Gut angekommen ist in den Pfingstferien das Online-Kochen mit Michael Huber.
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Gut angekommen ist in den Pfingstferien das Online-Kochen mit Michael Huber.

Altomünsters Jugendpfleger Marlon Köhler wirbt dennoch um Vertrauen für das Juz

Wachsende Drogenszene und Corona

Altomünster – Zwei Problembereiche zeigte Marlon Köhler, Jugendpfleger und Leiter des Juz Altomünster, dem Gemeinderat auf. Der eine ist die Drogenszene.

Seinen jährlichen Bericht legte der gemeindliche Jugendpfleger Marlon Köhler dem Gemeinderat Altomünster vor - mit zwei Problembereichen. Der erste leitete sich aus dem Bericht von Sylvia Neumeier, Chefin der Drogenberatungsstelle Drobs in Dachau, ab. Sie sprach in der vergangenen Sitzung unter anderem von einer Drogenszene, die – wie zumeist in den Gemeinden der S-Bahnlinie – also auch in Altomünster, längst Alltag sei.

Köhler warb indes um Vertrauen für das Juz am Bahnhof. „Die Probleme, die es gibt, werden importiert“, so Köhler. Doch sei er in ständigem Kontakt mit Jugendlichen und Eltern. Auf die Frage von Maria Buchberger (CSU), ob er Streetwork nicht am Bahnhofsareal weiter ausbauen könne, „damit es nicht noch schlimmer wird“, antwortete Köhler: „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn ich auftauche, verziehen sich die entsprechenden Personen einfach und kommen zurück, wenn ich wieder weg bin. Das hält keinen davon ab, Drogen zu konsumieren.“ Köhler betonte jedoch ausdrücklich seine Bereitschaft, Streetwork auszuweiten, wenn die Gemeinde das wünsche. Er sei im Grunde ohnehin permanent in Bereitschaft.

Das zweite Problem ergebe sich durch die Coronaeinschränkungen. Dadurch sei die Belastung in den Familien sehr hoch, nicht nur weil Eltern zu Lehrern geworden sind, sondern weil die Kinder und Jugendlichen nun 24 Stunden unter Aufsicht der Autoritätspersonen seien. Für Eltern, die beide berufstätig sind, oder Alleinerziehende sei es noch mal schlimmer. Dadurch sei nicht nur der Gesprächsbedarf der Jugendlichen gestiegen, sondern auch der der Eltern. Der Kontakt zu Eltern und Jugendlichen werde weiter gehalten. Bereits nach kurzer Zeit habe man sich im Juz im übrigen an die veränderten Umstände angepasst. Es gebe jetzt viel mehr oder nahezu ausschließlich Online- und kontaktlose Angebote, besonders natürlich in Ferienzeiten.

Besonders gut angenommen wurde laut Marlon Köhler das Online-Kochen mit dem Altomünsterer Sternekoch Michael Huber in den Pfingstferien oder das Töpfern sowie Brettspiele. 40 bis 50 verschiedene Kinder haben mehr als 487mal gespielt, so eine der Zahlen aus der Statistik des 47-Jährigen, der seit 32 Jahren „Jugendarbeit in allen Formen sowie Vereinssportarbeit“ betreibt. Dabei ist Marlon Köhler, wie er dem Gremium sagte, eigentlich Quereinsteiger und wurde bereits unter Bürgermeister Konrad Wagner auf 30-Stunden-Basis angestellt. Köhler ist Ansprechpartner für etwa 790 Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren aus allen sozialen und akademischen Schichten, wie er betonte. Im Juz spielt sich eine seiner Tätigkeiten ab. Das Jugendzentrum am Bahnhof Altomünster ist im Regelfall dienstags und freitags geöffnet. 60 bis 70 Jugendliche besuchen das Juz pro Monat, davon etwa 35 Jungen und 25 Mädchen, 30 Jugendliche pro Woche kommen seiner Aussage nach regelmäßig.

Es wird viel Wert auf gemeinsame Gestaltung gelegt. Schwerpunkt ist die pädagogische und inklusive Arbeit bei Kindern und Jugendlichen mit und ohne Handicap.

Außerhalb der Regel-Öffnungszeiten falle viel organisatorische Arbeit an. Genauso wichtig ist Köhler die Beratung, Begleitung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Familien bei Problemen schulischer, beruflicher oder familiärer Art. SABINE SCHÄFER

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