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Wiederholungstäter: ein 20-jähriger Erdweg muss ins Gefängnis.

Schläger muss ins Gefängnis

Sogar Opa der Freundin wird zum Opfer

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So, wie andere als Hobby Briefmarken sammeln, so hat ein junger Mann aus Erdweg Straftaten angesammelt. Schon zu einer Haftstrafe verurteilt, wurde er wieder mit mehreren Körperverletzungsdelikten auffällig. Seine Opfer: die Freundin, deren Opa und eine Nachbarin.

Dachau/Erdweg – Ein 20-jähriger Erdweger hat das Leben seiner mittlerweile von ihm getrennt lebenden Ex-Freundin zur Hölle gemacht. Rund drei Monate lebte die ebenfalls 20-Jährige bei dem Angeklagten und dessen Großmutter. In dieser Zeit wurde sie immer wieder Opfer von Schlägen und anderen Misshandlungen durch den Angeklagten.

Das war jedoch nicht der einzige Anklagepunkt, der dem Erdweger vorgehalten wurde. Er war zusätzlich beschuldigt, in ein Haus eingebrochen zu sein, einen Jugendlichen verprügelt zu haben und auf den Großvater seiner Ex-Freundin losgegangen zu sein, als dieser sich schützend vor seine Enkelin stellte.

Dabei hatte der Angeklagte bereits einen gewaltigen Schuss vor den Bug erhalten – den hat er aber ganz offensichtlich nicht wahrgenommen: Im Juli 2018 war er zu einer zehnmonatigen Haftstrafe verurteilt worden, die er im Januar 2019 schließlich antrat. Die Taten, die ihm nun vorgeworfen wurden, fanden im Zeitraum zwischen Juli und September 2018 statt.

Kernpunkt der Anklage waren die immer wiederkehrenden Schläge gegen seine damalige Freundin. Sowohl, wenn er auf Drogen war, als auch, wenn er unbedingt Stoff brauchte, sei er besonders aggressiv gewesen, so die Ex-Freundin. Zahlreiche Hämatome belegten das.

Kennengelernt hatten sich die beiden über Facebook. Die junge Frau wollte den Erdweger schließlich für zwei Tage besuchen. „Aber aus zwei Tagen wurden Monate“, berichtete das Opfer vor Gericht.

Anfangs sei der Angeklagte noch „lieb“ gewesen, die junge Frau träumte gar schon von einer „Familie, Haus und Kindern“. Doch als sie zu ihm zog, zeigte der vermeintliche Traumprinz sein anderes Gesicht. Er nahm dem Opfer das Handy ab, bestimmte über ihren Kleidungsstil – „man sollte meinen Ausschnitt nicht sehen“, erklärte die junge Frau – und rastete immer wieder aus. Warum sie nicht geflohen ist, das konnte die junge Frau nicht schlüssig erklären, sie habe einfach gehofft, dass er sich bessern würde.

Eine der Auseinandersetzungen zwischen dem Paar im Treppenhaus hat einmal die Nachbarin mitbekommen. Als sie dazwischen gehen und die Freundin vor ihrem gewalttätigen Partner schützen wollte, schubste sie dieser und stellte sich in die Tür, damit sich die Nachbarin nicht in ihre Wohnung zurückziehen konnte. Auf die Drohung, die Polizei zu rufen, drohte der 20-Jährige seinerseits der Frau: „Dann bringe ich dich um.“ Als es ihr schließlich doch gelang, die Tür zu schließen, trat der Angeklagte so stark dagegen, dass ein Loch entstand.

Ähnlich erging es dem Großvater der jungen Frau. Als diese schon zu ihren Großeltern gezogen war, wollte der Erdweger eine Aussprache und fuhr zu der Familie. Es kam zum Streit, und als der Großvater den jungen Mann des Grundstücks verwies, rempelte der den Opa so stark, dass dieser stürzte und beinahe eine Treppe hinunterfiel.

Nach langem Widerspruch und dem Beharren, dass er in allen Situation nur in Notwehr gehandelt habe, gestand der Erdweger zum Ende der Verhandlung doch noch seine Taten. Das wirkte sich zwar strafmildernd aus, um eine weitere Haftstrafe kam er deshalb aber nicht herum – auch wenn das Jugendstrafrecht zum Tragen kam. Für zwei Jahre muss der 20-Jährige, der sich aktuell schon in der Haftanstalt Stadelheim befindet, hinter Gitter. Die zehnmonatige Strafe aus dem Vorjahr ist darin mitinbegriffen.

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