das sei sicherlich zu wenig, sagte Kerle. Heuer werde man aber einen Teil der Hecken auf acht Meter Höhe zurücknehmen – für die Verkehrssicherheit. Weiter ist geplant, jeweils ein Drittel der Hecken auf Stock zu setzen, also den Hauptteil des Strauches abzuschneiden. Ein Großvater aus Wollomoos kritisierte zudem, dass die Sträucher am Spielplatz in Wollomoos dringend zurückgeschnitten werden müssten und bei der Rutsche wieder eine Matte angebracht werden sollte.

Danach hatte Kerle aber auch gute Nachrichten: Wollomoos darf sich über einen neuen Mannschaftstransportwagen für die Feuerwehr freuen. Denn die Gemeinde könne von den Atemschutzgeräteträgern nicht erwarten, dass sie immer ihre Privatautos für Dienstfahrten benutzen. Rund 30 000 Euro wird der Wagen kosten, die Hälfte davon wird durch Zuschüsse gedeckt.

Marianne Kerle will Mitfahrbankerl einrichten

Zum Abschluss der lebhaften Bürgerversammlung dankte Josef Obeser allen, die beim WC-Umbau im Schützenheim mitgeholfen haben: „So bringen wir schön langsam dieses gemeindliche Gebäude noch auf Vordermann“, sagte er. Danach stellte Ortsbäuerin Marianne Kerle ihre Aktion mit den „Mitfahrbankerln“ vor, die an den Einfallsstraßen des Ortes geplant sind. Mit Klapp-Schildern könnte der Wartende zeigen, wohin er mitgenommen werden möchte. „Und natürlich ist das Bankerl auch zum Ratschen da.“ Wer sich bei dem Projekt miteinbringen will, soll sich bis Samstag, 2. Dezember, mit Marianne Kerle in Verbindung setzen.

Von Gisela Huber

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