Andreas Turner hab

Karlsfelder Gemeinderat

Andreas Turner erklärt Rücktritt

Der hochumstrittene Karlsfelder Gemeinderat Andreas Turner hat seinen Rücktritt erklärt. Der Schritt ist konsequent, er kommt nur um ein ganzes Jahr zu spät.

Karlsfeld – Wie die Gemeinde Karlsfeld gestern bestätigte, hat der fraktionslose Gemeinderat Andreas Turner seinen Rücktritt erklärt. Dem Vernehmen nach schickte Turner eine E-Mail mit der Erklärung, dass er sein Mandat aus persönlichen Gründen niederlegen wolle. Eine weitere Begründung war dem Schreiben offenbar nicht zu entnehmen.

Turner war hochumstritten. Vor genau einem Jahr war er nach dem wochenlang brodelnden Skandal um die mithilfe von Asylbewerbern ausgeführten Rodungsarbeiten an der Bahnstrecke aus der Fraktion des Bündnis’ für Karlsfeld geflogen. In der folgenden Gemeinderatssitzung im November 2016 saß Turner noch auf seinem Platz, anschließend kam er nicht mehr, sein Stuhl blieb Sitzung für Sitzung leer.

Als das Bündnis seine Kandidaten für die Kommunalwahl 2014 nominierte, landete der in der lokalen Politik weitgehend unbekannte Andreas Turner auf Listenplatz fünf. Der reichte zum Einzug in den Gemeinderat, Turner erhielt 1505 Stimmen. Der auf der Liste auf Platz sechs folgende Gemeinderat Peter Neumann verpasste den Wiedereinzug. Neumann wird in der nächsten Gemeinderatssitzung nachrücken.

Als das Bündnis sich im Oktober 2016 zur Trennung von Turner entschloss, nahm es einen gewichtigen Nachteil in Kauf: Es verlor nicht nur einen Sitz am Rathaustisch, sondern auch in den bei vielen Entscheidungen maßgeblichen Ausschüssen. Die Plätze in Haupt- und Bauausschuss hat seither Anton Flügel von den Freien Wählern inne. Dies hoffte das Bündnis umgehen zu können. Wie Fraktionschefin Mechthild Hofner damals vor einem Jahr mitteilte, habe man in einem Gespräch mit Turner eine Lösung finden wollen. Doch habe Turner diesen Vorstoß seiner ehemaligen Fraktionskollegen kommentarlos zurückgewiesen. Auf weitere Versuche des Bündnis’ für Karlsfeld, Kontakt aufzunehmen, habe Turner nicht reagiert, sagte Hofner gestern.

Warum Turner seinen Rücktritt jetzt – ein Jahr später – erklärte, bleibt unklar. Turner ist weder über Festnetz noch über Handy nicht erreichbar.

Thomas Leichsenring

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