24 Wegkreuzen hat Anton Kistler aus Weichs in seiner Hobby-Schreinerwerkstatt bereits neuen Glanz verliehen: Jetzt arbeitet der „Köppl Done“ schon wieder an einem neuen Feldmarterl.

Neues Marterl am Krautgarten

Sein Hobby sind die Feldkreuze

Weichs - Anton Kistlers Hobby sind Feldkreuze. Jetzt schreinerte er ein Wegmarterl zu einem ganz besonderen Anlass.

Anton Kistler aus Weichs ist gelernter Schreiner, allerdings schon im Ruhestand. Aber sein Beruf, der gleichzeitig auch seine Leidenschaft ist, lässt ihm keine Ruhe. Zu seinem 80. Geburtstag errichtete er ein Feldkreuz in der Gemeinde – es ist aber nicht das Erste.

Gut sichtbar nach der zweiten Brücke an der Ortsausfahrt des Radlweges nach Pasenbach steht das Feldkreuz unter einem stattlichen Baum. Es befindet sich auf gemeindlichem Boden, auf dem sogenannten „Krautgarten“. Dort bewirtschafteten Einheimische ohne eigene Landwirtschaft vor dem Zweiten Weltkrieg kleine Gartenflächen. Nach dem Weltkrieg bauten vor allem Flüchtlinge aus Ungarn ihr heimisches Gemüse, oft Mais, Mohn und Paprika, an. Viele der Weichser kannten die ungarischen Pflanzen gar nicht.

Nachdem die Beete aber keine Verwendung mehr fanden, war im Krautgarten ein Friedhof geplant, bevor sich die Gemeinde für den Standort an der Fränkinger Straße entschied. Nun besteht der Krautgarten aus einer Wiese und Bäumen – und seit kurzem auch aus dem Feldkreuz.

An dem prächtigen Feldkreuz fehlt nur noch die Aufschrift, die aber bald folgen soll. Der Text steht schon fest, sagt Kistler: „Dank sei Gott für 80 Lebensjahre – 2016 – Das Leben auf der Erde, es währt nur kurze Zeit, verbring’s in Lieb und Güte, doch nicht in Hass und Streit.“

Das Bauen und Restaurieren von Feldkreuzen ist neben Fußball das große Hobby des rüstigen Rentners. Bevor er in den Ruhestand ging, bewirtschaftete er bis vor 20 Jahren seinen „Köppl-Hof“.

Deshalb kennen ihn auch viele nur unter seinem Hausnamen: Köppl Done. Sein Schreinergeschick kommt nicht von ungefähr. Noch ehe er die Landwirtschaft erlernte, machte er eine Schreinerlehre beim Pfeil in Bergkirchen. Im Rentenstand kam dann seine Liebe zur Schreinerei wieder hervor. Zug um Zug modernisierte er seine Hobby-Schreinerwerkstatt. Er begann sich den Feldkreuzen zu widmen. Ein Hobby, das ihn bis heute nicht mehr loslässt.

In seiner gut ausgestatten Werkstatt hat er schon vielen Feldkreuzen zu neuem Glanz verholfen. Mittlerweile sind es schon 24. Gut die Hälfte davon sind komplette Neuanfertigungen. Seit 22 Jahren widmet er sich schon den Wegkreuzen: Alle Jahre wird eines fertig.

Sein Lieblingskreuz, wenn er eines nennen soll, ist sein erstes. Es steht bei Fränking am Rande seines eigenen Waldes. Bevor er das Kreuz am Krautgarten anbrachte, zu dem er auch den Betonsockel selbst machte, hat er vor etwa fünf Jahren unweit davon, in einer ehemaligen Brenneselmulde, ein schönes Marterl mit der Statue Maria als Rosenkranzkönigin aufgestellt.

Erst seit wenigen Wochen steht außerdem an der Straße nach Glonn auf der rechten Seite ortsauswärts ein weiteres Feldkreuz. Dies hat auch der Köppl Done gebaut. Es gehört der Familie Huber aus Edenholzhausen. Das alte erwies sich als nicht mehr reparaturfähig.

Kistler, der mit 80 Jahren noch sehr rüstig ist, will zwar künftig etwas ruhiger tun. Doch ganz ohne seine Leidenschaft, den Feldkreuzen, kann er sich sein Leben nicht vorstellen. Auf die Frage, ob schon ein weiteres Kreuz in Planung ist, zwinkert er mit einem Auge. Und es wird klar, dass das Kreuz beim Krautgarten nicht sein letztes gewesen ist. Viele Gemeindebewohner wird es sicherlich freuen.

Von Heinz Nefzger

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