Antrag der CSU im Kreistag

S-Bahn entlang der Autobahn

Eine zusätzliche S-Bahn-Trasse für den Landkreis Dachau – mit diesem Antrag hat die Kreis-CSU die anderen Mitglieder in der jüngsten Sitzung des Kreistags überrascht.

Dachau – Auf der Tagesordnung stand unter anderem der gemeinsame Nahverkehrsplan für den Landkreis und die Große Kreisstadt.

Und hier hakte CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Offenbeck ein: „Bei der Münchner S-Bahn gibt es einen Geburtsfehler, nämlich die Lücke zwischen S 2 und S 3“, sagte er. Der Bereich entlang der Stuttgarter Autobahn in Richtung Augsburg sei vom Öffentlichen Personennahverkehr nicht erschlossen. Um das zu ändern, beantrage die Kreis-CSU eine Machbarkeitsstudie. Diese solle untersuchen, „ob und wie ein Korridor an der A 8 für eine S-Bahn eingerichtet werden kann“, so der Antrag.

Dieser Raum habe sich seit dem Bau der S-Bahn dynamisch entwickelt, der Einzugsraum der Berufspendler nehme zu, während gleichzeitig die Bevölkerung hier schneller wachse als anderswo. Damit wüchsen auch die Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur, so die Begründung. „Wenn wir nicht selbst etwas unternehmen, werden wir die nächsten 20 Jahre darüber diskutieren, aber es wird nichts passieren“, warnte Offenbeck.

Der Sulzemooser Bürgermeister Gerhard Hainzinger riet den Gemeinden entlang der A 8 bereits jetzt, die Trasse für mögliche S-Bahn-Gleise freizuhalten. Dasselbe gelte für Park & Ride-Flächen am Rande der Gemeinden.

Auch Georg Weigl (ödp) konnte sich sofort für den CSU-Antrag begeistern – vor allem auch dafür, dass die Trasse entlang der Autobahn führen soll. „Dann sehen die Autofahrer, wie schnell die S-Bahn fährt“, sagte er schmunzelnd. Doch mit dem Schmunzeln war es gleich vorbei. Denn Georg Weigl brannte ein ganz anderer Punkt des Nahverkehrsplanes unter den Fingernägeln. Bereits im Kreisausschuss hatte sich der ödp-Kreisrat lautstark darüber geärgert, dass sein Antrag, Orte ab 100 Einwohner in die Planungen für den Nahverkehrsplan einzubeziehen, bislang nicht diskutiert worden war – und in der Rahmenkonzeption nun eine Mindestgröße von 200 Einwohnern vorgegeben war (wir berichteten). Auch seine Kollegin Mechthild Hofner wollte nun den ödp-Antrag diskutieren. Landrat Stefan Löwl stellte die Frage ans Plenum, wer ebenfalls dafür sei, die Grenze bei Orten ab 100 Einwohner anzusetzen – es waren lediglich die vier ödp-Abgeordneten. Anschließend verabschiedete der Kreistag einstimmig die vorgelegte Rahmenkonzeption für das künftige ÖPNV-Angebot. 

(sue) 

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