Indersdorfer Geschichte in New York: Die Historikerin Anna Andlauer steht vor dem Banner der Ausstellung „Life After Survival“ vor dem UN-Hauptquartier.

Indersdorfer Ausstellung im UN-Hauptquartier

Anna Andlauer noch allein in New York

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Indersdorf/New York – Anna Andlauer ist bereits in New York, um die Ausstellung über das ehemalige UN-Kinderheim im Kloster Indersdorf im Hauptquartier der Vereinten Nationen zu eröffnen. Doch der Flug von Landrat Stefan Löwl und Bürgermeister Franz Obesser  wurde am Sonntag annulliert.

Indersdorf/New York – Die Historikerin Anna Andlauer hat es geschafft: Derzeit wird eine Ausstellung über das ehemalige UN-Kinderheim im Kloster Indersdorf im Hauptquartier der Vereinten Nationen präsentiert (wir haben ausführlich berichtet). Doch während Anna Andlauer bereits vor Ort ist, wurde gestern der Flug von Landrat Stefan Löwl, Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser, Dachauer Musikern und anderen Begleitern in die USA annulliert: Blizzard Jonas wütet einfach zu stark. Die Weichserin Anna Andlauer hat bereits ein „intensive Woche in New York verbracht hat“, wie sie sagt. Viele ihrer Begleiter warteten gestern noch vergebens auf ihren Flug nach New York. Stefan Löwl spekulierte, dass sie erst heute Abend in den USA ankommen werden. Für die Ausstellungseröffnung am morgigen Dienstag haben sich mehr als 200 Personen angemeldet, „darunter viele aus unserem internationalen Indersdorfer Netzwerk, Überlebende, Angehörige von Überlebenden und Vertreter verschiedener Botschaften“, berichtet Anna Andlauer aus New York. Die Fotoausstellung „Life After Survival“ zeigt das Leben und Wirken eines UN-Teams im ersten internationalen Kinderzentrum der US-Zone im Kloster Indersdorf. Sie wird an prominenter Stelle gleich im Eingang des UN-Besucherzentrums präsentiert, wo alle Besucher und die meisten UN-Mitarbeiter täglich vorbei kommen. Vor Ort hat Anna Andlauer mit einigen Begleitern die offiziellen UN-Gästeführer in die Ausstellung eingeführt, damit sie bei ihren Rundgängen auch etwas dazu sagen können. Auch mit alten Bekannten gab es bereits ein Wiedersehen: „Es war bewegend, eine ganze Reihe Überlebender zu besuchen, die in der Nachkriegszeit im Kloster Indersdorf waren. Auch zwei Schulklassen nahmen die Ausstellung sorgfältig unter die Lupe und bestürmten uns mit ihren Fragen“, sagt Andlauer. Etwa 20 Leute aus dem Landkreis reisen als Unterstützer des Projekt nach New York. Sie werden ein eigens komponiertes Lied bei der Ausstellung singen: „The Rage to Live“. Die Übersetzung des Refrains passt laut Andlauer zu den heutigen Flüchtlingen: „Schau in meine Augen, sag mir, was du siehst: ein brennendes Feuer zu leben; die Sehnsucht nach Liebe und geliebt zu werden – du siehst diesen unbeschreiblichen Hunger, zu leben.“ Am Vorabend zum 27. Januar, dem offiziellen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, werden besonders viele Holocaust-Überlebende und politische Würdenträger erwartet, die dann auch am nächsten Tag an der zentralen Gedenkveranstaltung mit Beate Klarsfeld teilnehmen werden.

Christiane Breitenberger

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