Ruftaxilinie soll erst einmal weiterfahren

Anrufsammeltaxi bleibt

Petershausen – Die Ruftaxilinie 7280 des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds, vielfach auch Anrufsammeltaxi (AST) genannt, soll in der Gemeinde Petershausen mindestens noch ein drittes Jahr lang weiter betrieben werden.

Das entschied der Gemeinderat einstimmig. Damit verzichtet die Gemeinde auf ihr Kündigungsrecht nach zwei Jahren beim MVV.

„Wir befinden uns immer noch im Testbetrieb“, erklärte Bürgermeister Marcel Fath in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. „Wie’s in einem Jahr ausschaut, wenn es um die Festlegung eines Regelbetriebs geht, werden wir sehen. Die Linie entwickelt sich und tut damit das, was wir von ihr erwartet haben.“

Die Zahlen der Fahrten und Fahrgäste beweisen das. So fuhren im Januar 2015, nachdem die Linie erst im Dezember 2014 eingeführt worden war, bei 72 Fahrten 95 Fahrgäste. Das entspricht 1,3 Personen pro Fahrt. Im Dezember zeitigten offensichtlich Werbemaßnahmen ihren Erfolg. Bei 223 Fahrten benützten 375 Fahrgäste diese Linie, was einem Durchschnitt von 1,7 Leuten pro Fahrt entspricht. Das würdigte genauso Josef Mittl (FW), „auch wenn mir zwei Fahrgäste pro Fahrt lieber wären“. „Es gibt allerdings Optimierungsansätze zum Beispiel beim Fahrplan“, sagte Bürgermeister Fath. Deshalb werde es wohl eine Änderung geben.

„Wofür fallen Over-Head-Kosten an?“ wollte zweiter Bürgermeister Wolfgang Stadler (SPD) wissen. Verwaltungsleiterin Irene Reichel antwortete, es gehe um die Verwaltungskosten des MVV. „Dafür wird uns auch nicht der Gewinn aus dem Fahrscheinverkauf abgezogen.“ Das veranlasste CSU-Gemeinderat Gerhard Weber, der im Zivilberuf Leiter der Abteilung Zentrale Angelegenheiten im Landratsamt ist, zu der Bemerkung: „Wir vom Landratsamt haben unsere Kosten nicht angesetzt. Wir machen das umsonst.“

Bislang hat der Staat die AST-Linien nach dem Programm „Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum“ mit 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gefördert. Doch dieses Programm läuft am 31. Dezember aus. Der Landkreis hat den Freistaat schon frühzeitig aufgefordert, die Förderung auch ab dem 1. Januar 2017 weiter zu gewähren. Die als Bewilligungsbehörde zuständige Regierung von Oberbayern hat daraufhin dem Landratsamt mitgeteilt, dass die Staatsregierung ein Nachfolgeprogramm prüfe. Allerdings werde dies heuer nicht vor Juni oder Juli entschieden.

Wie die Finanzierung bei einem eventuell negativen Entscheid aus der Landeshauptstadt aussehen wird, steht damit noch in den Sternen. Dann müsste sich der Gemeinderat erneut mit dem Thema beschäftigen.

rds

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